Grenzkonflikt

Türkei zwingt syrisches Flugzeug zur Landung

Ein Passagierflugzeug ist von der Türkei zur Landung gezwungen worden. An Bord könnten Waffen sein, so der Verdacht. Der Konflikt zwischen Syrien und der Türkei verschärft sich, die USA verlegen Truppen in die Region.
Update: 10.10.2012 - 20:31 Uhr 13 Kommentare
Der türkische Generalstabschef Necdet Özel (hinten, Mitte) kündigte am Mittwoch an, sein Land werde auf weiteren Beschuss aus Syrien mit einem verschärften Militäreinsatz reagieren. Quelle: dpa

Der türkische Generalstabschef Necdet Özel (hinten, Mitte) kündigte am Mittwoch an, sein Land werde auf weiteren Beschuss aus Syrien mit einem verschärften Militäreinsatz reagieren.

(Foto: dpa)

AnkaraDie Türkei und die USA verstärken den Druck auf das syrische Regime von Präsident Baschar Assad: Der türkische Generalstabschef Necdet Özel kündigte am Mittwoch an, sein Land werde auf weiteren Beschuss aus Syrien mit einem verschärften Militäreinsatz reagieren. „Wir haben reagiert und wenn (der Beschuss) weitergeht, werden wir mit mehr Gewalt reagieren“, sagte Özel laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Dogan mit Blick auf den Zwischenfall im türkischen Grenzdorf Akcakale.

Flugzeuge der türkischen Luftwaffe haben am Mittwoch ein syrisches Passagierflugzeug zur Landung in Ankara gezwungen. Das berichtete der türkische Fernsehsender NTV am Abend. Nach Angaben türkischer Medien war die Maschine mit 35 Passagieren an Bord auf dem Weg von Moskau nach Damaskus.

Die türkische Luftwaffe habe mehrere Kampfflugzeuge vom Typ F-16 losgeschickt, um die Landung des Airbus zu erzwingen. Zur Begründung hieß es, es habe der Verdacht bestanden, dass Waffen an Bord waren. Russland ist der wichtigste Waffenlieferant des Regimes von Präsident Baschar al-Assad. Die Türkei beherbergt aktuell einen großen Teil der syrischen Opposition.

Die USA entsandten laut Verteidigungsminister Leon Panetta Soldaten an die jordanisch-syrische Grenze, um die militärischen Möglichkeiten des Landes zu stärken, sollte der Konflikt von Syrien auf Jordanien übergreifen.

In der Türkei kostete ein Granateneinschlag aus Syrien in der vergangenen Woche fünf Menschen das Leben. Seitdem kam es wiederholt zu Artillerieeinsätzen und Granatenbeschuss über die Grenze hinweg. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, einer der schärfsten Kritiker des Regimes in Damaskus, bezeichnete Syrien unterdessen als „blutendes Herz der Menschheit und der gesamten islamischen Welt“.

Die amerikanische Regierung habe Soldaten an die jordanisch-syrische Grenze geschickt, die den Bau eines Hauptquartiers in Jordanien unterstützten, sagte Panetta auf einer Konferenz der NATO-Verteidigungsminister in Brüssel.

Die USA kooperierten außerdem mit Jordanien, um Arsenale chemischer und biologischer Waffen in Syrien zu überwachen und Flüchtlinge aus Syrien zu unterstützen. Pentagon-Sprecher George Little erklärte ebenfalls in Brüssel, die USA und Jordanien hätten sich darauf verständigt, dass eine verstärkte Kooperation notwendig sei, um auf die Konsequenzen der Brutalität des syrischen Regimes zu reagieren.

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13 Kommentare zu "Grenzkonflikt: Türkei zwingt syrisches Flugzeug zur Landung"

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  • Die Türkei unterstützt das "Islamische erwachen" in Syrien und versucht über einen von ihnen provozierten Bündnisfall Assad zu stürzen .
    Russland und Iran werden das nicht dulden , auch dann nicht wenn der Bündnisfall eintritt !!!
    Iran und Russland haben das Unmissverständlich klar gemacht ,wer die Lage weiter anheizen will , reagiert nicht auf die Provokationen der Türken !

  • ich frage mich immer oefter warum unsere ach so freie presse dieses infame spiel bis zum erbrechen mit spielt.hinterher will es wieder keiner gewesen sein , oder wie wir aus der vergangenheit so schoen kennen davon gewusst haben.verantwortung was ist das? anscheinend ein fremdwort!!habe mittlerweile den glauben an presse freiheit komplett verloren.

  • Erdogan ist im Begriff seine minderwertigkeitskomplexbeladene Weltsicht feuerwertig umzusetzen.
    Und da will Romney weitere Waffenlieferungen befürworten.

    Alle vom wilden Affen jebissen.

    Alle wie sie da sind.

  • Was früher die Westerplatte war dürfte heute getrost als Westerschwelle durchgehen:
    "Ihr nehmt mir meinen Schneid nicht ab".
    Kein Wunder, daß so ein Selbstkastrierter auch noch Bundesaußenminister wurde: weder politisches Format, noch diplomatisches Format.
    Westerwelle wird als ein SuperGaU in die Annalen des Bundesaußenministeriums eingehen.
    "Ihr nehmt mir meinen Schneid nicht ab"
    wie auch.

  • Erdogan, ein wahrer Friedensengel. Sein Land wolle keinen Krieg, hat er kürzlich gesagt.Das erinnert sehr stark an die Rhetorik Adolf Hiltlers, der vor dem Überfall auf Polen ja auch nur den Frieden wollte, aber dann wurde ihm der Krieg "aufgezwungen" Das hat er zumindest gesagt. Ja, die Türkei will sich hier offenbar Sporen verdienen.
    Ein geopolitisches Pulverfass und die größenwahnsinnigen Türken spielen mit dem Feuer. Russland wird seinen einzigen Hafen im Mittelmeer nie aufgeben, der Iran, frei nach "Der Feind meines Feindes ist mein Freund", wird Syrien uterstützen. Und dass sich dann ggf. iranischer Einflussbereich im Norden Israels gründet, wird Israel niemals dulden. Weiter so? Nein, die Verlierer sind die
    vielen einfachen und unschuldigen Menschen in Nahost.
    Aber auch die sich auf rein Pflichtmitteilungen begrenzende deutsche Außenpolitik macht sich schuldig.
    Schuldig, zu wissen, welches Spiel gespielt wird, und nicht zu handeln!

  • Kurden ? Syrien ? Hier weitet es sich gerade auf Russland und Iran aus ! Diese beiden Länder werden es nie dulden das NATO-Soldaten einen Fußbreit auf Syrisches Staatsgebiet setzten .
    Nun werden sicher die "Schlösser" von den Bunkern der Nicht konventionellen Waffen geöffnet !

  • Für sie geht es scheinbar nur um die USA ! Dabei sind sie näher dran als sie denken , es geht um die NATO und deren mitglieder !!! Deutsche und Türken stehen Möglicherweise in erster reihe wenn Chemische oder Biologische Kampfstoffe freigesetzt werden !!!
    Das scheint ihnen noch gar nicht klar zu sein .

  • Im Rücken?
    Was schrieb ich nur so dahin mittwegs ...

    Natürlich im Nacken.
    Wo sie ja auch sein wollen die PKK und die Kurden - abgesehen von den anderen Demokraten, die als "Rebellen" Syrien befreien wollen.

  • Erdogan will die Politik der Nadelstiche fortsetzen.
    Mit den Kurden im Rücken und der PKK wird ihm das noch gleich viel besser gelingen.
    Man kann die Türken nicht grad um ihren Präsidenten beneiden.

  • Noch die US Wahl inszinieren. Danach bläst Obama zum Angriff. Zumindest wenn die Russen nicht ernsthaft etwas sagen oder tun.

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