Griechenland-Debatte
Grüne fordern europäischen Bankenrettungsfonds

Die Grünen möchten die Griechenland-Diskussion von der Sicht der Ratingagenturen abkoppeln. Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, bringt einen Rettungsfonds ins Spiel.
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DüsseldorfDie Grünen haben davor gewarnt, privaten Gläubigern zu viel Mitsprache bei einer Griechenland-Lösung zu gewähren. „Genauso wenig wie die Banken haben die Ratingagenturen ein Interesse, das zu tun, was die europäische Politik gerne hätte“, sagte der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagfraktion, Gerhard Schick, Handelsblatt Online.

Es gehe kein Weg daran vorbei, die europäischen Regierungen müssten sich bei Griechenland „endlich zu einer stabilen Lösung durchringen, die sie aus der Abhängigkeit der Ratingagenturen befreit“.

Schick schlug die Schaffung eines europäischen Bankenrettungsfonds und sowie eine Umschuldung vor, „bei der - orientiert an den Brady-Bonds - den Investoren das Angebot unterbreitet wird, alte griechische Anleihen zum aktuellen Marktwert gegen neue, durch den Rettungsfonds EFSF garantierte Anleihen umzutauschen“. Das sichere die Refinanzierungssituation europäischer Banken und senke die Staatsschuld Griechenlands auf ein tragfähiges Niveau.

„Wenn hingegen die Euro-Staats- und Regierungschefs weiter Politik nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner betreiben, riskieren sie einen unkontrollierten Staatsbankrott Griechenlands - mit Gefahren für das europäische Projekt insgesamt“, sagte Schick.

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

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  • Wieso soll Deutschland auf illegaler Weise zahlen, wenn Länder wie England (Erfinder der EU) sich nicht beteiligen?

    Zitat David Cameron(21.06.2011): "We won't bail out Greece"

  • Das Schlimme und Perfide ist, dass die immer Europa und den Euro in einen Topf werfen und somit der Bevölkerung Angst einjagen wollen.
    Also geht der Euro den Bach runter (hoffentlich bald) geht Europa kaputt. Auf gut bayerisch "Dös is a Schmarrn"
    Leuteverdummung, Manipulation, das ist derzeit absolut auf dem Höhepunkt

  • @Tilly: Ich stimme in Ihrem 'hurra' mit ein. Aber Moment: Waren auf den Wahlzetteln nicht noch mehr als die bekannten großkopferten Parteien? Die Wähler sollten bei den kommenden Wahlen ein für alle mal ein Exempel statuieren und die von den Allierten indoktrinierte Zwei-Parteien-Landschaft unterbrechen bzw. unterbinden.

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