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Griechen-Krise: FDP-Experte fürchtet horrende Kosten für Deutschland

Ohne eine griechische Umschuldung drohen Deutschland Milliardenverluste, befürchtet FDP-Finanzexperte Schäffler. Deutschland hafte über die EZB für die griechischen Anleihen.

Griechenland könnte zur Belastung für die anderen Euro-Staaten werden Quelle: dpa
Griechenland könnte zur Belastung für die anderen Euro-Staaten werden Quelle: dpa

BerlinDie Garantien der Euro-Länder für griechische Schulden könnten nach Ansicht des FDP-Finanzpolitikers Frank Schäffler den deutschen Staat schon bald mit Milliarden belasten. Es würden „echte Kosten von 65 Milliarden Euro drohen, wenn nicht sofort eine harte Umschuldung“ mit Teilentschuldung erfolge, sagte Schäffler der „WirtschaftsWoche“. Schäffler erwartet, dass Deutschland für die griechischen Anleihen bei der Europäischen Zentralbank mithaftet.

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Der FDP-Politiker rechnet damit, dass zu den bestehenden 350 Milliarden Euro Schulden Griechenlands jährlich 30 Milliarden Euro hinzukommen. 2015 hätte das Land 470 Milliarden Euro Schulden.

Da sich die Banken bis dahin von ihren Staatsanleihen getrennt hätten, bliebe nur der Steuerzahler als Gläubiger übrig. Auf Deutschland würden bei einem EZB-Anteil von 28 Prozent 130 Milliarden Euro entfallen. Die Hälfte davon wäre bei einem 50-prozentigen Schuldenschnitt dahin. 2015 betrüge der realisierte Verlust also 65 Milliarden Euro.

Deshalb plädiert Schäffler für eine sofortige Umschuldung mit dem gleichen Schnitt. Das würde Deutschland jetzt 15 Milliarden Euro kosten. Außerdem wären die privaten Gläubiger zum großen Teil mit im Boot. Der FDP-Politiker hält es deshalb „zum Schutz der deutschen Steuerbürger für dringend geboten, unverzüglich die Umschuldung Griechenlands vorzunehmen“.

  • 21.06.2011, 16:59 UhrAnonymer Benutzer: realist2011

    Leider, leider sind Volkswirtschaften heute in globalisierten Zeiten (und von der Globalisierung waren und sind wir die größten Nutznießer) weniger denn je isoliert zu betrachten. Die Zeiten sind vorbei, und deshalb müssen sich alle Experten und solche, die sich dafür halten, ganz genau im Klaren sein, welche weitreichenden Folgen ihre salopp formulierten Theorien haben können (werden!).

    Ach ja, die Quintessenz: Im Detail könnte man sicher zurzeit einiges noch besser machen, aber die grobe Richtung der europäischen Finanz- und Rettungs-Politik stimmt.

  • 21.06.2011, 16:57 UhrAnonymer Benutzer: realist2011

    Faszinierend, ein BWL-Studium an FHs (hab ich auch) und 10 Jahre Versicherungen und Bausparverträge vertickern macht einen zum "Finanzexperten".

    Und die Journalistenschar wie natürlich auch die ewig (und ausschließlich) negativ kritisierende Forenmeute nimmt dann alles für bare Münze.
    Noch heftiger die Meinung des "Experten" (mit nur nebulösen Aussagen zu den Folgen seiner Forderungen) im Interview auf n-tv.
    Fakt ist: Fährt Griechenland vor die Wand (also Staatsbankrott, und als solcher würde selbst die Umschuldung gewertet), bekommen wir einen Domino-Effekt in ganz Europa durch die Banken, die (das) Geld (der Sparer) verlieren. Und ganz fatal wäre die Erkenntnis, dass Europa Länder scheitern lässt! Was das mit den Zinssätzen und der daraus resultierenden Belastung für die weiteren gefährdeten Staaten bedeutet, kann man sich an fünf Fingern abzählen. Weitere Staatspleiten, weitere Verluste von Banken und den dort investierten Bürgern und weitere Vertrauensverluste setzen den Abwärtssog fort.
    Die Bankrotten Länder werden auf Jahre bzw. Jahrzehnte vom Kapitalmarkt ausgeschlossen. Die heute noch teilweise freiwillig und aktiv beschlossenen Sparmaßnahmen werden dann potenziert und um ein Vielfaches drastischer ausfallen, denn wenn kein Geld da ist, und keine Kredit gewährt wird, dann kann man auch keine Löhne und vor allem keine Renten bezahlen! Eine massive Verarmung ist die Folge, und somit zerschießen wir Deutschen (die Moralapostel Europas) unsere Absatzmärkte, und dann gehts auch den Bundesbürgern an den Kragen, die nicht schon mit den Banken und Versicherungen große Vermögensschäden hinnehmen mussten. Arbeitslosigkeit, steigende Staatsausgaben, Hsteigendes Haushaltsdefizit,... werden dann auch den (Ex)Exportweltmeister fest im Griff haben.

  • 21.06.2011, 16:55 UhrAnonymer Benutzer: realist2011

    OH MEIN GOTT! All das ist 70 und mehr Jahre her! Da kann man doch keine Schlüsse für heute daraus ziehen!!!

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