Goldschatz der Bundesbank
Euro-Rettungsfonds soll ohne deutsches Gold auskommen

Deutschland will sich dagegen wehren, den Euro-Rettungsfonds mit dem Goldschatz der Bundesbank abzusichern. Regierungssprecher Steffen Seibert erteilt den Plänen eine klare Absage.
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Berlin Regierungssprecher Steffen Seibert hat Berichten über eine möglichen Einsatz von Währungsreserven der Euro-Notenbanken für den Euro-Rettungsfonds EFSF widersprochen. Es gebe keinerlei Anlass über die Goldreserven der Bundesrepublik Deutschland zu spekulieren, sagte Seibert dem ARD-Fernsehen am Sonntag.

„Die deutschen Goldreserven waren überhaupt kein Thema auf dem G-20 Gipfel in Cannes“. Es sei „allein die unabhängige Bundesbank, die über die Goldreserven verfügen kann“, sagte Seibert. Auch beim Eurogruppentreffen in Brüssel am Montag gehe es nicht um die deutschen Reserven, sondern darum, den Rettungsschirm möglichst wirkungsvoll zu nutzen.

Die „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ und „Welt am Sonntag“ hatten berichtet, dass es beim G-20-Gipfel in Cannes Versuche gegeben habe, den EFSF mit einem Teil der Währungsreserven der Euro-Notenbanken aufzufüllen. Dies wäre demnach nicht nur ein Angriff auf die Unabhängigkeit der Bundesbank, auch die deutsche Haftungssumme beim Rettungsschirm würde so durch die Hintertür erhöht, hieß es in den Berichten weiter.

Laut Zeitungsbericht planen die Regierungen Deutschlands und Frankreichs wegen der Schuldenkrise einen Angriff auf den Goldschatz der Bundesbank. Mittels der seit Jahrzehnten aufgebauten Gold- und Devisenreserven der Bundesbank solle die Haftung Deutschlands in der Krise um mehr als 15 Milliarden Euro erhöht werden. Dies hatte die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ unter Berufung auf Verhandlungskreise des G-20-Gipfels in Cannes berichtet. Auf diesem Wege solle der Bundestag umgangen werden. Hintergrund sei, dass die Feuerkraft des 440 Milliarden Euro schweren Euro-Rettungsfonds EFSF nicht ausreichen werde, sobald größere Staaten ins Wanken kämen.

Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann drängt auf eine rasche Aufstockung des Euro-Rettungsschirms, um die Staatsfinanzierung von Italien und Spanien in den nächsten drei Jahren sicherzustellen. Er sprach sich allerdings strikt gegen Pläne aus, die Währungsreserven einzelner Länder für die Euro-Rettung zu verpfänden. „Das ist verständlich, das würde ich aber verheerend finden.“

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Goldschatz der Bundesbank: Euro-Rettungsfonds soll ohne deutsches Gold auskommen"

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  • Kann nicht sein - so wie der geht.

  • aber das war doch 100% ne Bedingung der Chinesen! Die wollten nur EFSF Anteile kaufen, wenn man nachher günstig an die Goldreserven kommt.

  • Trotzdem ist wichtig was er sagt. Und manchmal auch wie. Nicht vergessen: Politiker sind ganz legal per Gesetz organisierte Trickbetrüger in Nadelstreifen.
    (siehe §129 Absatz 2 Satz 1 StGB)

    Deutschland WILL sich der Plünderung seiner Goldreserven zur Wehr setzen. Das ist eine völlig unverbindliche Absichtserklärung. Die kann man einhalten, muß es aber nicht. Also nicht wundern, wenn ab Montagabend deutsche Sparstrümpfe goldhaltiger sind als deutsche Währungsreserven. Die brauchen wir ja eh nicht mehr. Wir haben ja jetzt den Euro...

    Daß in Cannes der Artenschutz von rosa Elefanten "kein Thema" war, würde ich ihm abkaufen. Daß die deutschen Währungsreserven dort irgendwann auf dem Spieltisch lagen, hat Ackermann unfreiwillig bestätigt.

    Damit hat der feine Herr Regierungssprecher, mindestens dieses eine Mal, nachweislich die Öffentlichkeit belogen.

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