Gipfeltreffen
G8-Staaten planen Getreidereserven

Die G8-Staaten wollen einem japanischen Pressebericht zufolge Getreidereserven zur Stabilisierung der Lebensmittelpreise anlegen.

HB TOKYAKO. Wie die japanische Tageszeitung "Asahi Shimbun" im Vorfeld des an diesem Montag beginnenden G8-Gipfels im nordjapanischen Toyako unter Berufung auf informierte Kreise berichtete, soll jedes Land eine bestimmte Menge an Getreide lagern.

Im Bedarfsfall sollen diese Reserven dann koordiniert in den Markt gegeben geben werden, um die Getreidepreise zu stabilisieren. Dieser Plan werde in einer gesonderten Abschlusserklärung des G8-Gipfels zur Nahrungsmittelkrise enthalten sein, hieß es weiter.

Die während der Vorbereitung des Gipfels der Staats- und Regierungschefs der sieben größten Industriestaaten und Russlands (G8) vereinbarten Getreidereserven seien den Erdöl-Notreserven der Internationalen Energieagentur (IAEA) nachempfunden.

Gegenwärtig seien Deutschland und Japan die einzigen G8-Länder, die über überschüssige Lagerbestände an Getreide verfügen. Einzelheiten zu dem geplanten Reserveprogramm soll ein Expertengremium ausarbeiten.

Unklar sei jedoch, wie effektiv dieses System bei der Stabilisierung der Lebensmittelpreise sein werde. Als Ursachen für den Preisanstieg gelten die wachsende Nachfrage vor allem in Schwellenländern, steigende Rohölpreise, aber auch der Anbau von Biosprit-Pflanzen. Ein weiterer Faktor sind Exportbeschränkungen.

Auch nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel können die G8-Staaten nur gemeinsam gegen die explodierenden Energie- und Lebensmittelpreise vorgehen. "Diese neuen Herausforderungen verlangen eine international abgestimmte Antwort", schrieb sie in einem Beitrag für den "Tagesspiegel am Sonntag".

Die Kanzlerin rief die übrigen G8-Länder dazu auf, ein Aktionspaket gegen den Hunger zu beschließen. "Die Verschärfung der weltweiten Ernährungslage vergrößert den Hunger in der Welt und bedroht die politische Stabilität vieler Entwicklungsländer."

Die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrieländer und Russlands (G8) treffen sich von diesem Montag an in Toyako in Japan. Die Bundesregierung schlägt einen Maßnahmenkatalog vor, der die Nahrungsmittelproduktion ankurbeln soll und eine Aufstockung der Soforthilfe vorsieht.

Nach Einschätzung von Merkel belasten die steigenden Preise auch die Bundesbürger. "Auch in Deutschland bekommen die Menschen die Preissteigerungen bei manchen Lebensmitteln deutlich zu spüren", schrieb sie.

Der Anstieg des Öl- und Gaspreises habe ebenfalls Auswirkungen. "Zwar hat unsere Volkswirtschaft in den vergangenen Jahren an Widerstandskraft gewonnen, so dass keine konjunkturellen Verwerfungen zu erwarten sind. Dennoch belasten die hohen Energiepreise Unternehmen und Verbraucher in erheblichem Maße."

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