Es geht nicht mehr nur um Griechenland: Die Euro-Zone muss mit einem tragfähigen Notfallplan eine Panik an den Finanzmärkten verhindern. Experten fordern, dass der IWF in die Sanierung von der Pleite bedrohter Staaten eingebunden werden sollte.
Griechenland: Europa ringt um das Vertrauen der Märkte
ZÜRICH/ BERLIN. Die Finanz- und Geldpolitiker der Euro-Zone stehen vor schweren Wochen. Der Sanierungsplan der griechischen Regierung und seine strenge Überwachung durch die Europäische Kommission haben die Finanzmärkte nicht vollends überzeugt. Im Gegenteil: Die Spekulationen über eine Ausbreitung der Schuldenkrise nach Portugal, Spanien und Irland sind neu aufgeflammt. Ökonomen, Analysten und Anleger fordern die Europäer auf, einen überzeugenden Notfallplan für in Zahlungsprobleme geratende Euro-Länder aufzustellen.
Dabei haben die Europäer gerade ihre Optionen eingeschränkt, indem sie ein Hilfsangebot des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückwiesen. In Kreisen des Bundesfinanzministeriums wurden entsprechende Äußerungen des IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn als "nicht hilfreich" und "völlig überflüssig" qualifiziert. EU-Währungskommissar Joaquin Almunia und der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, hatten in der vergangenen Woche ebenfalls IWF-Hilfen abgelehnt.
Die Finanzmärkte stellen jetzt den Euro auf die Probe Trichet wies darauf hin, dass das Haushaltsdefizit der Euro-Zone mit sechs Prozent der Wirtschaftsleistung weit niedriger sei als etwa das der USA. Doch die Finanzmärkte scheinen entschlossen, auszuprobieren, ob die finanzkräftigeren Euro-Länder trotz fehlender Mechanismen im Notfall den schwächeren Partnern beispringen würden.
Für die Weltwirtschaft steht dabei viel auf dem Spiel: Griechenlands Außenstände sind mit 290 Mrd. Euro mehr als doppelt so groß sind wie es die Schulden der US-Investmentbank Lehman Brothers waren. Ginge Griechenland pleite, dann könnte das eine zweite Finanzkrise nach sich ziehen.
Die stärkeren Euro-Länder werden darum keine andere Wahl haben, als ein glaubwürdiges Rettungskonzept zu formulieren, sagen Ökonomen. "Wenn Griechenland nicht gerettet würde, schwände das Vertrauen in Irlands Bonität, und es gäbe vielleicht kein Halten mehr", warnt Hans-Werner Sinn, der Chef des Ifo-Instituts. Wenn dann auch Italien, Spanien und Portugal wackelten, wäre der Euro am Ende. Sinn spricht sich dafür aus, dass sich EZB und die Europäische Investitionsbank (EIB) heraushalten. Auch Euro-Anleihen, bei denen die Euro-Staaten gemeinsam Geld an den Kapitalmärkten aufnähmen, lehnt er ab. Die beste Lösung seien direkte Hilfen aus dem EU-Haushalt, verbunden mit strengen Auflagen, "die richtig weh tun".
Kommentare (1)
Stell' dir vor die Angelsächsischen Finanzbankrotteure und Rosstäuscher pfeifen - und Deutschland zahlt NICHT!
Und siehe: Es wird nicht das Ende aller Tage sein.
Mütze ab, Michel: steh' auf aus deinem mentalen Lotterbett in der Angsthasenhöhle!