Gleiche Rechte
EU stellt Leiharbeitern Festangestellten gleich

Millionen Leiharbeiter in der Eu sollen bald dieselben Rechte am Arbeitsplatz genießen ihre fest angestellten Kollegen. Das gilt unter anderem für Bezahlung, Arbeitszeit, Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften sowie Zugang zu Weiterbildung. Damit ist ein jahrelanger Streit über die Rechte der Leiharbeiter beendet.

HB BRÜSSEL. Nach jahrelangem Streit unter den EU-Mitgliedsstaaten verabschiedete das Europäische Parlament am Mittwoch in Straßburg eine Richtlinie, die den Leiharbeitnehmern arbeitsrechtliche Gleichbehandlung vom ersten Arbeitstag an zusichert. Derzeit sind in der EU mehr als drei Millionen Arbeitnehmer auf Zeit bei Unternehmen tätig.

Die sozialistische Fraktion feierte die Verabschiedung des Gesetzes als Sieg des Europäischen Parlaments. Dieses hatte der Regelung schon 2002 in erster Lesung zugestimmt. Die Mitgliedsstaaten konnten sich jahrelang nicht einigen. Vor allem Großbritannien blockierte die Stärkung der Arbeitnehmerrechte. Noch bevor die Regeln 2012 in Kraft treten, machte Großbritannien von der darin vorgesehenen Ausnahme Gebrauch. Denn eine Lockerung der Regel ist möglich, wenn die Tarifparteien sich darauf einigen. Die britischen Gewerkschaften stimmten zu, die Gleichbehandlung erst nach zwölf Wochen Beschäftigung gelten zu lassen.

Die SPD-Europaabgeordnete Karin Jöns forderte, jetzt auch das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz in Deutschland zu novellieren. Dieses garantiere den Leihbeschäftigten zwar schon jetzt vom ersten Arbeitstag an die gleichen Rechte. Dennoch liege die Bezahlung in der Regel 20 bis 40 Prozent unter den Löhnen der Angestellten. Nach ihren Angaben sind in Deutschland 670 000 Arbeitnehmer in Leiharbeit tätig, das sind zwei Prozent der Beschäftigten.

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