Gotteslästerung im Westen: Bei Jesus hört der Spaß auf

Gotteslästerung im Westen
Bei Jesus hört der Spaß auf

Jesus-Karikaturen und -Witze gibt es zuhauf. Doch die Toleranz und Freiheit zur Meinungsäußerung ist auch in den westlichen Staaten unterschiedlich ausgeprägt. Ein Beispiel dafür ist gar die Wiege der Demokratie und der Fall des Zeichners Gerhard Haderer.

BERLIN. Der österreichische Karikaturist Gerhard Haderer war im Januar 2005 von einem Athener Gericht wegen der Verletzung des öffentlichen Anstandes und religiöser Gefühle in Abwesenheit zu sechs Monaten Haft verurteilt worden. Auslöser der Empörung in Griechenland war ein Band des Karikaturisten, der Jesus als leicht entrückten Weihrauchkiffer zeigt und den Gang über den See Genezareth als Surf-Trip darstellt. Auch in Haderes Heimat Österreich sorgten die Zeichnungen für Entrüstung. Die österreichische Bischofskonferenz sah die "Fundamente der Demokratie in Gefahr".

Auch Deutschland hat einen berühmten "Gotteslästerungs-Fall": Es ist gerade 75 Jahre her, da musste sich der Maler George Grosz durch alle Instanzen der deutschen Gerichtsbarkeit wegen des Vorwurfs der Blasphemie verantworten. Eines seiner Bilder zeigte den sterbenden Jesus mit einer Gasmaske. Alle Gerichte befanden ihn für schuldig, erst das in der Weimarer Republik ranghöchste Reichsgericht sprach ihn schließlich doch noch frei, wenngleich es den Tatbestand der Gotteslästerung aufrecht erhielt und die Vernichtung der Bilder anordnete.

Doch nicht nur Bilder über Jesus haben in den westlichen Staaten in der Vergangenheit für Aufregung gesorgt. Mit einem ketzerischen Krimi verärgerte Bestseller-Autor Dan Brown die Kirche. Der heilige Gral wird von Brown in seinem Buch "Der Da Vinci Code" als Mutterschoß von Maria Magdalena interpretiert, die als Lebensgefährtin von Jesus Christus geschildert wird. In dem Werk „Das Abendmahl“ von Leonardo da Vinci, der das Geheimnis um den heiligen Gral gekannt habe, zeige er angeblich die Wahrheit: Jesus habe Maria Magdalena als seine Ehefrau an seiner Seite gehabt. Angeblich verschweige der Vatikan bis heute Tatsachen, die das allgemein bekannte Jesus-Bild auf den Kopf stellten. Jesus Menschenvater, nicht Christus Gottessohn? Das war zuviel für zahlreiche Gläubige und Kirchenverterter.

Aufsehen erregte auch der Film "Das Leben des Brian" von Monty Python, in dem Jesus kräftig verulkt wird. Die Satire über religiösen Fanatismus war noch vor ihrem Kinostart 1979 heftig kritisiert worden. Der Film sei blasphemisch, hieß es damals. Die britische Komiker-Truppe Monty Python verteidigte sich damit, dass "Das Leben des Brian" eine Parodie auf Bibelfilme sei und sich gegen Intoleranz richte, nicht gegen das Christentum.

Ein jüngeres Beispiel: In einer gemeinsamen Erklärung hatten die katholische und die evangelische Kirche sowie der Zentralrat der Juden vor Mel Gibsons umstrittenem Film "Die Passion Christi" gewarnt. Er leiste antisemitischer Propaganda Vorschub, hieß es.

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