Gordon Brown
Blairs Nachfolger bereitet angeblich Irak-Rückzug vor

Der designierte Premierminister Großbritanniens, Gordon Brown, will nach Zeitungsangaben eine Kehrtwende in der Irak-Politik vollziehen und die britischen Soldaten rasch abziehen.

dpa LONDON. US-Präsident George W. Bush sei von Beratern gewarnt worden, dass der Nachfolger von Tony Blair bereit sei, die traditionell besonders engen Beziehungen zwischen London und Washington durch einen baldigen Abzug der bislang noch 7 100 britischen Soldaten zu gefährden, berichtete die konservative Zeitung „The Sunday Telegraph“.

Brown hat den unbestätigten Zeitungsangaben zufolge vor, eine Erklärung zum Truppenrückzug innerhalb seiner ersten 100 Tage im Amt abzugeben. Der bisherige Finanzminister löst Bair am 27. Juni ab. Zu diesem Datum hatte Blair Anfang Mai nach zehn Jahren an der Macht seinen Rücktritt erklärt. Blair hatte Bush im Irak-Krieg so rückhaltlos wie kein anderer Verbündeter der USA unterstützt.

Der Zeitung zufolge will Brown mit dem Truppenrückzug auch seine eigene Popularität bei der Bevölkerung stärken. Blair hatte sich mit der Unterstützung des Krieges an der Seite der USA bei den Briten unbeliebt gemacht. Brown hat in der vergangenen Woche erklärt, im Irak seien Fehler gemacht worden. Er kündigte eine Überprüfung der bisherigen Politik an. Jedoch betonte er dabei, dass London zu den gegenüber der Regierung des Iraks übernommenen Verpflichtungen stehen werde.

Nach Angaben des „Sunday Telegraph“ haben „hochrangige“ Persönlichkeiten im Pentagon sowie im Nationalen Sicherheitsrat der USA „Befürchtungen über Brown“ geäußert. Ein hochrangiger Regierungsbeamter habe gesagt: „Wir befürchten eine Geste von ihm, die die Position der Regierung der Vereinigten Staaten erheblich schwächen wird.“

Demgegenüber sagte ein Vertrauter Browns der Zeitung: „Diese Befürchtungen sind unbegründet. Gordon ist ein entschlossener Unterstützer des atlantischen Bündnisses, der unsere Beziehungen mit Amerika stärken und vertiefen will und der den Rest Europas dazu bringen will, enger mit Amerika zu kooperieren.“

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