Gipfeltreffen in Warschau
Osteuropa erleichtert über „ernsthafte Streittruppe“ der Nato

Die Nato entsendet 1000 Soldaten nach Polen, Estland, Lettland und Litauen. Die Staaten reagieren erfreut und fühlen sich sicherer vor Russland. Kritische Stimmen aus Ungarn warnen jedoch vor einem neuen „Kalten Krieg“.

Die östlichen Bündnismitglieder der NATO reagieren erleichtert auf die zusätzlichen Streitkräfte in ihrem Land. Am Freitag hatten die Mitglieder der Nato beschlossen, vier internationale Bataillone nach Polen, Estland, Lettland und Litauen zu schicken. Mit der Entsendung von je etwa 1.000 Soldaten will die Nato auf das gestiegene Sicherheitsbedürfnis der östlichen Bündnispartner reagieren, die sich seit dem Beginn der Ukraine-Krise von Russland bedroht fühlen.

Der polnische Außenminister Witold Waszczykowski sieht die Sicherheit seines Landes durch die Beschlüsse des Warschauer Nato-Gipfels wesentlich gestärkt. Es sei klar, dass ein Bataillon von etwa 1.000 Soldaten im Ernstfall eine Armee nicht aufhalten könne, sagte er am Samstag in Warschau. „Aber wenn wir diese Einheit mit anderen Truppen, etwa der Speerspitze und anderen Einheiten, zusammenlegen, die etwa die Raketenbasis schützen, ist das eine ernsthafte Streittruppe.“

Im Zuge internationaler Militärübungen und Schulungsmaßnahmen könnten sogar rund 10.000 US- und Nato-Soldaten in Polen stationiert sein. „Das sind Truppen, die nicht nur einen Hybridangriff, sondern auch einen Konflikt auf niedriger Ebene verhindern können“, sagte Waszczykowski.

Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite hat den Beschluss des Nato-Gipfels zur Entsendung eines Bataillons unter deutscher Führung in ihr Land ebenfalls begrüßt. Die Stationierung der bis zu 1.000 Nato-Soldaten reiche zur Abschreckung Russlands aus, sagte Grybauskaite am Samstag der Nachrichtenagentur AFP in Warschau.

Grybauskaite verwies gleichzeitig darauf, dass sich die Nato abgesehen von der Stationierung von insgesamt vier Bataillonen in den drei baltischen Staaten und Polen sehr viel umfangreicher in Osteuropa engagiere. „Binnen eines Jahres werden wir in unserer Region 70 Manöver abhalten“, sagt die Präsidentin. Das bedeute, „dass in Wirklichkeit permanente Übungen stattfinden“. Zudem verlege die Nato Material nach Osteuropa, um im Ernstfall schnell reagieren zu können.

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Litauen will mit Russland sprechen

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