Globalisierungsgegner
Proteste: Die wilden Zeiten sind vorbei

Um ein Haar hätte José Bové, der prominente französische Bauernführer und Globalisierungskritiker, den WTO-Gipfel nur am Fernseher verfolgen können. Die Hongkonger Behörden hielten den Aktivisten schon am Flughafen fest.

HONGKONG. Sie fürchteten Randale, ist Bové doch berüchtigt für Attacken auf Restaurants von McDonald's. Erst auf Vermittlung von WTO-Chef Pascal Lamy durfte er einreisen. „Wir suchen den Dialog mit den Kritikern“, verkündete Lamy.

Die WTO ist unter Globalisierungsfeinden schlecht gelitten. „Mir ist klar, dass die WTO nicht zu den populärsten Organisationen der Welt gehört“, sagt Lamy in milder Untertreibung. Werfen die militanten Kritiker ihr doch vor, die Armen schutzlos den Interessen der Reichen und transnationaler Konzerne auszuliefern. Zum Schweigen ist auch Bové nicht nach Hongkong gereist. „Wenn Störenfried bedeutet, gegen freien Handel zu sein, dann kann man mich als solchen bezeichnen“, diktierte er Reportern auf die Frage in die Blöcke, welche Rolle er bei den Demonstrationen zu spielen gedenke.

Doch auf einen Handel mit der Polizei will er es nicht ankommen las- sen. Denn die hat Hongkong fest im Griff. 27 000 Polizisten stehen für befürchtete Ausschreitungen bereit, das Konferenzzentrum ist hermetisch abgeriegelt. Doch zum Showdown im Stadtteil Wanchai kommt es nicht. „Down, down WTO“ skandie- ren die zumeist koreanischen De-monstranten am Dienstag auf ihrem Marsch durch die Lockhart Road, wo die chinesischen Geschäftsleute ihre Läden vorsorglich verbarrikadiert haben, schwenken bunte Fahnen und begleiten ihre Proteste gegen die Welthandelsorganisation mit lautstarkem Trommelwirbel.

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