Griechenland Der Verteidiger der Finanzen

Mitten im Kampf gegen den Staatsbankrott wechselt der Premier den Finanzminister: Verteidigungsminister Evangelos Venizelos ersetzt Giorgos Papakonstantinou. Doch der Architekt der Sparpläne bleibt im Kabinett.
Update: 17.06.2011 - 10:01 Uhr 16 Kommentare
Griechenlands künftiger Finanzminister Evangelos Venizelos. Quelle: Reuters

Griechenlands künftiger Finanzminister Evangelos Venizelos.

(Foto: Reuters)

AthenDas gegen eine Staatspleite kämpfende Griechenland bekommt einen neuen Finanzminister. Verteidigungsminister Evangelos Venizelos soll das Schlüsselressort von Giorgos Papakonstantinou übernehmen, sagte ein Regierungsvertreter am Freitag in Athen. Die Kabinettsumbildung solle noch am Vormittag bekanntgegeben werden.

Venizelos war vor dem Aufstieg ins Verteidigungsministerium Kulturminister. Er gilt jedoch in der sozialistischen Partei als Nummer zwei hinter Papandreou. Er wird nun auch Vizepremier und damit Mitglied in Papandreous innerem Kabinett, dass der Premier im Zuge dieser Kabinettsreform neu einrichtet. Insgesamt tauschte Papandreou fünf Minister aus und reduzierte die Gesamtzahl von 17 auf 16.

Papakonstantinou ist der Mann hinter dem drakonischen Sparprogramm, gegen das seit Tagen Tausende Griechen auf dem Athener Syntagma-Platz rebellieren. Er hat Gehälter im Öffentlichen Dienst gekürzt und die Mehrwertsteuer mehrfach angehoben, um an die milliardenschweren Hilfsgelder von EU und Internationalem Währungsfonds zu kommen.

Papakonstantinou soll einem Bericht des Fernsehens zufolge allerdings im Kabinett bleiben und neuer Umweltminister werden. Neuer Außenminister soll der Europaabgeordnete Stavros Lambrinidis werden.

Mit der Regierungsumbildung versucht Papandreou einen Befreiungsschlag. Er steht unter Druck, weil Tausende Griechen seit Tagen gegen das harte Sparprogramm der Regierung auf die Straße gehen. Ohne neue Sparmaßnahmen wiederum droht dem hoch verschuldeten Land die Staatspleite, weil dann weitere Milliardenüberweisungen von EU und Internationalem Währungsfonds auf der Kippe stehen.

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Papandreou steht auch in seiner eigenen sozialistischen Partei unter starken Druck, hier sorgt der von EU und IWF aufgezwungene Sparkurs für starken Widerstand. Bis Dienstag will sich der Premier einem Misstrauensvotum im Parlament stellen - und dann entweder mit einem neuen Mandat gestärkt den Spar- und Reformkurs fortsetzen oder das Feld räumen.

Der Oppositionschef, der Vorsitzende der bürgerlichen Nea Dimokratia (ND), Antonis Samaras, fordert bereits vorgezogene Parlamentswahlen. Das Volk wolle dies, sagte Samaras am Donnerstagabend im Fernsehen. Die konservative Nea Dimokratia vertritt die Ansicht, dass das harte Sparprogramm der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Regierung unter Ministerpräsident Giorgos Papandreou die Wirtschaft abwürge und deswegen geändert werden müsse.  

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16 Kommentare zu "Griechenland: Der Verteidiger der Finanzen"

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  • Würden Sie einer Kuh Tischtennis-Spielen beibringen wollen ? Wer sagt denn, dass die Griechen ihre Korruption und Sozialbetrug überhaupt loswerden wollen ? Vielleicht gehört das seit Jahrtausenden zu ihrer Kultur und macht Spaß ? Alles ordentlich erledigen und fleissig und vorbildlich sein wird nicht überall als positive Eigenschaft empfunden.

    Die Gutdünker sind immer so gewollt naiv und untergraben mit ihrem Helfersyndrom jede Leistungs-Gerechtigkeit. Jeder Bedürftige ist erstmal chancenlos. Klar doch.

  • Ich kann garnicht verstehen warum die Griechen demonstrieren!! Sie haben Ihre Regierungen in den letzten Jahren immer wieder gewählt obwohl alle wußten wie es um das Land steht. Obwohl jeder Grieche weiß dass man ohne Bestechung in Griechenland nichts erreichen kann, wurden immer wieder die gleichen Politiker gewählt, immer wieder wurden die gleichen Beamten in die wichtigen Positionen eingesetzt usw. Vetternwirtschaft ohne Ende!!!! Solange alles gut ging und das Ausland nicht in die "Bücher" Griechenlands geschaut hat, hatten sie auch alle ihren nutzen! Nun da es heißt "liebe Griechen so geht es aber nicht weiter" gehen sie auf die Straßen und verwüsten ihre Heimat! Wie verrückt ist das denn? Die Griechen, nicht nur die Politiker in Griechenland sondern auch das Volk selbst sind selbst schuld an der Krise in Griechenland und deshalb habe ich keinerlei Verständnis dafür dass die anderen EU Staaten noch mehr Geld nach Griechendland schicken! Wo sind die 30 Mio. hin die Griechenland von der EU bekommen hat um ein Katasteramt einzuführen? Wo ist das Geld? Nicht einmal ein Drittel Griechenlands wurde vermessen! Was wurde mit dem Geld bezahlt bzw. angestellt welches von der EU/IWF etc. zur Verfügung gestellt wurde? Wahrscheinlich wurde das Geld wieder für neue Bestechungen verwendet... Griechenland ist ein Fass ohne Boden!! Aber bis der Rest der EU sich das eingestehen wird, werden wir noch ein paar Milliarden nach Griechenland, Irland usw. schicken um irgendwann festzustellen...alles war umsonst! Wir erlassen ihnen die Schulden und fangen bei Null an...wie lachhaft das alles ist...

  • Sowas tut man, wenn man sonst nichts mehr tun kann und in der EURO-Gruppe sucht man nach jemandem, dem man den "Schwarten Peter" zuschieben kann, wenn Griechenland Insolvenz anmeldet. Merkel und Schäuble schreien schon seit zwei Wochen ganz laut "hier"! Das einzeige, was die ganze EURO-Bande noch glaubt, ist, daß bei den Deutschen noch mehr rauszuholen ist. Tausenden kritische Politiker in allen europäischen nationalen Parlamenten kommen schon lange nicht mehr öffentlich zu Wort, es herrscht umfassende Zensur und die "Rechtspopulisten", wie sie diffamierend öffiziell bezeichnet werden, werden gute Ergebnise einfahren - außer in Deutschland! Aber ich weiß, wo ich zukünftig mein Kreuzchen hinmachen werde!

  • Sie müssen ja wissen was das gr. Volk will ! ! !

    Kommt endlich runter, die Hartz IV die mit dickem Mercedes und Urlaub in Deutschland rumfahren sind nicht besser als die, die es in GR tun. Jetzt greift ihr aus 11 Mio 10.000 heraus und bildet die Meinung für das Volk. Wenn Ihr repräsentativ für D seit, dann sind Eure Freunde nur die, die so handeln wie ihr, die so denken wie ihr, die tatsächlich glauben, dass GR für die Probleme D verantwortlich sind, dafür das die Gehälter seit 10 Jahren stagnieren, die Renten gekürzt werden und die Kosten steigen und vor allem dass ihr politisch in Eurem Land nicht nur nix zu melden habt sondern es auch nicht hinbekommt euch gehör zu verschaffen. Ihr werft den Griechen vor mit alten Platitüden gegen das dt. Volk vorzugehen und den Schuldigen woanders zu suchen. Was macht ihr denn gerade? Jede vierte Lehrkraft in D wird vor dem 50 Dienstunfähig und als es noch die Berufsunfähigkeitsrenten gab hatten wir pro Jahr 240.000 Frührentner in D. Hauptsache ihr fühlt euch gut, dass ihr gegen Stuttgart21 vorgegangen seit und wo - siehe da - trotz Wahlversprechnungen und Wechsel an der Regierung jetzt die Bauarbeiten einfach weitergehen.

    Macht Euch mal bewusst, in welchem Land Ihr lebt? Was sind Eure Freiheiten? Wo ist Eure Demokratie? Wer gibt irgendetwas auf dass, was Ihr zu sagen habt? Wo ist denn Euer Geld vor dem GR Problem hingeflossen? Wo bleibt der Wirtschaftsaufschwung in Eurer Brieftasche?

    Wenn Ihr die Repräsentaten des dt. Volkes sein solltet, dann steht D bald wieder isoliert da und Ihr werdet dann sagen " mir doch egal, die anderen braucht keiner, die wollen unser Geld nicht wir" usw.....

  • Fakt ist, dass in Griechenland nur die mit 50 in Rente gehen, die auch in Deutschland mit 50 in Rente gehen. Fakt ist, dass Griechenland ligitim in die Währungsunion beigetreten ist. Ob und wann die Kredite zurück gezahlt werden, kannst du auch nicht als Fakt bezeichnen weil du wie jeder Andere dabei in die Glaskugel gucken musst. Diese faschistischen Aussagen kannst du beim Staatsschutz machen, die hören dir gerne dabei zu.

    Man könnte die Hilfen auch sinnvoll Einsetzen, z.B. durch Berater die EDV Technisch Systeme für Griechenland mitentwickeln können um den Sozialbetrug besser zu überblicken. Oder mit Know How organisatorische Probleme lösen, wie z.B. bei der Aufklärung von Steuerhinterziehung. Hilfe zur Selbsthilfe halt.

  • Bedanken Sie sich bei Gerhard Schröder, der hat schließlich explizit darauf bestanden, das die Griechen in die Währungsunion aufgenommen werden. Dabei hat er sich übrigens gegen einige Mitgliedsstaaten durchgesetzt, die das griechische Gemauschel zu recht schon vor 12 Jahren kritisiert haben. Aber da wollte wohl jemand seinen sozialistischen Genossen etwas unter die Arme greifen. Und wir dürfen seinen und Fischers Alleingang heute gemeinsam ausbaden.

  • Giorgos Papakonstantinou wird geopfert. Das Volk und die EU wollen Veränderungen sehen. Ob diese sinnvoll sind, steht auf einem anderen Blatt. Venizelos war zuerst Kulturminister, dann Verteidigungsminister und jetzt Finanzminister. Ob der große Veränderungen bringt? Wird er das Volk beruhigen und zu Sparmaßnahmen überreden? Wird er die EU zu weiteren Zusagen bewegen? Mal schauen ob Papandreous Plan aufgeht...

  • Sollen mittlerweile alle HB-Leser zu Griechenlandfans umerzogen werden?
    Zitat von Abraham Lincoln:
    Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen,
    und das ganze Volk einen Teil der Zeit;
    aber man kann nicht das ganze Volk die ganze Zeit täuschen.

  • Warum ? Das ist doch alles sachlich. Das sind leider die Fakten. Welche Schachzüge in der griechischen Regierung gerade vonstatten gehen ist doch egal, das ist alles Show und ändert garnichts an der Situation.

    Fakt ist, das Volk will weiter in Saus und Braus leben und das geht nur mit fortgesetzten Transferzahlungen, die nie zurück gezahlt werden. So wird Lug und Betrug und schwache Wirtschaft subventioniert bis zum Sankt Nimmerleins-Tag. Danke auch.

  • Hätten Sie außer Ihren Pokererfahrungen auch etwas sachliches beizutragen?

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