Gregor Gysi
Tsipras ist ein „Glücksfall“ für Europa

Die Linke sieht in Deutschland nach dem Treffen von Merkel und Tsipras „etwas mehr Verständnis“ für die Situation in Griechenland. Fraktionschef Gregor Gysi nennt den Ministerpräsidenten einen „Glücksfall“ für Europa.
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BerlinDas Treffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras hat nach Einschätzung der deutschen Linken das angespannte Verhältnis beider Seiten verbessert. Das Treffen am Montagabend „scheint geholfen zu haben, etwas mehr Verständnis für die Situation in Griechenland zu schaffen“, sagte Linken-Chefin Katja Kipping am Dienstag nach einem gut einstündigen Gespräch mit Tsipras in Berlin.

Angesichts des Vorgehens der sogenannten Troika, das Kipping als „kaltherzig“ bezeichnete, sei es „umso wichtiger, dass die Regierungschefinnen und -chefs um die soziale Notlage in Griechenland wissen“. Athen habe sehr wohl konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Einnahmesituation unterbreitet, sagte Kipping weiter.

Dabei gehe es aber um mehr Steuergerechtigkeit und Reichtumsbesteuerung. Diese Maßnahmen seien offenbar nicht im Interesse der Vertreter von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF).

Linken-Fraktionschef Gregor Gysi sagte, es gehe beim Thema Griechenland nicht vorrangig um ein finanzielles Problem, sondern um politische Richtungsfragen. 18 Regierungen der Eurozone wollten einen neoliberalen Kurs, die griechische Regierung wolle als einzige einen anderen Weg gehen.

Gysi nannte es einen „schweren Fehler“, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) von der Möglichkeit eines ungeplanten Austritts Griechenlands aus der Eurozone gesprochen habe. Damit fordere er die Griechen auf, ihre Sparguthaben aufzulösen. Tsipras sei ein „Glücksfall“ für Europa, weil erstmals über eine Wende in der europäischen Politik nachgedacht werde.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Gregor Gysi: Tsipras ist ein „Glücksfall“ für Europa"

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  • Ja, wirklich...Was für ein "Glücksfall" ist doch Tsipras. Für uns jedenfalls nicht.
    Er will auch, wie die Vorgängerregierung, die Steuerlisten in der Schublade lassen und die Reeder in Frieden lassen.
    Dafür ist der deutsche Steuerzahler dran! Die Linke läßt nun endlich offiziell ihre Maske fallen.
    Liebes HB, vielleicht spielt ihr mal einen Grexit durch, um mal aufzuzeigen, was wirklich passieren könnte. Von Oppermann und Co. hört man ja nur, wie "katastrophal" ein Ausscheiden GR wäre.

  • Gysi und sein rotes Gesockse sind Tagträumer, wirtschaftspolitisch so viel drauf wie G. Mittag und
    E. Honecker usw.
    Diese Typen müssen dankbar sein dass Sie im Bundestag sitzen und Diäten und Aufwands-
    entschädigungen erhalten die ihr Überleben sichern. Ansonsten wären diesen Individuen
    HIV-Empfänger. Nicht zu vergessen, die haben auch noch völlig unverdiente Pensionsansprüche;
    für was?

  • Was heißt immer "das angespannte Verhältnis beider Seiten"?

    Die Griechen sind nicht zuletzt auf Grund der Euro-Währung mit Bomben und Granaten pleite gegangen.

    Das Währungsexperiment war ein grandioser Fehlschlag.

    So, und jetzt müssen sie diese idiotische Eurozone verlassen, um wieder etwas Schwung in ihren Laden zu bringen.

    So einfach ist das.

    Und das Geld, das bisher einmal nach Griechenland und wieder zurück gepumpt wurde ist futsch.

    (...)
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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