Griechenland Athener Parlament stimmt für zweites Reformpaket

Das griechische Parlament hat sich am frühen Morgen für das zweite Reformpaket ausgesprochen. Damit kann die Regierung von Alexis Tsipras mit den internationalen Kreditgebern über ein drittes Rettungsprogramm verhandeln.
Update: 23.07.2015 - 05:02 Uhr 13 Kommentare

Tsipras darf weiter über Milliardenhilfen verhandeln

AthenDas griechische Parlament hat ein weiteres entscheidendes Reformpaket gebilligt und damit den Weg für Verhandlungen über Milliardenhilfen geebnet. 230 Abgeordnete im Parlament mit seinen 300 Sitzen stimmten am frühen Donnerstagmorgen in Athen für die Maßnahmen, die Reformen im Bereich der Justiz und der Banken vorsehen.

Die Billigung des zweiten und letzten Reformpakets war Voraussetzung für die Aufnahme von Gesprächen mit den Gläubigern aus EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) über ein neues Hilfsprogramm für das von der Pleite bedrohte Land.

Laut Finanzminister Euklid Tsakalotos könnte die Regierung bereits am Freitag Gespräche mit den Gläubigern aufnehmen. Eine Einigung müsse bis spätestens 20. August stehen, sagte Tsakalotos im Parlament. Bis dahin muss Griechenland knapp 3,2 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank (EZB) zurückzahlen.

Wie das Parlamentspräsidium mitteilte, stimmten am Donnerstagmorgen 63 Parlamentarier gegen das Reformpaket. Es gab demnach 5 Enthaltungen, zwei Abgeordnete waren abwesend.

Bis zuletzt hatte Tsipras darum gekämpft, potenzielle Abweichler vom linken Flügel seiner Regierungspartei Syriza auf Linie zu bringen. Im Regierungslager gab es Medienberichten zufolge von 162 Abgeordneten 36 Abweichler - bei einer Abstimmung über Änderungen im Steuer- und Rentensystem vor einer Woche waren es noch 39 gewesen.

Bei der Debatte hatte Tsipras zuvor seine Eingeständnisse gegenüber den internationalen Gläubigern verteidigt. Die Reformen seien ein notwendiger Preis, um Griechenland finanziell am Leben zu erhalten, nachdem die Gespräche mit den Geldgebern beinahe gescheitert seien, sagte der 40 Jahre alte Regierungschef vor den Abgeordneten in Athen.

„Es gibt keinen Zweifel, dass der Prozess, den wir heute verfolgen, (...) kein normaler Prozess ist“, sagte Tsipras. „Die Hauptsache ist aber, dass (...) wir zu einem harten Kompromiss geführt wurden, auf deren Basis wir heute versammelt sind, um während eines Ausnahmezustandes Gesetze zu erlassen.“

Eingeständnis von Fehlern - aber kein Rücktritt

Diese griechischen Inseln stehen zum Verkauf
Traumhaftes Griechenland
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Zu Griechenland gehören je nach Schätzungen zwischen 1.200 und 6.000 Inseln. Viele davon sind bereits in privatem Besitz, der Rest gehört noch der griechischen Regierung, die mit Verkäufen viel Geld sammeln könnte. Dutzende dieser Inseln stehen aktuell zum Verkauf, auch die von privaten Eigentümern. Experten gehen von einem Ausverkauf griechischer Inseln in den nächsten Jahren aus. Auf der Verkaufswebsite Private Islands Online sind sie aufgelistet. Hier sind die elf günstigsten Inseln.

Quelle: Privateislandsonline.com

Platz 11: Omfori Island
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Omfori Island ist 4,5 Quadratkilometer groß – und hat genau ein Haus, abgebildet auf diesem Foto. Für 50 Millionen Euro ist die Insel zu haben. Der Käufer dürfte 20 Prozent der Insel bebauen. Kann nachgewiesen werden, dass eine weitere Bebauung eine gute Investition wären, würde die griechische Regierung laut Private Islands Online weitere Baugenehmigungen erteilen.

Quelle: Privateislandsonline.com

Platz 10: Dulichium Island
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Dulichium Island ist die größte griechische Insel, die derzeit zum Verkauf steht – sie erstreckt sich über 5,4 Quadratkilometer. Der höchste Punkt der Insel liegt 250 Meter über dem Meeresspiegel, die Insel verfügt über 4.000 Olivenbäume. Bisher ist die Insel jedoch komplett unerschlossen. Laut der Website wäre das Eiland jedoch ein guter Ort, um ein Hotel Ressort zu bauen.

Quelle: Privateislandsonline.com

Platz 9: Nördliche Ägäische Insel
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Mit einem Schnellboot erreicht man die nördliche ägäische Insel in einer halben Stunde von Athen aus. Aufgrund dieser Nähe sollen bereits viele Interessenten auf der Matte stehen. Für 35 Millionen Euro Kaufpreis erhält man dieses Eiland mit einer Größe von 0,348 Quadratkilometern.

Quelle: Privateislandsonline.com

Platz 8: St. Thomas
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Die Insel Thomas befindet sich in der Nähe von Korinth, mit dem Wassertaxi erreicht man sie in 20 Minuten. Auch von Athen ist die 1,21 Quadratkilometer große Insel nur 45 Minuten entfernt. Ansonsten ist auch dieses Eiland komplett unerschlossen. Warren Buffett hat sie gerade für 15 Millionen Euro erworben.

Quelle: Privateislandsonline.com

Platz 7: Nafsika
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Für 6,9 Millionen Euro wurde die Insel Nafsika kürzlich bereits verkauft. Das unentwickelte Eiland verfügt über drei natürliche Häfen und vielen Aussichtspunkten mit einem 360-Grad-Blick. Es ist fünf Quadratkilometer groß.

Quelle: Privateislandsonline.com

Platz 6: Kardiotissa
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Die Insel Kardiotissa liegt inmitten der ägäischen See. Sie wird angepriesen als perfekter Ort für eine Segel- oder Tauchschule. Mit einem Schnellboot ist man in zehn Minuten auf den Inseln Folegandros oder Sikinos, die beide wiederum über eine tägliche Fähre nach Piräus verfügen.

Quelle: Privateislandsonline.com

Dabei gestand der Ministerpräsident Fehler bei den Verhandlungen mit den Gläubigern ein. „Wir haben Fehler gemacht, aber wir sind stolz, dass wir gekämpft haben. Dieser Kampf wird nicht verloren gehen“, sagte Tsipras. Die anderen Optionen seien der „Schäuble-Plan“ mit einem vorübergehenden Austritt aus der Eurozone oder der unkontrollierte Bankrott gewesen. Er habe sich für die schmerzhafte Lösung des neuen Sparprogramms entschieden.

Tsipras schloss einen Rücktritt aus, der zuletzt laut geworden war, nachdem er bei der Abstimmung über ein erstes Reformpaket seine Regierungsmehrheit verloren hatte. „Die Präsenz der Linken in dieser Regierung geht nicht um das Streben nach Ämtern, es ist eine Bastion, von der wir für die Interessen des Volkes kämpfen“, so Tsipras. „Und was mich betrifft, ich werde diese Bastion nicht verlassen, zumindest mit meinem eigenen freien Willen.“

Mit dem zweiten Teil des nun gebilligten Reformpakets, dem neuen Bankengesetz, sollen Spareinlagen bis 100 000 Euro gesichert werden. Bei höheren Geldeinlagen sollen die Kontoinhaber ebenso wie Aktionäre einen Teil der Lasten der Sanierung maroder Banken mittragen.

Bevor die Debatte über das Reformpaket am Mittwoch begann, demonstrierten rund 10 000 Menschen vor dem Parlament gegen die Maßnahmen, die eine Banken- und eine Justizreform vorsehen. Einige wenige Jugendliche warfen Molotowcocktails auf die Polizei. Berichte über Verletzte oder Festnahmen gab es aber nicht.

Griechenland ist mit über 300 Milliarden Euro verschuldet und hat - gemessen an der Wirtschaftsleistung - die EU-weit höchste Schuldenlast. Das neue Hilfspaket soll bis zu 86 Milliarden Euro umfassen und sich über drei Jahre erstrecken. Nach Angaben von EU-Währungskommissar Pierre Moscovici streben die Geldgeber eine Vereinbarung in der zweiten August-Hälfte an.

Laut dem in Brüssel mit den Geldgebern vereinbarten Spar- und Reformfahrplans muss die griechische Regierung noch weitere Auflagen angehen. Dazu zählen unter anderem die Liberalisierung des stark reglementierten Apotheken-, Bäckereien- und Milchmarktes, die Modernisierung der Regeln für Tarifverhandlungen, Streiks und Massenentlassungen sowie die Modernisierung der Verwaltung.

  • ap
  • afp
  • dpa
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13 Kommentare zu "Griechenland: Athener Parlament stimmt für zweites Reformpaket "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • War die Arbeit im alten China besser? Reis anbauen ist ein ganz hartes Geschäft. Nein, es liegt nicht an der Arbeit, es liegt an der Einstellung - wenn man mal von so ätzenden Jobs wie Verkauf als Call-Center-Mitarbeiter absieht, Jobs, bei denen man mehr als 12 Stunden täglich arbeiten muss oder wenn man zum Nichtstun verdammt ist. "Spaß" ist auch das falsche Wort. Erfüllung - das trifft es eher.

  • Mann muss sich mal die Reformliste anschauen, die Syriza (und auch keine Partei davor) umgesetzt hat. Offen ist alles, was die "politischen Einflussnahme" bspw. in der Justiz und Verwaltung/Steuerwesen hätte beseitigen sollen. Wer ernsthaft sein Land reformieren soll, muss solche Dinge nicht auf Zwang oder in 6 Monaten machen. Wer etwas verbessern will, macht das alles und zwar sofort. Eine inhaltliche oder zeitliche Verzögerung hinterläßt bei mir den Eindruck mangelnden Willens.

  • Seine Arbeit zu lieben, bleibt 95% der Angestellten ein Leben lang vorenthalten. Seien sie nicht naiv. Nur ein Bruchteil der Angestellten geht arbeiten, weil sie "Spaß" haben...

  • @Rene Weiß
    Man sollte nicht von sich auf andere schließen.Ihr Kommentar beweist nur eines: Sie wären ein träger Beamter. Wenn du dein Leben lang glücklich sein wirst, liebe deine Arbeit (chinesisches Sprichwort).

  • Man muss das nicht idealtypisch sehen, sondern vom Charakter des Menschen her.
    Lebewesen sind egoistisch, Primärziele sind Ernährung, Schlafen und Fortpflanzung. Alles andere leitet sich davon ab und ist sekundär.
    "Was kann ich für den Staat tun" kommt darin nicht vor. Und da der Mensch träge ist, wird es nie "gewissenhafte Beamte" geben.

  • So ein Affentheater. Wenn sie die Einsicht haben, dass sich was tun muss in ihrem Land, können sie doch gleich alle Reformen beschließen und mal richtig Gas geben. Die Agenda 2010 haben wir auch nicht über 10 Jahre gestreckt. Und wenn die Einsicht nicht vorhanden ist, braucht es auch keine Verhandlung, weil es dann kein Geld geben darf.

  • @Nold
    behalten Sie Ihren Schwachsinn für sich.

  • Jede Woche nun eine Milliarde ... das ist Staatenfinanzierung vom Feinsten
    Das ist echt toll: die EZB finanziert widerrechtlich über ELA den GR Staat in Höhe von nun fast 100 Mrd. Euro. Gleichzeitig gibt es eine Brückenfinanzierung durch die Euro-Länder, damit die EZB (und natürlich der liebe IWF) dann zurückbezahlt werden. Ein absolut widerwärtiges Spiel, bei dem es nur darum geht, den Bürger und Steuerzahler Sand in die Augen zu streuen und zu belügen.

  • Herr Nold meint wahrscheinlich mit "Raffke-Kapitalisten" in Griechenland die dortigen Milliardäre, die sich weigern Steuern zu zahlen, damit ihr Land wieder auf die Beine kommt. Das dürfen/sollen dann doch bitteschön die normalen Steuerbürger aus dem europäischen Ausland besorgen.

    Hier können Sie mal ein paar von den Herrschaften besichtigen:

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/griechische-milliardaere-reederei-steuerfrei/11319316.html

    oder hier:

    Zitat:
    "Nur wenige zahlenin der Heimat Steuern."

    http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/archiv/57688_Milliardaere-wollen-nicht-helfen.html

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