Griechenland Ackermann hilf!

Die Eurozone will die Gespräche über einen Zahlungsaufschub für Griechenland mit dem wichtigsten globalen Gremium der privaten Finanzwirtschaft führen. Vorsitzender des IIF ist Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann.
Update: 21.06.2011 - 20:37 Uhr 22 Kommentare
Vorstandschef des IIF: Josef Ackermann. Quelle: dpa

Vorstandschef des IIF: Josef Ackermann.

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Brüssel/BerlinBeim Institute of International Finance (IIF) sollten Möglichkeiten für ein Roll-over der fälligen griechischen Staatsanleihen ausgelotet werden, erfuhr das Handelsblatt aus diplomatischen Kreisen. Dem 1983 gegründeten IIF gehören fast alle großen Geschäfts- und Investmentbanken der Welt und auch viele führende Versicherungsgesellschaften an. Vorstandsvorsitzender des in Washington ansässigen Instituts ist der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann.

Der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager hatte bereits am Montag angedeutet, dass die Eurozone sich wegen eines Zahlungsaufschubes für Griechenland an ein internationales Gremium wenden wird. "Internationale Foren" müssten in diese Gespräche eingeschaltet werden, sagte de Jager am Rande des Treffens der Euro-Finanzminister in Luxemburg. Das IIF hat sich in der Vergangenheit schon häufig mit überschuldeten Staaten befasst.

Erst vor wenigen Tagen erörterte das Institut bei einer gemeinsamen Konferenz mit dem Pariser Club der staatlichen Gläubiger die Lage die finanzielle Lage Islands, Argentiniens und des Sudan. Auf der Tagesordnung dieser Konferenz stand auch der Plan der EU, private Gläubiger ab Mitte 2013 systematisch an Staatspleiten in der Eurozone zu beteiligen und Staatsanleihen mit entsprechenden Klauseln, den sogenannten Collective Action Clauses (Cacs) auszustatten.

Union und FDP drängen auf Bankenbeteiligung bei Griechenland-Hilfen

Union und FDP beharren derweil darauf, dass Banken und Versicherungen einen Beitrag zum neuen Hilfspaket für Griechenland leisten müssen. Die Forderung von Banken, dass neue Griechenland-Anleihen mit staatlichen Garantien versehen werden müssten, weisen die Politiker einmütig zurück. "Voraussetzung einer freiwilligen Beteiligung ist selbstverständlich die Erkenntnis, dass die Stabilisierung der Eurozone auch im Interesse der Banken selbst liegt und die Bereitschaft der Steuerzahler, in dieser Krise ins Obligo zu gehen, begrenzt ist", sagte FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle dem Handelsblatt.

Ultimatum für Griechenland

"Ich bin davon überzeugt, dass diese Erkenntnis bei den für ein Bankinstitut verantwortlich Handelnden vorhanden ist. Ich bin sehr zuversichtlich, dass diese gesamtgesellschaftliche Verantwortung dann auch von den Banken angenommen wird", sagte er. Noch deutlicher wurde Unionsfraktionsvize Michael Meister (CDU): „Ich halte das Ansinnen, Garantien zu bekommen, für unanständig“, sagte er. Schließlich habe die Politik die Banken gerade erst während der Finanzkrise „aus einer Notlage befreit“.

Grüne fordern europäischen Bankenrettungsfonds

Die Grünen warnen davor, privaten Gläubigern zu viel Mitsprache bei einer Griechenland-Lösung zu gewähren. „Genauso wenig wie die Banken haben die Ratingagenturen ein Interesse, das zu tun, was die europäische Politik gerne hätte“, sagte der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagfraktion, Gerhard Schick, Handelsblatt Online. Es gehe kein Weg daran vorbei, die europäischen Regierungen müssten sich bei Griechenland „endlich zu einer stabilen Lösung durchringen, die sie aus der Abhängigkeit der Ratingagenturen befreit“.

Schick schlug die Schaffung eines europäischen Bankenrettungsfonds und sowie eine Umschuldung vor, „bei der - orientiert an den Brady-Bonds - den Investoren das Angebot unterbreitet wird, alte griechische Anleihen zum aktuellen Marktwert gegen neue, durch den Rettungsfonds EFSF garantierte Anleihen umzutauschen“.

Das sichere die Refinanzierungssituation europäischer Banken und senke die Staatsschuld Griechenlands auf ein tragfähiges Niveau. „Wenn hingegen die Euro-Staats- und Regierungschefs weiter Politik nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner betreiben, riskieren sie einen unkontrollierten Staatsbankrott Griechenlands - mit Gefahren für das europäische Projekt insgesamt“, sagte Schick.

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22 Kommentare zu "Griechenland: Ackermann hilf! "

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  • Die Griechen haben nicht die deutschen Bürger als Nazis beschimpft und beleidigt, sondern die Politiker Merkel & Sarkozy!

    Foto hier:
    http://paukenschlag-blog.org/wp-content/uploads/2011/06/mcz_athen2_BM_Baye_1401078p.jpg

    Das griechische Volk wird genauso beschissen und ausgenommen, wie das Deutsche, oder die anderen europäischen Völker.
    Die europäischen Völker können auch ohne den Sprengsatz Euro und den Brüsseler Bürokraten-EU Moloch in Frieden und Freiheit zusammenleben. Europa funktioniert nur dann, wenn wir zu nationalen Währungen und einer Zusammenarbeit wie zu EWG-Zeiten zurückkehren.
    Die FDP fordert doch immer die Ungleichheit, nur wenns um Europa und den Euro geht, dann sollen alle Staaten gleich sein.
    Verlogenes freiliberales Lobbyistenpack mit ihrer Schwarzkontenverzinser- und Steuerhinterzieherwählerklientel.
    Ich wünsche den Freiliberalen bei den nächsten Wahlen das politische Ende für alle Zeiten.

  • Die Banken und Versicherungen haben entsprechende Forderungen an Griechenland. Diese dürften in den meisten Bilanzen bereits schon auf ihrem tatsächlichen Wertgehalt - also annähernd Null - abgeschrieben sein. Dieser Verlust hat zu entsprechenden Steuermindereinnahmen geführt und wurde von uns also schon getragen und die Banken und Versicherungen haben den Verlust doch schon längst verkraftet. Die haben doch gar keine Nominalbeträge mehr in Ihren Bilanzen stehen. Wo soll sich daraus denn eine Pleite ergeben?

  • Ich bin davon überzeugt, dass an diesem Elend die Politik und nur die Politik die Schuld trägt. Wer seine eigenen Verträge bricht oder aufweicht, braucht sich nicht zu wundern wenn alles den Bach hinunter geht.
    Wenn sich die Politik das Heft des Handelns von der Wirtschaft oder anderen aus der Hand nehmen lässt, was soll dann positives für die Bevölkerung herauskommen.
    Die BRD-Bevölkerung hat seit Ende des zweiten Weltkrieges in den verschiedensten Formen bezahlt, da finde ich es als eine Beleidigung von uns, wenn die Griechen mit dem Hakenkreutz gegen die BRD Protestiren.
    Ich bin für eine drastische Kürzung der Pensionen und Bezügen, von unseren aktiven und nicht mehr aktiven Politikern, in Höhe von 20%.
    Keine weiteren Rettungsschirme mit deutschem Steuergeld.
    Man kann auch Europa ohne Einheitswärung schaffen.
    Basta.
    Danke

  • immerhin: soweit sind sie schon Völker und Landstriche zu verwüsten. zum Tsunami taugst net: weil, sowas zu baeun dazu sind die zu doof dafür.
    stattdessen halten die es mit schmalhansküchenschabe: BuuHH rufen und alles geht brav in die Ecke.

  • Ackermann hat andere Sorgen als anderen zu helfen, nochzumal als Architekt seiner neuen Weltordnung, die er ja auch nur als Angestellter eines deutschen Bankhauses wahrzunehmen wünscht.

    Und auf Josef konnte und kann man sich verlassen:
    der Euro wird auf der Abschußliste bleiben, allerdings, erst nachdem der Dollar vollkommen zerschossen zurückgeblieben sein wird.


    Immer dran denken, wer der Dritte dieser Weloperette bleiben wird, der davon zu profitieren wünscht.

  • 1. sind die Schulden nicht zu 100% weg
    2. wird zum Auf- und Umbau wieder Geld gebraucht und wer gibt dann den Griechen Geld - immerhin sehen wir derzeit, dass deren Ausgaben größer sind als deren Einnahmen
    Ergänzung zu den Auswirkungen bei den DEUTSCHEN Banken. Die Probleme der Griechischen Banken, Versicherungen und Rentenanstalt ist vermutlich 100 oder 1000mal größer, denn Anleihen werden in ganz Europa hauptsächlich vom eigenen Land gekauft. Somit liegen rund 350 Mrd Euro in Griechenland...

  • Wenn der gut betuchte Dirk dem Nachbarn Kurruptus einen Kredit für seinen Porsche gibt und Kurruptus diesen seiner Frau schenkt, anschließend arbeitslos wird und pleite ist, was sagt dann der kleine Dirk ?
    Macht nichts, ich verzichte auf die Hälfte.
    Glauben Sie eigentlich noch an den Weihnachtsmann ?
    Banken sind den Aktionären verpflichtet und können nicht einfach so auf etwas verzichten.

  • Achso noch zur Ergänzung: sollten nach dem Betriebsausflug der zum hellenischen Abgrund auch nur ein Cent weniger als 30 Millirden in der Spendenbüchse sein oder irgendwelche Bedingungen an die Spende geknüpft werden, bin ich dafür, jede weitere Zahlung an GR unverzüglich einzustellen. Natürlich flankiert vom bewährten Merkel-Steibrück-Kleinsparer-Schutz. Dann wollen wir als Steuerzahler doch mal sehen, wie zackig sich die Finanznullen um die wenigen Stühle prügeln werden, wenn die Musik verstummt...

  • Eines muss man Schäuble lassen. Bisher hat er getrickst und sich über den Tisch ziehen lassen und hemmungslos das Geld seines Auftraggebers, des deutschen Wählers bei Insolvenzverschleppungen versenkt aber die Idee, jetzt mittels Ackermann Kontakt zum Finanzestablishment aufzunehmen und diese am Nasenring an den Rand des hellenischen Abgrundes zu zerren, auf das sie nur mal einen kleinen Blick hineinwerfen, hat etwas.

    Dann könnten endlich die richtigen Leute sehen, wozu sie mindestestens Beihilfe geleistet haben und wären vielleicht sogar motiviert bei der Beseitigung des Giftmülls freiwillig zu helfen, statt feixend am Spielfeldrand zu stehen und sich irrtümlich als Zuschauer des Dramas zu gerieren, der den Daumen heben oder senken kann. Vielleicht werden sich die Finanznullen so endlich ihrer Verantwortungn in einer hochgradig vernetzten und wechselseitig abhängigen Welt bewusst und benehmen sich nicht mehr als wäre sie allein auf der Welt und die Masters of the universe und finden vielleicht aus sich selbst heraus zu Reformen und einem tragfähigen Codex, den die Politik bisher zu schwach war, vorzugeben.

  • Denken Sie lieber mal nach, was ein Totalverlust wirklich bedeuten würde. Verlieren werden nicht wie Sie annehmen einfach nur reiche Banker. Es trifft alle, deren Versicherungen griechische Anleihen haben und es trifft alle Griechen, die Geld bei ihren Banken oder bei ihrem Staat angelegt haben. Staatsanleihen werden vor allem von Leuten gekauft, die kein Risiko eingehen wollen. Banken und Versicherungen müssen um Risiko zu minimieren sogar rechtlich in Staatspapiere anlegen. Warum sollen nicht besser mal die Staaten lernen, dass nicht immer alle Lasten über Kreditaufnahme auf die Zukunft abgewälzt werden kann. Im Fall Griechenland hat die damalige Regierung die Gläubiger ja sogar bewusst über die tatsächlichen Schulden getäuscht, so dass diese gar nicht wissen konnten, wie schlecht die Lage aussieht. Das ist alles OK? Das sind ja die guten?
    Bin zwar auch für einen Schuldenschnitt für den Lernprozess aber dieses: Böse Banken sind an allem schuld ist eine sehr eingeschränkte Sicht auf die Welt

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