Gipfeltreffen in Deauville
Dreiertreffen soll Russland die Angst vor der NATO nehmen

Den Russen die Angst vor der NATO nehmen - das ist ein Ziel des Dreiergipfels von Sarkozy, Merkel und Medwedew. Das Treffen im französischen Badeort Deauville gilt als vertrauensbildende Maßnahme.
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HB PARIS. Treffen sich ein Franzose, ein Russe und ein Deutscher - so fangen viele Witze über unterschiedliche Mentalitäten an. Wenn Anfang kommender Woche Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, sein russischer Amtskollege Dmitri Medwedew und Bundeskanzlerin Angela Merkel in Deauville zusammenkommen, hat auch jeder so seine Erwartungen an das Treffen. Merkel möchte das russische Unbehagen angesichts des anstehenden NATO-Gipfels zerstreuen, Sarkozy will sich vor der Präsidentschaftswahl 2012 international in Szene setzen, und Medwedew möchte für seinen euro- russischen Sicherheitsraum werben.

„Solche Treffen im kleinen Kreise sind wichtig, weil man hier sehr offen und umfangreich miteinander bereden kann, wie wir international kooperieren“, sagte Merkel vor dem Treffen. „Konkrete Beschlüsse sind nicht zu erwarten, es wird ein Gipfel des Brainstormings“, ergänzte ein französischer Präsidentenberater. „Eine Art psychologische Maßnahme“, fügte er mit einem Lächeln hinzu.

Das ungewöhnliche Dreierformat hat schon Neider hervorgerufen. Warum die USA eigentlich nicht beteiligt seien, wenn es um europäische Sicherheit gehe, fragte ein Leitartikler der „New York Times“. Um Kritik aus Polen vorzugreifen, wurde auffallend früh bereits das nächste Treffen des „Weimarer Dreiecks“ zwischen Frankreich, Deutschland und Polen im kommenden Februar angekündigt.

So neu ist die franko-russisch-deutsche Kombination allerdings auch nicht. 2003 hatten sich die drei Vorgänger Jacques Chirac, Wladimir Putin und Gerhard Schröder zusammengetan, weil sie mit der britisch-amerikanischen Strategie im Irakkrieg nicht einverstanden waren. Zuletzt waren Chirac, Putin und Merkel 2006 in Compiègne zusammengekommen. Die „Süddeutsche Zeitung“ titelte damals treffend: „Friede, Freude, Erdgas“.

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  • Um Kritik aus Polen vorzugreifen, wurde auffallend früh bereits das nächste Treffen des „Weimarer Dreiecks“ zwischen Frankreich, Deutschland und Polen im kommenden Februar angekündigt.
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    Die Polen als Wirtschafts und Nuklearriesen, in Augenhöhe mit Frankreich und Russland ?
    Nun dann macht euer Treffen, aber verschont uns mit stundenlangen berichten darüber!

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