Globalisierung gegen Hunger: IWF setzt weiter auf Welthandel

Globalisierung gegen Hunger
IWF setzt weiter auf Welthandel

Handel bedeutet Wachstum und Wachstum bedeutet ein besseres Leben – auch für die Hungernden in Afrika: Der IWF glaubt weiterhin an den weltweiten Nutzen von Globalisierung – und zeigt mit dem Finger auf Donald Trump.
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WashingtonDie Bilder sind schwer zu ertragen: Hungernde Kinder, klagende Mütter – und kaum Aussicht auf Besserung. Im Südsudan, Jemen, Telen von Kenia und Nigeria drohen vor allem Kinder den Hungertod zu sterben, weil eine Dürre die Ernten vernichtet hat und Nachschub nicht schnell genug die Menschen erreicht.

Das Thema beschäftigt auch den Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington. Ursache ist eine Mixtur aus wirtschaftlichen und politischen Problemen. Und letztere sind in den Entwicklungsländern nicht nur selbstgemacht. Der IWF zeigt mit dem Finger auch auf Donald Trump, den neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten, der sich zu einer Abschottungspolitik bekennt.

Verbunden damit ist ein leidenschaftlicher Appell: Lasst uns die Schraube der Globalisierung nicht zurückdrehen! Globalisierung sei es, was die Welt den Milleniumszielen ein gutes Stück näher gebracht habe: Bekämpfung von Hunger, Kindersterblichkeit, extremer Arbeit. Die Möglichkeit, mit fortschrittlichem wirtschaftlichen Handeln in Entwicklungsländern den Grundstein für einen Aufschwung zu legen – eine Art Hilfe zur Selbsthilfe, abseits von punktuellem Brunnenbau und Ackerbewässerung.

Den Milleniumszielen kam die Weltgemeinschaft bis zur selbstgesteckten Deadline 2015 ein gutes Stück näher, für 2030 gibt es neue, ehrgeizige Entwicklungsziele. Ob sie erreicht werden können, hängt nach Meinung der Wirtschaftsexperten in Washington auch von der Wirtschaftspolitik führender Industrienationen, speziell der USA ab. Das Credo: Wenn große Industrienationen sich mit Blick auf ihr eigenes Wohl abkapseln, dann können die armen Länder nicht mehr vom großen Kuchen mitessen.

Die Gleichung, die die Volkswirte des IWF aufmachen, ist verhältnismäßig einfach: Wachstum beim Welthandel führt zu weltweitem Wirtschaftswachstum. Wachstum bedeutet Wohlstand, auch in Entwicklungsländern. Dass es zu Verteilungsproblemen kommt und die Rechnung somit nicht immer aufgeht, räumt der IWF ein.

Doch Chefvolkswirt Maury Obstfeld sagt auch: „Unsere Sicht auf die Globalisierung ist ziemlich klar: Wir glauben, dass der weltweite Handel eine wichtige Antriebsfeder für Wachstum ist. Er hat Millionen aus der Armut geholt.“ Obstfeld spricht sogar von Wirtschaftswundern in manchen Ländern. „Einige haben jetzt den Status von Hochlohnländern.“

Worte, die vor allem auch ans Weiße Haus gerichtet sind. US-Präsident Donald Trump ist mit seiner „America First“-Politik eines der größten Risiken für den Welthandel – und dessen Wachstum ist ohnehin bescheiden geworden. Im vergangenen Jahr stieg das Handelsvolumen nur noch um 2,2 Prozent, wie der IWF in seinem Weltwirtschaftsbericht auswies. Im laufenden Jahr sollen es immerhin wieder 3,8 Prozent werden.

Deutlich über fünf Prozent wären aber nötig, um ein weltweites Wirtschaftswachstum zu kreieren, das mit dem Bevölkerungswachstum mithält. Nur dann können Entwicklungsländer erfolgreich Armut bekämpfen und Fortschritte erzielen. Und genau dort setzen derzeit die Befürchtungen an. Die USA als größte Volkswirtschaft der Welt denken vor allem – so der Vorwurf – an sich und nicht mehr global. Und sie setzen damit ein Beispiel.

IWF-Chefvolkswirt meint Donald Trump, wenn er sagt: „Ein besserer Ansatz, als den Handel abzuwürgen oder ihn deutlich zu reglementieren ist es, mit ihm zu arbeiten.“ Gleichzeitig müsse aber sichergestellt werden, dass diejenigen, die nicht davon profitieren, nicht außen vor bleiben. Das ist Donald Trumps Ansatz. Den arbeitslosen Industriearbeitern in Texas, Wisconsin oder Pennsylvania sei es schwer beizubringen, dass die von ihnen gebrachten Opfer den Hunger in Afrika bekämpfen helfen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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