Gratulation aus aller Welt zum Nobelpreis
Schröder: Wangari Maathai gibt Menschen Hoffnung

Zur Verleihung des Friedensnobelpreises haben Politiker und Umweltschützer in Deutschland der Kenianerin Wangari Maathai am Freitag gratuliert und zugleich die Bedeutung des Umweltschutzes für die Sicherung des Weltfriedens gewürdigt. Bundeskanzler Gerhard Schröder meinte, für ihren Einsatz für Demokratie, Menschen- und Frauenrechte in Afrika habe Maathai den Menschen weltweit Hoffnung gegeben.

HB BERLIN. „Durch Ihren Einsatz für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, für Demokratie, Menschen- und Frauenrechte in Afrika haben Sie über die Grenzen Ihres Landes und des afrikanischen Kontinents hinaus Zeichen gesetzt“, schrieb Bundeskanzler Gerhard Schröder an die 63-Jährige. Damit habe sie den Menschen weltweit Hoffnung gegeben. Bundespräsident Horst Köhler sprach Maathai seinen Respekt aus, weil sie für eines der grundlegendsten Menschenrechte überhaupt eintrete - das Recht auf ein Leben in einer gesunden Umwelt. Der Frieden werde in diesem Jahrhundert wesentlich von Erfolgen im globalen Umweltschutz abhängen, betonte Bundesumweltminister Jürgen Trittin. Deutschlands größter Umweltverband BUND sprach von einer „wunderbaren Auszeichnung für eine wunderbare Frau“.

Maathai erhält als erste Afrikanerin den Friedensnobelpreis. Sie hatte in den 70-er Jahren die Umweltbewegung Green Belt Movement gegründet, die seither rund 30 Millionen Bäume gepflanzt hat. Das norwegische Nobelpreiskomitee begründete seine Entscheidung damit, dass Maathai einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung, zu Demokratie und Frieden geleistet habe. Im April hatte Maathai den Petra-Kelly-Preis der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung erhalten.

„Sie ist einfach eine grandiose Persönlichkeit, unglaublich warmherzig. In Afrika ist sie so bekannt wie Nelson Mandela und Bischof Desmond Tutu - und sie wird genauso bewundert von der Bevölkerung“, sagte BUND-Naturschutzkoordinator Cornelis Hemmer. Auch Ralf Fücks, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, begrüßte die Entscheidung, die zugleich ein Signal an den afrikanischen Kontinent sei. „Es geht um die Sicherheit im Alltag der Bevölkerung. Für große Teile der Bevölkerung der Dritten Welt ist die Zerstörung der Umwelt eine ganz große alltägliche Bedrohung.“ Er beschrieb Maathai als charismatische und kraftvolle Frau, die die Menschen mitreißen könne. „Sie strahlt eine große Freundlichkeit aus, ist sehr herzlich, kommunikativ und lacht viel“.

Die Grünen-Vorsitzenden Claudia Roth und Reinhard Bütikofer würdigten Maathai als erste grüne Politikerin Afrikas, die den Sprung in eine Regierung geschafft habe. Weder Misshandlungen noch Haft hätten die 63-Jährige von ihrem Weg und ihren Idealen abbringen können. Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen sei keine Luxuspolitik für reiche Länder, sondern für die ganze Welt existenziell - die zeige die Auswahl der Preisträgerin, erklärten die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Krista Sager. Maathai habe schon früh erkannt, dass der Erhalt der Umwelt Voraussetzung auch für die Armutsbekämpfung sei.

Mit der Auszeichnung werde der Beitrag afrikanischer Frauen bei der Bekämpfung der Wurzeln von Elend und Krieg gewürdigt, erklärte die Gesellschaft für bedrohte Völker. Die unerschrockene Umweltschützerin stehe für das demokratische Afrika, das sich in seinem Einsatz für den Erhalt der Umwelt nicht von korrupten und diktatorischen Regimen einschüchtern lasse.

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