Griechenland
Athens Weg bleibt extrem schwierig

Die Einigung mit Griechenlands Gläubigern wird frühestens ab 2014 zu Erleichterungen führen. Nun fordert die EU mehr Anstrengungen für neues Wachstum. Zumindest an Hilfsgeldern dafür dürfte es nicht mangeln.
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Brüssel/AthenMit dem Schuldenschnitt macht Griechenland zwar einen ersten Schritt in eine bessere Zukunft. Doch gerettet ist das Land damit noch lange nicht. Das weiß auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Die EU-Regierungschefs haben ihn damit beauftragt, den Aufbau der griechischen Wirtschaft endlich in Gang zu bringen. In einem Brief an den griechischen Ministerpräsidenten Lucas Papademos listete Barroso gestern auf, was er für Hellas tun will - und was die Griechen selbst dazu beitragen sollen. „Wir müssen das Geschäftsklima verbessern“, schreibt Barroso. Die EU-Kommission wolle in Zusammenarbeit mit der griechischen Regierung „die mittelständischen Unternehmen und die jungen Leute unterstützen“.

An den nötigen finanziellen Mitteln dafür mangelt es im Prinzip nicht. In der siebenjährigen EU-Haushaltsperiode bis 2013 stehen Griechenland 20 Milliarden Euro aus den EU-Fonds für strukturschwache Regionen zu. Ausgezahlt sind davon erst acht Milliarden Euro. Zusätzlich stellt die Europäische Investitionsbank (EIB) für den griechischen Mittelstand zinsverbilligte Kredite von insgesamt 650 Millionen Euro bereit.

Geldmangel sei also nicht das Problem, konstatiert Barroso in seinem Schreiben. Vielmehr gebe es in Griechenland zu viele „administrative Hürden“ und deshalb könnten die bereitstehenden Fördermittel „die Realwirtschaft nicht erreichen“. Deshalb komme das Land weder mit dem überfälligen Autobahnbau, noch bei der Entwicklung von Energieprojekten voran. Das müsse nun alles schneller gehen, drängelt Barroso - und hat seiner Griechenland-Task-Force einen Termin gesetzt. Bis Ende März soll sie einen neuen Aktionsplan für Hellas vorlegen.

Ein hartes Stück Arbeit für Task-Force-Leiter Horst Reichenbach. Dem deutschen Spitzenbeamten stehen gerade einmal 40 Leute zur Verfügung, um ein ganzes Land zu reformieren. Denn einigermaßen funktionsfähige Behörden gibt es in Griechenland nicht. Von der Steuerverwaltung bis zum Katasteramt muss alles neu aufgebaut werden. Auch die EU-Staaten wollen nun Beamte nach Griechenland schicken, um dabei zu helfen.

Der Wiederaufbau wird sehr lange dauern, meinen selbst Optimisten. Der Chef der Europäischen Investitionsbank, Werner Hoyer, rechnet mit zwei Jahrzehnten. Die Pessimisten, wie etwa der Chef des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, glauben gar nicht daran, dass Griechenland es schaffen wird.

Kommentare zu " Griechenland: Athens Weg bleibt extrem schwierig"

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  • Meiner Meinung nach wird das weitergehen. Es gibt erste Anzeichen dafür, dass das auf den Handel mit Olivenöl, Bohnen, Mehl etc. übergreifen wird. Erste Handelsplattformen auf Basis des Internets wurden bereits auf Messen dort vorgestellt. Zum Teil handelt es sich um Entwicklungen junger Menschen, denen die Krise als Ansporn dient.

  • @Wirtschaftsweiser...sehr richtig! Eine tolle Sache, aber leider wird das nicht lange gut gehen. Man kann ja auf Dauer die Kartoffeln nicht von der Rampe herunter reichen. Aber für den Zwischenhandel ist es ein Denkanstoß, die ganze Sache demnächst mit weniger großer Marge zu machen.

  • @Wirtschaftsweiser. Inzwischen fand ich heraus, dass es sich um insges. 6 Versicherungskassen handelt, die große Nähe zum Finanzministerium haben. Wie sie genau organisiert sind, weiß ich leider nicht. Es geht um Staatsanleihen i.H.v. 3,4 Milliarden €.

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