Gipfeltreffen in Italien
G8 knöpfen sich Iran und Nordkorea vor

Die Staats- und Regierungschefs der führenden Industriestaaten haben sich zum Abschluss des ersten Gipfeltages im italienischen L'Aquila mit den wichtigen internationalen Brennpunkten befasst. In scharfer Form verurteilten sie dabei die Gewalt nach der umstrittenen Präsidentenwahl im Iran sowie den Atomtest Nordkoreas und die jüngsten Raketenversuche.

HB L'AQUILA. In einer am Mittwochabend veröffentlichten Erklärung äußersten sich die Teilnehmer am G8-Gipfel „ernsthaft besorgt“ über die Lage im Iran. Die Erklärung zeige die Geschlossenheit der G8 in der Iran-Politik, sagte der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy nach einem gemeinsamen Abendessen. Der Staatssekretär im US-Außenministerium William Burns sprach von einer überzeugenden Erklärung, die den Ernst der Lage deutlich mache.

In dem Papier, das der Nachrichtenagentur AP vorlag, verurteilte die G8 auch die Einschränkungen der Pressefreiheit im Iran sowie die Erklärungen von Präsident Mahmud Ahmadinedschad zum Holocaust. Auf die Androhung neuer Sanktionen gegen Teheran wird in der Erklärung aber verzichtet. Außerdem zeigten sich die Gipfelteilnehmer weiter bereit, den Atomstreit mit dem Iran auf diplomatischem Weg beizulegen.

Zu Nordkorea erklärte die G8, der Führung in Pjöngjang „stellt eine Gefahr dar für Frieden und Stabilität in der Region und drüber hinaus“. Die kommunistische Regierung wurde aufgefordert, sich an die UN-Resolutionen zu halten und wieder zum Dialog über das Atomprogramm des Landes zurückzukehren.

US-Präsident Barack Obama plant für März nächsten Jahres in Washington einen Gipfel über atomare Sicherheit. Dies habe Obama am Mittwoch beim Abendessen der Staats- und Regierungschefs der G8 angekündigt, sagte der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater der USA, Mark Lippert. Der Präsident werde dazu nach seiner Rückkehr in die USA die Staats- und Regierungschefs von 25 bis 30 Staaten einladen.

Bei dem Treffen soll es unter anderem darum gehen, wie der illegale Handel mit Atommaterial unterbunden werden kann. Obama hatte bereits während seines Besuchs in Russland Anfang der Woche die Idee einer solchen internationalen Konferenz ins Spiel gebracht. Der Präsident befürchtet, dass Nuklearmaterial in die Hände von Terroristen fallen könnte.

Am heutigen Donnerstag wollen die acht führenden Industriestaaten mit den wichtigsten Schwellenländern - darunter China und Indien - über dem Klimaschutz beraten.

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