Gipfel in Minsk
Putin und Poroschenko suchen nach Frieden

Russlands Präsident Putin kommt in einer Woche mit seinem ukrainischen Amtskollegen Poroschenko zusammen. Doch ob es ein direktes Treffen gibt, ist unklar. Gastgeber ist ausgerechnet Weißrussland.
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MoskauEs könnte das bedeutendste Krisentreffen für eine Lösung des blutigen Ukraine-Konflikts werden. Keine Woche ist es her, dass Kremlchef Wladimir Putin angekündigt hat, alles für ein Ende des Blutvergießens tun zu wollen. Da sprach er in dem sonnigen Kurort Jalta auf der von Russland einverleibten Schwarzmeerhalbinsel Krim - zum Ärger der Ukraine, die ihre Ansprüche niemals aufgeben will. Dass nun fünf Tage später der Kreml ankündigt, Putin treffe kommende Woche - am 26. August - in Minsk den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, gilt als handfeste Sensation.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier sieht entsprechend Bewegung. Es gebe eine „deutliche Veränderung“ in der Haltung Moskaus und Kiews, sagte er am Dienstag in der ZDF-Sendung „Was nun, Herr Steinmeier?“. „Ich habe den Eindruck, beide suchen im Augenblick nach Möglichkeiten, doch einen Weg zum Waffenstillstand zu finden.“

Vereinbaren Putin und Poroschenko etwa eine Paketlösung für die vielen bilateralen Probleme? Könnte Poroschenko mit einem vergleichsweise günstigen Preis für russisches Gas in die Ukraine zurückkehren? Der Streit darum hat zu einem Stopp der russischen Lieferungen in der Ukraine geführt.

Und würde Putin im Gegenzug für einen von Poroschenko versprochenen Abzug des Militärs aus der Ostukraine die Grenze zum Nachbarn schließen? So würden die Separatisten nicht immer neuen Nachschub an Waffen und freiwilligen Kämpfern erhalten. Erhält Putin Garantien, dass die russischsprachige Bevölkerung in den von blutigen Kämpfen erschütterten Gebieten Lugansk und Donezk Sonderrechte bekommt?

Zu besprechen haben der Russe und der Ukrainer, die sich seit langem kennen, jedenfalls viel. Und für beide geht es darum, in der festgefahrenen Lage das Gesicht zu wahren. Immerhin hatte sich nach ihrem letzten Treffen am 6. Juni in der Normandie - am Rande des Gedenkens an die Landung der alliierten Truppen im Zweiten Weltkrieg - das Verhältnis deutlich verschlechtert.

Putin selbst sagte einmal, dass er Poroschenko nur für eine Übergangsfigur in der schweren Krise halte. Viele Funktionäre in Moskau sahen in dem wegen seiner Süßwarengeschäfte auch „Schoko-Zar“ genannten Präsidenten aber nur eine Marionette der USA, einen Befehlsempfänger des Westens, um Front gegen Russland zu machen.

Seit zweieinhalb Monaten ist Poroschenko nun an der Macht, doch die Lage in der Ukraine verschlimmert sich täglich. Dass er nun nach Minsk reist, sieht auf den ersten Blick wie ein Sieg Putins aus. In der weißrussischen Hauptstadt trifft sich dann nämlich die von Putin initiierte Zollunion. Die Ukraine wollte diesem Verbund bisher nie beitreten und will wohl auch jetzt nicht.

Zwar erwartet niemand einen Sinneswandel von Poroschenko. Doch hat Putin stets gefordert, zumindest miteinander ins Gespräch zu kommen - auch mit der EU, die der Ukraine in Konkurrenz zur Zollunion ein umfassendes Freihandels- und Assoziierungsabkommen brachte. In das autoritär und wie Russland mit Sanktionen belegte Weißrussland reisen immerhin die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton, Energiekommissar Günther Oettinger und Handelskommissar Karel De Gucht.

Kommentare zu " Gipfel in Minsk: Putin und Poroschenko suchen nach Frieden"

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  • Na, dann ich ja alles klar. Wenn man Putin im Russland kritisiert oder gegen ihn protestiert, landet man im Lager, hier dagegen können Sie immer wieder und wieder den größten Blödinn verbreiten. Na, dann verherrlichen Sie die russische "Politik" man schön weiter und posten noch mehr Ihrer abstrusen Verschörungstheorien, felsenfest "untermauert" durch die bekannten und ev. auch mal neue ach so "objektive" links Ihrer "Gesinnungsgenossen".
    Aber immerhin haben Sie jetzt ja bekannt gegeben, wer Sie beherrscht; nicht, dass das jetzt neu oder überraschend wäre.

  • @Herr Billy Jo
    "Die Lügen der Ukrainischen Offiziellen, auf die die Politoligarchen des Westens hereinfallen."

    Nein, die "Politoligarchen" des Westens steuern die Kiewer Verbrecher mehr schlecht als recht, die fallen nicht auf die herein. Das Problem diese “Leute“ in Kiew funktionieren nicht so subtil wie es eigentlich geplant war und die haarsträubenden Fehler bringen die westlichen Akteure langsam richtig in Wallung. Zumal im ukrainischen Massenmorddrama ohne den unzuverlässigen rechten Nazisektor kein richtiger Bürgerkrieg und die Vernichtung von unliebsamen “Russenvolk“ nicht zu bewerkstelligen ist.

  • “Kriegspropaganda: Eine Kiewer Ente im deutschen Blätterwald
    Hiesige Leitmedien bringen eine offensichtliche Falschmeldung von Petro Poroschenko über einen zerstörten russischen Panzerkonvoi.“

    http://www.heise.de/tp/artikel/42/42557/1.html

    Der Lautsprecher der NATO Rasmussen hat natürlich mit getrötet!

    Der Bericht von MH-17 ist fertig und bleibt dennoch bis auf weiteres unter Verschluss, Merkel hat ihn auch schon, darum die überstürzte Reise nach Kiew um schnell noch ein paar Mrd. Euro den Verbrechern hinten rein zu schieben. Schließlich müssen die Mörder in Kiew noch ein paar Flüchtlinge massakrieren, um so schneller werden die übrigen nach Russland fliehen.
    Frau Merkel hat es plötzlich sehr eilig, denn der UN-Botschafter Russlands macht Druck damit der Bericht zu MH-17 früher veröffentlicht wird, - den Verbrechern wird es mulmig.

    “Verwirrspiel um den Bericht über den Absturz von MH17“

    http://www.heise.de/tp/artikel/42/42553/1.html

    In der Ostukraine müssen die Menschen weg gebombt werden, es geht um gigantische Gaslagerstätten die mittels Fracking auf die schon vertraglich zugesicherte Ausbeutung von US- Gasexplorer warten. Russland könnte innerhalb von zwei bis drei Jahren als Gaslieferant Jahrzehnte für Europa ersetzt werden und könnte auf diese Weise wirtschaftlich ruiniert und in die angloamerikanische Abhängigkeit gezwungen werden. Es geht den Russen mittelfristig um die eigene Unabhängigkeit, nicht mehr und nicht weniger!

    Versagen die Separatisten wird Putin gezwungen sein reguläre Truppen in die Ukraine zu schicken. Die drohenden Sanktionen sind lächerlich gegenüber der Alternative in wenigen Jahren kein Gas mehr nach Europa verkaufen zu können.

    Der Westen ist auf dem Raubzug und die Menschen in der Ostukraine dürfen niemals über ihr eigenes Gas verfügen und reich werden, denn den westlichen Eliten winkt in einem Jahrzehnt ganz Russland als Beute und das rechtfertigt jedes noch so perfide Verbrechen!

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