Gipfeltreffen in Rom
Nahost-Konferenz findet schöne Worte

Der libanesische Premier Fuad Siniora hat von Israel Entschädigung für die „barbarischen Zerstörungen“ in seinem Land gefordert. „Israel kann nicht weiterhin internationales Recht ignorieren“, sagte Siniora am Mittwoch auf einer internationalen Nahost-Konferenz in Rom.

hn/sig/huh/mzi ROM/BEIRUT/BERLIN. Die Teilnehmer forderten eine schnellstmögliche Waffenruhe und sprachen sich für die Stationierung einer Friedenstruppe unter Uno-Mandat im Libanon aus. Keine Einigkeit gab es über die Zusammensetzung einer solchen Truppe.

Ungeachtet der Friedensbemühungen in Rom gingen die Kämpfe im Libanon und im Gaza-Streifen am Mittwoch weiter. Bei Gefechten um die Hisbollah-Hochburg Bint Dschbeil hat die israelische Armee die höchsten Verluste an einem Tag seit Beginn ihrer Offensive vor zwei Wochen erlitten. Nach Angaben aus libanesischen Sicherheitskreisen wurden neun israelische Soldaten getötet und mehr als 20 verletzt. In Israel, wo Berichte über getötete Soldaten der Zensur unterliegen, war bisher nur von 30 Verletzten die Rede. Unbestätigten Berichten zufolge sollen zudem weitere Soldaten entführt worden sein. Im Libanon sind mittlerweile knapp 400 Todesopfer zu beklagen, die meisten davon Zivilisten. Bei Luft- und Artillerieangriffen der israelischen Armee im Gaza-Streifen starben mindestens 13 Palästinenser.

Nach Einschätzung der International Crisis Group (ICG) wird es Israel allerdings nicht gelingen, die Hisbollah militärisch in die Knie zu zwingen. Vielmehr werde der Libanon durch die Offensive nur noch näher an den Rand des Zusammenbruchs gebracht, schreibt der unabhängige Brüsseler Thinktank in einer Lagebeurteilung. Die Autoren erinnern an die Erfahrungen aus der Vergangenheit, als israelische Militäroperationen die militanten Elemente im Libanon eher gestärkt hätten.

Israel plant derzeit, auf der libanesischen Seite der gemeinsamen Grenze eine zwei Kilometer breite „Sicherheitszone“ einzurichten, um den Raketenbeschuss durch Hisbollah-Milizen zu unterbinden. Dieses Gebiet solle gehalten werde, bis eine internationale Truppe eintreffe, zitierten israelische Medien Premier Ehud Olmert. Auf den Zeitpunkt für eine mögliche Waffenruhe wollte sich der Regierungschef nicht festlegen. „Jetzt ist die Zeit, mit aller Gewalt vorzugehen“, sagte er.

In der in Rom verabschiedeten Konferenzerklärung heißt es nur, die Gipfelteilnehmer seien bereit, „sofort und mit größter Dringlichkeit für eine Waffenruhe zu arbeiten“. An dem auf drei Stunden angesetzten Treffen hatten Vertreter von 20 Ländern und internationalen Organisationen teilgenommen. Israel und die Hisbollah fehlten. US-Außenministerin Condoleezza Rice äußerte sich erneut besorgt über die Rolle Irans und Syriens in dem Konflikt. Iran wies aber Verdächtigungen zurück, Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah verstecke sich in der Botschaft des Landes in Beirut.

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