Grenzmauer „nützt USA und Mexiko“
Die wundersame Welt des Donald Trump

Die Mauer wird kommen – und vor allem für Mexiko gut sein. Das jedenfalls ist die Weltsicht von Donald Trump. Mexikanische Politiker sind fassungslos und fordern Konsequenzen. Verlierer könnten die Trump-Wähler sein.
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San FranciscoMit unverändertem Tempo arbeitet US-Präsident Donald Trump die Liste seiner Wahlversprechen ab. Am Mittwoch leitete er mit Präsidentenanordnungen den Bau einer Mauer an der 3.200 Kilometer langen Grenze zu Mexiko ein.

Zu Beginn seines Wahlkampfs hatte Trump den Bau noch damit begründet, Mexiko sende „nicht seine besten“ Menschen, sondern eher „Drogenhändler und Vergewaltiger“. Jetzt, vor einem handverlesenen Publikum von rund 70 Personen im Hauptsitz der Homeland Security Behörde (DHS) hörte sich das ganz anders an.

„Wir haben eine Krise an unserer südlichen Grenze. Die beispiellose illegale Einwanderung aus Mittelamerika schadet Mexiko und den USA. Die Schritte, die wir jetzt unternehmen, werden die Sicherheit in beiden Ländern verbessern. Das wird sehr, sehr gut für Mexiko sein“, sagte Trump. „Wir werden in Partnerschaft mit unseren Freunden in Mexiko handeln“, fügte er hinzu. Zudem sei er sicher, die Beziehungen zwischen den Staaten werden „so gut sein wie nie zuvor“.

Zuvor hatte der US-Präsident in einem Interview mit dem Sender ABC noch einmal klargestellt, die auf einmal so partnerschaftlich gewünschte Mauer werde von Mexiko alleine bezahlt. Und zwar „zu 100 Prozent“. Im Gegenzug werde die Mauer verhindern, dass „Geld und Waffen“ unkontrolliert aus den USA nach Mexiko gelangten.

Die Finanzierung von Drogenhandel und Mord in Mexiko durch Waffen aus US-Quellen ist zwar ein Problem. Aber inwiefern eine Mauer diesen Missstand beseitigen kann, ist ebenso unklar, wie der Grund dafür, dass Mexiko allein für deren Errichtung bezahlen soll. Das Ganze klingt eher wie ein Erklärungsversuch dafür, dass man nicht gemeinsam eine Mauer an der südlichen Grenze von Mexiko baut, um die angeblichen „zentralamerikanischen“ Einwanderer abzuhalten.

Behandelt man so Freunde? Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Trumps „Freunde“ in Mexiko sind wütend. Laut der Nachrichtenagentur AP überlegt der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto, seinen Besuch in Washington kommende Woche kurzfristig abzusagen. Mexikanische Politiker und Menschenrechtler in den USA bestärken ihn in diesem Vorhaben, sie bezeichneten die Ankündigungen als Affront und Demütigung.

Zwar attackiert Trump auch andere Staaten wie China und denkt über verschärfte Einwanderungsbeschränkungen für Länder nach, die er als Heimat für die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) ausgemacht hat. Mexiko jedoch leidet bislang wie kein anderes Land unter dem 45. Präsidenten der USA. Die Kontroverse um die Mauer, die angedrohten Strafzöllen auf Produkte, die in die USA exportiert werden, und die Aufkündigung des 23 Jahre alten Freihandelsvertrags Nafta bedrohen die Stabilität der mexikanischen Wirtschaftsordnung.

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  • .......sorry......hier gehts weiter.......

    ......über die er sich nicht.......in der Wirkung..... im Klaren ist.....für sein Land......und anderer Staaten......
    ......aber er öffnet den Mantel des Unpopulismus......läst Licht und frische Luft .....an den Gesamtkörper USA.....und dem Rest der Welt.......der sich neu finden muß......und er wird es tun müssen.....weil es garnicht anders geht......in zu verdammen ist Dummheit......weil alle Beteiligten dazu lernen können und müssen.....und vielleicht wird er.....wie Bill Gates sagt.......ein großer Präsident......
    ......ist die Entwicklung jetzt hoch interessant......und wir sollten alles schlechte Denken......zur Seite legen......und ein Gespräch mit ihm beginnen......und laufend mit ihm führen......er hat das verdient.....wie jeder andere Vorsitzende und Sprecher seines Landes......also auch bei uns machen (die Hinwendung zu ihm).......wie wir das Gleiche von ihm fordern.......

  • ............wird es ein Amtsenthebungsverfahren für Trump geben?.......nein......und warum nicht?........weil hier ein Mann am Werk ist.......der Themen aus dem Volk auf den Tisch bringt......die kein Politiker bisher interessiert hat......ist er Unternehmer.....denkt und handelt völlig anders......das politische Denken mit geschliffenen ausballancierten Formulierungen......nur nicht weh tun.....kann er nicht....will er nicht......und ist ihm ein Graus.......ist er also eher etwas ungewollt ein Elefant im Porzellanladen?.........ja, so ist es.......aber dann auch ein Verkünder von Wahrheiten.......und somit mit einigen Funken ehrlicher Haut umgeben?......ja, so ist es....natürlich macht er auch Dummheiten

  • ... zumindest würden damit, bzw. mittels dessen Funktion, nicht mehr die mit der heutigen Realität und insbesondere mit unseren heutigen Werten NICHT MEHR konformen ...

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