Gordon Brown in Bagdad
Irakischer Parlamentspräsident abgesetzt

Das irakische Parlament hat seinen sunnitischen Präsidenten Mahmud Maschhadani nach einer Serie von Skandalen abgesetzt. Zwei Wochen vor seinem Amtsantritt ist zudem der künftige britische Premierminister Gordon Brown am Montag in den Irak gereist.

HB BAGDAD. Mehrere Abgeordnete erklärten, auf einer Sitzung hinter verschlossenen Türen hätten sich die Parlamentarier für eine Ablösung des umstrittenen sunnitischen Arabers ausgesprochen. Al Maschhadani werde seinen Sitz im Parlament behalten. Ein Nachfolger solle innerhalb einer Woche benannt werden.

„Er hat seine Macht missbraucht und jetzt hat er den Preis bezahlt“, sagte der schiitische Abgeordnete Karim al Jakubi. „Die Entscheidung des Parlaments ist nicht politisch.“ Von den 168 anwesenden Parlamentsmitgliedern stimmten 113 für die Absetzung des Präsidenten. Der Islamist und frühere Arzt Al Maschhadani hat die sunnitischen Partner von Ministerpräsident Nuri al-Maliki in der Vergangenheit wiederholt in peinliche Lagen gebracht. So erklärte er im vergangenen Jahr, Iraker, die amerikanische Soldaten töteten, sollten als Helden gefeiert werden.

Im vergangenen Monat schlug er einem sunnitischen Abgeordneten ins Gesicht und bezeichnete ihn nach einer hitzigen Debatte im Parlament als Abschaum. Am Sonntag kam es dann zu einem Streit mit einem schiitischen Abgeordneten, der sich über die Grobheit der Leibwächter des Parlamentspräsidenten beklagte. Al Maschhadani beschimpfte den Abgeordneten daraufhin lautstark.

Designierter Blair-Nachfolger besucht Irak

Der künftige britische Premierminister Gordon Brown reiste am Montag überraschend in den Irak. Der Schatzkanzler traf in Bagdad mit Ministerpräsident Al-Maliki zusammen. Die britische Opposition forderte unterdessen eine parlamentarische Untersuchung zum Irak-Krieg. „Wir wollen sicherstellen, dass dieselben Fehler nicht noch einmal gemacht werden“, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der Konservativen im Bezug auf die Entscheidung für den Militäreinsatz. Die Tories hatten den Einmarsch im Irak im März 2003 noch mit überwältigender Mehrheit unterstützt. Ihr außenpolitischer Sprecher William Hague sagte, die damalige Haltung seiner Partei spiele keine Rolle - auch er habe die Offensive befürwortet. Nun gehe es vielmehr darum, aus Erfolgen oder Misserfolgen zu lernen.

Südlich von Bagdad brachte ein Selbstmordattentäter eine Brücke über der Autobahn zum Einsturz und riss drei US-Soldaten mit in den Tod. Der Angreifer sprengte sich nach Militärangaben am Sonntagabend bei Mahmudija in seinem Auto in die Luft. Die gewaltige Detonation riss einen Teil der Brücke ein und zerschnitt damit eine wichtige Nord-Süd-Verbindung. Die Todesopfer gehörten zu einer Gruppe von Soldaten, die einen Kontrollposten an der Brücke besetzten. Sechs weitere Amerikaner sowie ein irakischer Dolmetscher wurden den Angaben zufolge verletzt.

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