Greenspan-Nachfolge
Bush sucht den perfekten Notenbankchef

Gut drei Monate vor dem Wechsel an der Spitze der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) geht die Suche nach einem Nachfolger für Alan Greenspan in die heiße Phase. Beobachter erwarten, dass US-Präsident George W. Bush bis Mitte Dezember seinen Kandidaten präsentieren wird.

NEW YORK. Der 79-jährige Greenspan geht Ende Januar nach 18 Jahren an der Fed-Spitze in den Ruhestand. Noch gibt es jedoch keinen klaren Favoriten auf die Nachfolge. Im Gegenteil: Die Liste der gehandelten Namen ist zuletzt länger geworden. Und Bush hat nach eigener Aussage noch gar keine Liste gesehen.

"Wir rechnen mit einer Wahrscheinlichkeit von 35 Prozent damit, dass Bush einen Überraschungskandidaten benennt", sagt Ethan Harris, Chefökonom der Investmentbank Lehman Brothers. Er begründet diese Einschätzung mit der Auswahl der obersten Richter am Supreme Court, die ebenfalls unerwartet kam. Außerdem erfülle keiner der gehandelten Kandidaten die Idealvorstellungen des Präsidenten.

Bush hatte kürzlich gesagt, dass der nächste Fed-Chef "politisch unabhängig" sein solle. Außerdem hat das Weiße Haus durchblicken lassen, dass man nach einem Finanzexperten sucht, der sich auch an der Wall Street zu Hause fühlt. Und nicht zuletzt soll der Greenspan-Nachfolger ein exzellenter Ökonom und Geldpolitiker sein. Dass Bush sich zudem wünscht, dass er auch persönlich mit dem neuen Fed-Chef gut zurechtkommt, versteht sich fast von selbst.

"Ben Bernanke erfüllt diese Kriterien noch am ehesten und ist deshalb am wenigsten umstritten", sagt David Wyss, Chefökonom der Ratingagentur Standard & Poor?s. Der frühere Princeton-Professor und heutige Wirtschaftsberater von Bush hat zwar keine praktische Erfahrung an der Wall Street. Er war jedoch drei Jahre lang Fed-Gouverneur. Daher gilt Bernanke unter Ökonomen als der Top-Kandidat. Bei einer Umfrage des "Wall Street Journals" landete er zusammen mit dem Fed-Gouverneur und langjährigen Greenspan-Vertrauten Don Kohn auf Platz eins. Lehman-Ökonom Harris gibt ihm mit 30 Prozent die besten Chancen aller Kandidaten.

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