Gipfeltreffen im Februar
Davos-Forum lockt auch in Krisenzeiten die Prominenz

Wenn im Februar die globale Elite aus Politik und Wirtschaft nach Davos reist, ist ihr die weltweite Aufmerksamkeit sicher. Doch Entscheidungen für die Zukunft der taumelnden Wirtschaft sind nicht zu erwarten.

GENF. Wenn Klaus Schwab bittet, strömen auch inmitten der eskalierenden Finanzkrise Politiker, Manager und Wissenschaftler zum Weltwirtschaftsforum (WEF) nach Davos. Schwab, Gründer und Präsident des WEF, präsentierte gestern in Genf eine eindrucksvolle Liste von Personen, die vom 28. Januar bis 1. Februar über den globalen Abschwung beraten wollen: Bundeskanzlerin Angela Merkel, Großbritanniens Premier Gordon Brown, Chinas Regierungschef Wen Jiabao und Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin stechen in der Riege der mehr als 40 Staats- und Regierungschefs heraus.

Aus den Topetagen der Wirtschaft kommen zum Jahrestreffen 2009 unter anderem Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der Präsident der britischen Barclays Bank, Robert E. Diamond, Renault-Boss Carlos Ghosn, der indische Stahlmagnat Lakshmi Mittal und der russische Oligarch Oleg Deripaska. Davos-Dauergast und Microsoft-Gründer Bill Gates wird ebenso über die Verwerfungen in der globalen Wirtschaft zu hören sein wie Notenbankchefs und Finanzminister. Insgesamt erwartet Schwab rund 2500 Gäste zum WEF - es gilt als das wichtigste privat organisierte Wirtschafts-Stelldichein weltweit.

"Das Jahrestreffen 2009 ist eines der wichtigsten in der fast 40-jährigen Geschichte des Weltwirtschaftsforum", unterstrich Schwab. Doch bei dem Spektakel in den Schweizer Bergen werden keine Entscheidungen für die Zukunft der taumelnden Weltwirtschaft gefällt - vielmehr will Schwab den Austausch von Ideen und Perspektiven fördern. Dass so ein hochkarätig bestücktes Forum wie das WEF die Vorboten der Weltwirtschaftskrise bei seinem Jahrestreffen 2008 nicht genau erkannte, musste Schwab aber einräumen. "Wir müssen uns alle selbst dafür tadeln", sagte Schwab.

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