Gipfeltreffen in Heiligendamm
Merkel erteilt Forderung nach G8-Erweiterung eine Abfuhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich gegen eine formale Erweiterung der Gruppe der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G8) ausgesprochen.

HB BERLIN. „Ich bin nicht dafür, dass wir die G8-Gruppe formal erweitern“, sagte Merkel am Mittwoch auf einer G8-Wirtschaftskonferenz in Berlin. Vielmehr müsse mit den großen Schwellenländern wie China und Indien der Dialog intensiviert werden.

Merkel begrüßte es, dass führende Wirtschaftsverbände der G8-Länder erstmals mit einem gemeinsamen Positionspapier einen Gipfel inhaltliche Impulse geben wollen. „Wir werden versuchen, diese Gedanken aufzunehmen“, unterstrich die Kanzlerin. Die Erklärung kam auf Initiative von BDI-Präsident Jürgen Thumann zustande. Darin werden sechs Prioritäten genannt: der Abbau von Handelshemmnissen, der Schutz des geistigen Eigentums, mehr Freiheit für grenzüberschreitende Investitionen, funktionierende Kapitalmärkte, Klimaschutz und Energieeffizienz sowie Hilfen für Afrika. Thumann sagte: „Ohne Beteiligung der Wirtschaft können wir die Herausforderungen der Globalisierung nicht bestehen.“ Politik und Wirtschaft trügen gemeinsam eine hohe Verantwortung.

Um die Herausforderungen der Globalisierung zu bewältigen, bedarf es nach Worten Merkels einer umfassenden internationalen Zusammenarbeit und eines radikalen Umdenkens, gerade in Europa. „Globalisierung bringt mit sich riesige Chancen, aber sie bringt mit sich auch große Ängste“, erläuterte sie. Diese Entwicklung müsse sozial gestaltet werden und möglichst vielen Menschen Gutes bringen.

Die Kanzlerin steckte in ihrer Eigenschaft als aktuelle G8-Vorsitzende den inhaltlichen Rahmen des Anfang Juni im Ostseebad Heiligendamm anstehenden Gipfels ab. So gelte es, das weltwirtschaftliche Ungleichgewicht abzubauen. Zur Sicherung der Finanzmarktstabilität müsse für Hedge-Fonds möglichst hohe Transparenz und ein „richtiges Maß an Regulierung“ gefunden werden.

In Heiligendamm werde es aber auch um Innovationen, den Schutz für geistiges Eigentum und Patente gehen. In die internationalen Diskussionen darüber müssten die Schwellen- und Entwicklungsländer einbezogen werden. Sie setze weiterhin auf einen Erfolg bei den WTO-Freihandelsverhandlungen und den Abbau von Handelshindernissen. Mehr Freiheit sei bei grenzüberschreitenden Investitionen wünschenswert. Mit Blick auf Russland betonte Merkel, dies dürfe keine Einbahnstraße sein.

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