Griechenland
Athen kommt an hartem Schuldenschnitt nicht vorbei

Griechenland kann mit weiteren Krediten rechnen. Helfen wird das nicht. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass das Land jemals aus eigener Kraft seine Verschuldung bis auf Maastricht-Niveau abbauen könnte. Ein Kommentar.
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Die Troika kehrt nach Athen zurück. Das signalisiert: Griechenland kann mit der Auszahlung der nächsten Kreditrate rechnen. Der schon im Oktober drohende Zahlungsausfall dürfte damit vorerst abgewendet sein. Das ist die gute Nachricht.

Die schlechte: Wirklich helfen wird die Hilfe nicht. Griechenlands Probleme, deren größtes die immer noch wachsende Staatsverschuldung ist, bleiben ungelöst. Die Infusion von acht Milliarden Euro reicht allenfalls bis zum Jahresende. Dann beginnt die nächste Zitterpartie: Wieder werden die Inspekteure der Troika die Bücher Athens prüfen, bevor die nächste Milliardenüberweisung bewilligt wird - sofern die Griechen ihre jetzt erneuerten Sparversprechen einlösen.

Sicher ist das noch nicht. Denn Ministerpräsident Papandreou geht mit seinem verschärften Konsolidierungskurs womöglich über das hinaus, was er politisch durchsetzen kann. Nicht nur bei den reformunwilligen griechischen Gewerkschaften regt sich heftiger Widerstand. Auch den meisten Politikern der sozialistischen Regierungspartei gehen Maßnahmen wie die beschlossenen Massenentlassungen im öffentlichen Dienst oder die Privatisierungen von Staatsbetrieben ideologisch gegen den Strich. Und die Geduld der Bevölkerung ist ohnehin erschöpft.

Die immer wieder von schweren Ausschreitungen begleiteten Massenproteste im Frühsommer waren wohl nur das Vorspiel zu einem heißen Herbst. Mehr als vier von zehn Griechen in der Altersgruppe 15 bis 24 sind ohne Job. Die hohe Jugendarbeitslosigkeit bedeutet ein beträchtliches Protestpotenzial.

Vielleicht wäre den Griechen die Notwendigkeit harter Einschnitte zu vermitteln, wenn sie das Gefühl hätten, dass sich ihre Opfer und Entbehrungen lohnten. Aber diesen Eindruck haben sie nicht. Im Gegenteil: Die Sparpolitik, die Papandreou unter dem Druck der Gläubiger durchziehen muss, treibt das Land immer tiefer in die Rezession. In diesem Jahr wird die Wirtschaftsleistung mit einem voraussichtlichen Minus von 5,5 Prozent noch stärker schrumpfen als 2010. Auch die Hoffnung, Griechenland könnte 2012 auf den Wachstumspfad zurückkehren, hat sich zerschlagen: Volkswirte erwarten hier einen weiteren Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von zwei Prozent.

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Kommentare zu " Griechenland: Athen kommt an hartem Schuldenschnitt nicht vorbei"

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  • Was geht uns das in DE an ?
    Der EUro ist tot.


  • "Ein Schuldenschnitt wird zwar Milliarden für die Rettung des griechischen Bankensystems erfordern ....... Aber diese Kosten sind vertretbar im Vergleich zu den kaum kalkulierbaren Risiken einer früher oder später drohenden unkontrollierten Staatspleite Griechenlands." (Zitat)


    Diese Logik hinkt - Mit einem Milliarden schweren , weiteren Rettungsrisiko kann keine
    bereits am Horizont sich abzeichnende Staatspleite gerettet werden.

    In einem Unternehmen wird möglichst vorher das "Management" ausgetauscht, um einer Insolvenz eventuell noch ausweichen zu können. Hier scheint es gerade umgekehrt zu laufen, wenn es heißt

    "Auch den meisten Politikern der sozialistischen Regierungspartei gehen Maßnahmen wie die beschlossenen Massenentlassungen im öffentlichen Dienst oder die Privatisierungen von Staatsbetrieben ideologisch gegen den Strich"

    Also muß man durch einen Insolvenz-Verwalter erst diese gegenwärtige Regierung "ersetzen" und nur der sollte entsprechende Maßnahmen ergreifen.

    Als erstes muß er- eine neue "Notwährung"- einführen- die eben nicht so freizügig wie ein Euro
    im europäischen Wirtschaftskreislauf eingesetzt werden kann. Griechenland ist dann also wie ein Unternehmen zu behandeln - nichts weiter. "Zoff" gibt es sicher am laufenden Band- aber da muß man durch - wohl oder übel.




  • .
    Hungern kann jeder,
    womit wollen die aber was verdienen ?
    .

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