Griechenland
Athen stellt Antrag auf verlängerte Euro-Hilfen

Griechenland hat im Schuldenstreit mit den Euro-Partnern den Antrag auf Verlängerung der Kredite abgeschickt. Offenbar will sich Athen nun doch der Überwachung durch die Troika beugen. Die Zeichen stehen auf Annäherung.
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Athen/BrüsselDas hochverschuldete Griechenland hat bei der EU eine Verlängerung der finanziellen Unterstützung beantragt. „Der Antrag wurde verschickt“, sagte ein Regierungsvertreter am Donnerstag in Athen. Demnach bittet Griechenland um eine sechsmonatige Verlängerung der bestehenden Kreditvereinbarung. Das derzeitige Hilfsprogramm für Griechenland läuft Ende Februar aus, ohne weitere Unterstützung droht Griechenland in den kommenden Monaten der Staatsbankrott.

Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem bestätigte den Eingang des Schreibens aus Athen: „Griechischen Antrag für sechsmonatige Verlängerung erhalten“, schrieb er auf Twitter. Weitere Angaben machte er zunächst nicht.

Noch am Nachmittag soll sich die sogenannte Arbeitsgruppe der Euroländer damit befassen. Am Freitag um 15 Uhr kommen dann die Finanzminister der Euro-Zone in Brüssel zusammen, wie Dijsselbloem bestätigte.

In dem Schreiben hat die griechische Regierung der Verlängerung des Hilfsprogramms unter Überwachung der Troika-Gläubiger zugestimmt. In dem Brief, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, heißt es, dass die Verlängerung des Programms um sechs Monate unter Einhaltung der Rahmenvereinbarungen mit EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) geschehen soll. Bisher hatte die linksgerichtete Regierung in Athen eine Zusammenarbeit mit den Institutionen, die unter dem Namen „Troika“ firmierten, abgelehnt.

Die griechische Regierung erkenne die finanziellen und prozeduralen Inhalte des bestehenden Rettungsprogramms als bindend an, heißt es in dem Brief. Zudem akzeptiert die Regierung die finanziellen Verpflichtungen gegenüber allen Gläubigern. Neue Maßnahmen der Regierung müssten voll durchfinanziert sein. Zudem werde Griechenland während der sechs Monate eng mit den Partnern zusammenarbeiten, damit keine einseitigen Reformen ergriffen werden, welche die Haushaltsziele, die wirtschaftliche Erholung oder die finanzielle Stabilität des Landes gefährdeten.

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Juncker zeigt sich optimistisch

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  • Schäuble sagt "Nein", Juncker sieht "positives Signal"
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    Schäuble sieht den Brief als substanzlos an. Es sei ein Antrag auf eine Brückenfinanzierung, ohne die Anforderungen des Programms zu erfüllen. Deshalb lehnt er den Antrag ab.
    Und da hat Schäuble Recht.

    Gebt Griechenland die Drachme zurück!
    Aber das will Juncker nicht!
    Auch Draghi wird die Geldschleusen weiter für Griechenland offenhalten.

  • Kürzlich mußte ich bei Reuters lesen, daß die neu griechische Regierung zwei weitere Große Privatisierungs- und Investitionsprojekte stoppen will.
    Der Energieminister hatte vor dem Parlament erklärt juristisch gegen die geplante Goldmine "Skouries" im Norden des Landes vorgehen zu wollen.
    Entweder ist das eine der unverschämten Lügen oder die Griechen haben keine Ahnung über den aktuellen Stand ihrer zahlreichen Bodenschätze:
    1. Eine Gruppe von Minen - zu denen Skouries gehört - gehören ihnen gar nicht und sind vor Jahren von dem kanadischen Bergbauunternehmen "Eldorado Gold" zwecks Erschließung und Ausbeutung gekauft worden.
    2. Die Erschließung ist inzwischen auf Kosten von "Eldorado Gold" erfolgt und die Bodenschätze könnten gehoben werden.
    3. Für die meisten dieser Minen fehlt trotz wiederholter Versprechungen immer noch die Fördergenehmigung!
    Es hat den Anschein, daß Griecenland die finanzielle Ausbeutung der EURO-Geberländer vorzieht und daß die Erträge aus seinen reichlich vorhandenen Bodenschätzen nach altbewährter Methode bei geheimen Zirkeln landen sollen.
    Die Internetanwendung von "Eldorado Gold" enthält genaue Berechnungen darüber, welche enormen Summen dem griechischen Staat bei der Förderung der Bodenschätze jahrelang zufließen würden.
    Wen man das gelesen hat, kann man zu der Erkenntnis kommen, daß diese Land gar keiner finanziellen Unterstützung bedarf!
    Es ist lediglich erforderlich, daß endlich eine funktionierend Verwaltung aus der Taufe gehoben wird!

  • Test

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