Grenzübergänge werden geöffnet
Waffenruhe zwischen Kambodscha und Thailand

Die Kommandeure der Streitkräfte von Thailand und Kambodscha haben sich auf eine Waffenruhe verständigt. Zuvor hatten sich die Streitkräfte der Staaten sieben Tagen in Folge Gefechte an der gemeinsamen Grenze geliefert.
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Phnom PenhThailand und Kambodscha haben sich am Donnerstag auf eine Waffenruhe verständigt. Zuvor hatten sich die Streitkräfte der südostasiatischen Staaten sieben Tagen in Folge Gefechte an der gemeinsamen Grenze geliefert. Die Zahl der Todesopfer stieg auf 15.    

Der kambodschanische Regierungssprecher Phay Siphan sagte am Donnerstag, Kommandeure der Streitkräfte beider Länder hätten der Waffenruhe nach einem etwa 40-minütigen Treffen an der Grenze zugestimmt. Zudem sollten alle Grenzübergänge der betroffenen Region wieder geöffnet werden.   

Experten vermuten hinter den Gefechten auch innenpolitisches Kalkül. In Thailand wird im Sommer gewählt, die Streitkräfte spielen nach einem Coup 2006 innenpolitisch eine prominente Rolle. Der thailändische Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva hatte angekündigt, bevor die Verteidigungsminister der Länder Gespräche führen könnten, müsste eine Waffenruhe vereinbart werden.

Zuvor hatten sich die Kämpfe ausgeweitet. Nach Angaben der kambodschanischen Regierung kamen seit Mittwochabend der Grenzort O'Smach sowie ein Dorf unter Beschuss, das zwischen zwei seit fast einer Woche umkämpften Tempelanlagen liegt. Dabei sei schwere Artillerie eingesetzt worden, sagte der kambodschanische Regierungssprecher Phay Siphan. Zehntausende Zivilpersonen sind inzwischen geflüchtet. Die Zahl der Todesopfer stieg auf 15.

Die fast 800 Kilometer lange Grenze zwischen den beiden Ländern ist in weiten Teilen umstritten. Vielerorts fehlen die Grenzmarkierungssteine. Brennpunkt war bislang die Tempelanlage Preah Vihear, die als Touristenattraktion viel Geld einbringen könnte. Sie wurde 1962 Kambodscha zugesprochen. Die Hoheit über ein wenige Quadratkilometer großes Areal in unmittelbarer Nähe des Tempels wurde damals aber ausgeklammert. Beide Länder beanspruchen das Areal. Die neuen Kämpfe begannen vergangenen Freitag an den weniger bekannten Tempelanlagen von Ta Moan und Ta Krabei - auf thailändisch: Ta Muen and Ta Kwai - rund 150 Kilometer westlich von Preah Vihear.

In der Region ist es seit 2008 immer wieder zu gewaltsamen Zwischenfällen gekommen. Damals hatte der kambodschanische Tempel Preah Vihear aus dem 11. Jahrhundert gegen thailändische Einwände den Status eines Weltkulturerbes erhalten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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