Golf von Aden
Bundeswehr wehrt Piratenangriff ab

Ein Kriegsschiff der Bundeswehr hat am ersten Weihnachtstag nach Angaben der Internationalen Schifffahrtsorganisation (IMB) einen Piratenangriff auf einen ägyptischen Frachter vor der Küste Somalias abgewehrt.

HB BERLIN/KUALA LUMPUR/KABUL. Im Rahmen der EU-Mission „Atalanta“ haben Bundeswehrsoldaten am ersten Weihnachtstag einen Piratenangriff auf einen ägyptischen Frachter vor der Küste des Jemens vereitelt. Die Fregatten „Karlsruhe“ und „Mecklenburg-Vorpommern“ hätten gegen 08.45 Uhr MEZ einen Notruf der „Wabi al Arab“ erhalten, berichtete das Einsatzführungskommando in Potsdam am Donnerstag. Bordhubschrauber der beiden deutschen Schiffe hätten die Piraten dann in die Flucht getrieben.

Allerdings habe es wohl eine Schießerei zwischen den Piraten und der ägyptischen Schiffsbesatzung gegeben, berichtete der Sprecher. Ein dabei verletzter Mann sei von einem zweiten Bordhubschrauber der „Karlsruhe“ aufgenommen und an Bord der deutschen Fregatte gebracht worden, wo er nun behandelt werde.

Die Internationale Schifffahrtsorganisation (IMB) hatte berichtet, das ägyptische Handelsschiff sei mit 31 Mann Besatzung im Golf von Aden auf der Fahrt vom ägyptischen Hafen Suez nach Asien gewesen, als die Seeräuber es unter Beschuss nahmen. „Die Piraten feuerten wahllos auf das Schiff. Dabei wurde ein Crewmitglied am Bein verletzt“, sagte Noel Choong, der Chef des IMB-Büros in Kuala Lumpur, das Notrufe von bedrängten Schiffen aufnimmt und weiterleitet. Bevor die Seeräuber das Schiff kapern konnten, sei die Bundeswehr zur Hilfe geeilt.

Nach IMB-Angaben hat es seit Beginn dieses Jahres vor der Küste Somalias rund 110 Piratenangriffe gegeben. Insgesamt 42 Schiffe seien gekapert worden, viele davon im Golf von Aden, der als eine der gefährlichsten Wasserstraßen der Welt gilt. 14 der gekaperten Schiffe mit mehr als 240 Mann Besatzung seien weiterhin in der Gewalt der Seeräuber. Üblicherweise verlangen die Piraten Lösegeld.

Auf die Bundeswehr im nordafghanischen Kundus sind an Heiligabend innerhalb weniger Minuten zwei Angriffe verübt worden. Ein Bundeswehr-Sprecher in Kundus sagte am Donnerstag, am Vorabend sei eine Patrouille in einem Panzerfahrzeug vom Typ Dingo mit Handfeuerwaffen und einer Panzerfaust beschossen worden. Fünf Soldaten seien leicht verletzt worden und hätten Atemprobleme gehabt, weil Gase ins Innere des getroffenen Fahrzeugs gedrungen seien. Nach kurzer Behandlung seien die Soldaten wieder in den Dienst zurückgekehrt. Zehn bis 15 Minuten zuvor seien vier Raketen auf das deutsche Feldlager abgeschossen worden, die ihr Ziel aber verfehlten.

„Wir hatten zweifaches Glück“, sagte der Sprecher. Der Dingo sei von der Panzerfaust zwar getroffen worden. Die Panzerung sei aber stark genug gewesen, um das Leben der Insassen zu schützen. Das Fahrzeug habe geborgen werden müssen. Zuletzt hatten am 7. Dezember drei Raketen das deutsche Camp getroffen. Niemand war verletzt worden. Am 20. Oktober waren bei einem Selbstmordanschlag in der Provinz Kundus zwei deutsche Soldaten und fünf afghanische Kinder getötet worden. Die Taliban hatten sich zu diesem Anschlag bekannt. Die Sicherheitslage in Kundus hat sich seit Beginn des deutschen Einsatzes dort vor fünf Jahren massiv verschlechtert.

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