Greenpeace-Aktion
Russland klagt alle 30 Aktivisten wegen Piraterie an

Russland geht massiv gegen Greenpeace vor: Alle festgenommenen Aktivisten sind wegen Piraterie angeklagt worden. Dabei hatte Kremlchef Putin davor gewarnt, die Aktivisten als Piraten abzustempeln.
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Moskau/BerlinZwei Wochen nach dem spektakulären Greenpeace-Protest in der Arktis hat die russische Justiz alle 30 inhaftierten Umweltschützer als Piraten angeklagt. Ermittler in der Stadt Murmansk leiteten gegen die Besatzungsmitglieder des Aktionsschiffs „Arctic Sunrise“ offiziell Verfahren wegen bandenmäßiger Piraterie ein. Das teilte das nationale Ermittlungskomitee am Donnerstag in Moskau mit.

Den Männern und Frauen aus rund 20 Ländern drohen jeweils bis zu 15 Jahre Haft. Alle Beteiligten hätten in den Verfahren ihre Unschuld beteuert und sonst keine Aussagen gemacht.

Die Bundesregierung hatte sich besorgt über das Vorgehen der Justiz gezeigt. In Deutschland gab es am Mittwoch Demonstrationen gegen das Vorgehen der russischen Behörden. Deutsche sind nicht unter den Inhaftierten.

Angeklagt sind auch der bekannte russische Fotograf Denis Sinjakow, der von Greenpeace engagiert worden war, um über die Aktion zu berichten, sowie der britische Videoreporter Kieron Bryan. Greenpeace wies die Vorwürfe der Piraterie als „unzutreffend, unbegründet und illegal“ zurück und kündigte an, bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg zu ziehen.

Greenpeace-Direktor Kumi Naidoo kritisierte das Vorgehen als „schwerste Bedrohung des friedlichen Umweltprotests“ seit der Versenkung des Aktionsschiffs „Rainbow Warrior“ in Auckland 1985 durch französische Geheimagenten. Damals kam ein Aktivist ums Leben.

Die Anwälte der Umweltschützer legten am Donnerstag, dem zweiten Tag der Anklageverlesung in Murmansk, auch Einspruch gegen die Haftbefehle ein. Eine erste Gerichtsverhandlung dazu erwartet Greenpeace nach eigener Darstellung an diesem Freitag.

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Kommentare zu " Greenpeace-Aktion: Russland klagt alle 30 Aktivisten wegen Piraterie an"

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  • Greenpeace stört sich natürlich nicht daran wenn Menschen wegen der religiös korrekten Verbrennung von Lebensmitteln für Strom, oder Biosprit sterben.

    Allerdings meine ich, dass die Manager die Aktionen sehr sorgfältig planen und kaum den Tod ihrer Angestellten, oder Aktivisten in Kauf nehmen würden. Ob das der Marke Greenpeace einen Vorteil bringen würde ist zu bezweifeln.

    Vandale

  • @ klaus ermecke

    Ich lese gerne Zeitung. Fast jeden Tag.

    Meine Gesinnung ist damit die Folgende: Das Medien-Bashing gegen Russland nervt nur noch. Nichts wird über Guantanamo berichtet, nichts über die Wirtschaftsspionage der NSA - die Deutschland übrigens am meisten schadet, denn Deutschland wird von der NSA am meisten ausspioniert! Nichts über Deepwater Horizon...

    Nur noch krepierte Gehirnfurze. Also genau das Richtige für Intellektuelle wie Sie.


    Chevron in Rio, BP in Mexiko, Exxon Valdez in Alaska - alles schon dagewesen. Alles was jeden Tag wieder passieren kann und irgendwann auch wird. Nur bei Greenpeace spielt das alle keine Rolle - denn dort läuft inzwischen alles nach dem selben politischen Muster ab. Und das nervt!

    Doppelmoral - das müssten Sie eigentlich sehr gut als Deutscher kennen. Oder hat Ihr Opa in 1938-1945 auch nichts mitbekommen, so wie alle anderen Deutschen. Ja, ja! Es sind immer die anderen schuld! Alles wie aus heiterem Himmel...

  • Völlig richtig.

    Wer sich näher für die Machenschaften und den wahren Charakter von Greenpeace interessiert, sollte unbedingt das Buch "Confessions of a Greenpeace Dropout" von Greenpeace-Mitgründer Dr. Patrick Moore lesen.

    Greenpeace ist nach unserer Bewertung ein internationale operierender Psycho-Konzern, dessen Geschäftsmodell auf dem Erzeugen von Ängsten und Mitgefühl beruht. Bezeichnenderweise ist der Deutsche Michel derjenige, der diesen Leuten das meiste Geld zukommen läßt.

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