Glasfasernetze
EU will schnelles Internet ohne Monopole

Für Hochgeschwindigkeitszugänge zum Internet stellt Brüssel den Telekomkonzernen eine Prämie für die Milliarden-Investitionen in Aussicht. Schnelles Netz für Jedermann, lautet die Devise. Einzelne Anbieter dürften den Markt dabei nicht beherrschen - das betrifft auch die Deutsche Telekom.
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DÜSSELDORF/BRÜSSEL. Die EU-Kommission will keine neuen Monopole beim Ausbau von superschnellen Internet-Anschlüssen. Das geht aus Empfehlungen der Brüsseler Behörde an die nationalen Regulierer hervor, die sie gestern veröffentlich hat.

Der laufende Bau der schnellen Netze ist ein heikles Thema - sowohl in der Telekombranche als auch in der Politik. Die Anbindung ans World Wide Web ist inzwischen zu einem entscheidenden Standortfaktor geworden. Um neue Dienste wie Videos aus dem Internet nutzen zu können, müssen die Netze schneller werden. Doch das ist teuer - die EU-Kommission schätzt das Investitionsvolumen europaweit auf 180 bis 270 Mrd. Euro.

Selbst Marktführern wie der Deutschen Telekom sind solche riesigen Summen ein Graus. Sie hat deshalb bereits angekündigt, kein flächendeckendes Netz in Deutschland bauen zu können - und setzt darauf, dass ihre Wettbewerber ebenfalls neue Leitungen verlegen.

Doch da fangen die Probleme an: Wer baut wo und zu welchen Konditionen sollen die Unternehmen das Netz eines Konkurrenten nutzen dürfen?

Die EU-Kommission spricht sich dafür aus, dass die großen Telekomkonzerne die Bedingungen für den Zugang zu ihren Netzen so gestalten dürfen, dass sie zwar eine Prämie für das Investitionsrisiko einfahren können. "Wir stellen aber die Investitionsanreize nicht vor den Wettbewerb", betonte die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes.

So darf ein Unternehmen in einer Region zwar als einziger Anbieter ein Highspeed-Netz bauen. Die Nutzung des Netzes muss aber für die Konkurrenz zu Bedingungen möglich sein, die sie nicht wesentlich schlechter stellen als den Besitzer des Netzes. So dürfen die investierenden Unternehmen Konkurrenten zum Beispiel über Langfristverträge am Risiko beteiligen.

Um Anreize für den Ausbau der teuren Netze zu geben, stellt die EU künftig mehr Gelder aus Strukturfonds und von Seiten der Europäischen Investitionsbank (EIB) in Aussicht. Schon heute schießt die EIB jährlich rund zwei Mrd. Euro in Breitbandprojekte; dieser Betrag soll nach dem Willen von Kommissarin Kroes wachsen.

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