Griechenland, Europa und der Schuldenschnitt
So nicht, Herr Tsipras!

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CDU-Politiker: Hellenen notfalls über EU-Austritt aus Euro drängen

IW-Chef Hüther ist überdies der Auffassung, dass ein Schuldenschnitt für Griechenland angesichts der niedrigen Zinsen und der 30-jährigen Laufzeit nicht notwendig ist. „Zudem wäre der langfristige Ansehensverlust für Griechenland erheblich, ein Zugang zum Kapitalmarkt wäre absehbar nicht gegeben“, sagte Hüther dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Die neue Regierung wird hier auch nichts erreichen können, weil es die Solidarität der Partner ausbeuten würde.“ Eine „Vorwärtsstrategie“ läge nach der Überzeugung Hüthers „in forcierten Struktur- und Verwaltungsreformen sowie einer Bündelung und Konzentration der Investitionsmittel“.

Der Forschungsdirektor am Deutschen Institut Wirtschaftsforschung (DIW), Alexander Kritikos, hält einen „echten“ Schuldenschnitt derzeit zwar für „sehr unwahrscheinlich“. „Möglich sind eher Verhandlungen über eine Verlängerung der Laufzeiten und eine weitere Zinssenkung“, sagte Kritikos dem Handelsblatt (Online-Ausgabe).

In der „mittleren Frist“ sei jedoch eine Umkehrung der Reihenfolge beim Schuldenschnitt denkbar, betonte Kritikos: „Nach Umsetzung der noch immer ausstehenden Strukturreformen könnte es seitens der EU die Bereitschaft zu einem gewissen Entgegenkommen geben und die Staatschulden in gewissem Umfang erlassen werden“, sagte der DIW-Ökonom.

Der Syriza-Chef dürfte sich der vertrackten Lage bewusst sein. Der CDU-Wirtschaftspolitiker Klaus-Peter Willsch vermutet daher, dass Tsipras versuchen werde, die Euro-Zone zu spalten. „Wenn sich die Bundesregierung weichkochen lässt, hätte das verheerende Auswirkungen“, warnte der Bundestagsabgeordnete im Gespräch mit dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Unweigerlich würden andere Schuldenstaaten auch auf Milderung hoffen.“

Die Bundesregierung müsse deshalb deutlich machen, dass es griechische Regierungen gewesen seien, die das Land herunter gewirtschaftet hätten. Und es sei die griechische Regierung gewesen, die mit der Troika ein Reformprogramm ausgehandelt habe. „Der griechischen Propaganda vom deutschen Diktat muss endlich entgegen getreten werden“, forderte Willsch.

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  • @Vogels:Tja was hätte man alles tun können mit dem Geld das man Griechenland in den Rachen geworfen hat....
    Aber das ist zu kurz gesprungen. Griechenland hat über Jahrzehnte seit der EU Zeit Subventionen in Milliardenhöhe abgegriffen. Und nicht nur Griechenland!!! Fast alle EU-Länder haben sich von unserem Speck ernährt und tun es heute noch. Und zusätzlich schädigen uns Luxembourg, Belgien, Holland seit Jahrzehnten mit dem Steuerdumping. Aber dazu gehören auch Schweiz, die Kanalinseln, die Kleinststaaten in Europa und natürlich etliche Osteuropäische Staaten die einen lächerlichen Zinssatz für Industrieunternehmen offerieren. Alleine Luxembourg schädigt uns mit ca 30 Milliarden per anno. Bei einem Zinssatz von 10 % verdoppelt sich dieser Betrag alle 7 Jahre. Und dieses System existiert schon seit 30 Jahren. Das Unfassbare ist, dass die zu zahlenden und Deutschland hinterzogenen Steuern nicht diesen Länder voll zu Gute kommt, sondern lediglich eine kleine Marge. Warum haben wir eigentlich das zugelassen. Bei einer Versteuerung dieser Konzerne in Deutschland hätten wir diese Schädlingsländer locker mitfinanzieren können. Aber wer spricht/schreibt darüber. Lügenpresse ist wohl ein falscher Begriff. Systemkonforme Volksverdummungspresse passt wohl eher. kriminell kann man auch durch Unterlassung werden!!Also dreschen wir besser nicht auf die Griechen ein , sondern auf Merkel, Schäuble und Co plus deren Vorgänger, die diese Volkschädigung zugelassen und sogar unterstützt haben.

  • Verehrter Herr Neuerer,

    eine Politik, die dermaßen versagt hat, muss man endgültig fallen lassen. So leid es mir tut für Frau Merkel und Herrn Schäuble, aber auch für viele Damen und Herren, die Sie in Ihrem Artikel zitieren: es kann nicht ein ganzes Volk "geschlachtet" werden, damit hinten raus die richtigen Zahlen kommen (wenn sie jemals kommen....). Nach sechs Jahren Zermürbung und Ausbluten griechischer Familien sind folgende Zahlen Fakt und daran läßt sich nicht rütteln: 27% (von 11% vor der Krise) Arbeitslosigkeit, 60 (!!)% bei jungen Menschen bis 25 Jahren. 175% des BIP (120% vor der Krise) Auslandsschuld. 6 von 11 Millionen Griechen von Armut bedroht. Keine Sozialversicherun, keine Arbeitslosenversicherung. Teuerungsrate unvergleichbar hoch zu den massiven Gehaltskürzungen. Ich denke, ich brauch nicht noch mehr harte Realität aufzuführen.
    Dabei haben die vergangenen griechischen Regierungen strikt das getan, was das Spardiktat der Troika (und, das muß einfach betont werden, vor allem der deutsche Europartner) auferlegt hat. Na, wenn dies nicht eine für das Europa des 21ten Jahrhunderts beschämend erfolglose Politik ist! Noch beschämender empfinde ich jedoch das neurotische Festhalten-Wollen an dieser Politik. Koste es (wieviel Menschenleben auch immer) es wolle.

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