Griechenland
Die Stunde der Extremisten

Radikale Splitterparteien sind die großen Gewinner der griechischen Parlamentswahlen. Damit hat die Sparkoalition keine Mehrheit mehr. Jetzt ist die Unsicherheit groß, wie es mit dem hoch verschuldeten Land weitergeht.
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AthenDie beiden großen Regierungsparteien in Griechenland haben bei den Parlamentswahlen am Sonntag die Mehrheit verfehlt. Nach Auszählung von 96 Prozent der Stimmen kommen die konservative Nea Demokratia und die sozialistische Pasok zusammen lediglich auf 32 Prozent und damit 150 der 300 Parlamentssitze. Die beiden Parteien, die über Jahrzehnte die Politik Griechenlands bestimmten, erhielten eine herbe Abfuhr für ihre Sparpolitik, die das Land in eine langwierige Rezession und die Arbeitslosigkeit auf Höchststände getrieben hat. Statt dessen erleben die radikalen Parteien am rechten und linken Rand einen gewaltigen Aufschwung.

Der harte Konsolidierungskurs, auf den sich die Regierung im Gegenzug für internationalen Milliarden-Hilfen einlassen musste, steht damit auf der Kippe. Nea Demokratia und Pasok sind die beiden einzigen Parteien, die hinter dem EU/IWF-Sparprogramm stehen. Nea-Demokratia-Chef Antonis Samaras und Pasok-Chef Evangelos Venizelos riefen bereits zur Bildung einer pro-europäischen Regierung der nationalen Einheit auf.

"Die Unsicherheit im Moment ist groß, welche Art von Regierung es geben wird und ob sie das EU/IWF-Programm unterstützt", sagte Analyst Diego Iscaro von IHS Global Insight.

Der Europaparlamentarier Jorgo Chatzimarkakis rechnet nach dem Resultat der Parlamentswahlen in Griechenland mit einer politischen Umwälzung sondergleichen. "Dieses Wahlergebnis ist ein Erdbeben - und der klare Beweis dafür, dass das bisherige politische System nicht weiter existieren kann", sagte der FDP-Politiker der Nachrichtenagentur dapd. "Ich gebe ihm höchstens noch sechs bis zwölf Monate, danach ist Schluss." Spätestens nach dem dramatischen Stimmenverlust der großen Parteien müsse jetzt eine neue Verfassung vorbereitet werden, "die Schluss macht mit der Vetternwirtschaft".

Nach Meinung Chatzimarkakis', der neben der deutschen auch die griechische Staatsbürgerschaft besitzt, könnte die Wirtschaft des Landes viel schneller wachsen, etwa durch erneuerbare Energien oder Gesundheitstourismus. "Aber all das unterbleibt, weil es politische Ränkespiele gibt und die Ministerien nicht funktionsfähig sind."

Griechenland brauche jetzt "vernünftige Menschen in politischen Führungspositionen, die das Land modernisieren und wieder europatauglich machen". Auch die Auslandsgriechen seien aufgerufen, bei der Neugestaltung des siechenden Staatswesens zu helfen. Bis die politische Ordnung endgültig auf neue Füße gestellt sei, müssten die Auflagen der sogenannten Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank aber noch erfüllt werden.

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Griechen wenden sich vom Sparkurs ab

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  • @margincall
    Falsch, nicht zwei drittel sondern nur ungefähr 18% haben gegen Europa gewählt (hauptsächlich Kommunisten und "chrysi avgi", alle andere Parteien sind für Europa).

  • Hier geht es nicht um Stavros der dich beschissen hat, hier geht es um viele Leute ( 60%)die nur noch fuer 470 Euro arbeiten und ab Juni soll noch mal ein neues Sparpaket kommen das heisst 400 Euro,na prima .Wie war noch 400 Euro Harzt 4 ,Kindergeld 180Euro pro Kind ,Sozialamt gibt es auch noch.Kindergeld in Griechenland 200Euro im Jahr ab 2Kinder,Sozialamt????Wenn einer in Griechenland nicht arbeiten will dann verhungert er,da gibt es keinen Staat der im hilft so wie bei uns .Die Reichen haben ihr Geld in Sicherheit gebracht und Rest soll jetzt Griechenland retten??????

  • Du solltest lieber mal dein Zimmer aufräumen, sonst schimpft Mutti noch.

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