Griechenland
Harte Fronten im Streit über neues Hilfspaket

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EZB warnt vor einer Kettenreaktion

Auch die Europäischen Zentralbank (EZB) will keine Vorgaben akzeptieren und setzt auf eine völlig freiwillige Beteiligung der Investoren, betonte der designierte EZB-Chef Mario Draghi vor dem Europaparlament.

Die Währungshüter fürchten einen Kreditausfall mit Kettenreaktionen an den Finanzmärkten sowie Wertverluste in ihren Büchern, da die Notenbank auf griechischen Staatsanleihen in Milliardenhöhe sitzt. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnt: „Eine erzwungene Laufzeitverlängerung birgt in der konkreten Situation mehr Risiken als Chancen“. Die Gläubiger-Beteiligung dürfe keine negativen Auswirkungen auf andere Länder der Eurozone haben, warnen auch die Finanzchefs. „Wir müssen sehr vorsichtig vorgehen“, sagt Luc Frieden.

In Europa gehören zu den Hardlinern bei der Euro-Rettung neben Deutschland die Niederlande, Finnland sowie kleinere Ländern wie Slowakei und Slowenien. In den Niederlanden schüren die Rechtspopulisten um Geert Wilders eine Anti-Euro-Stimmung, in Finnland nimmt die Regierung nach der Wahl Rücksicht auf die EU-skeptischen „Wahren Finnen“.

Die Slowakei als das ärmste Land in der Euro-Zone bringt das Argument: „Es kann nicht sein, dass wir als armes Land die reichen Griechen unterstützen.“ Doch letztlich müssen sich die Euro-Länder in den nächsten Tagen zusammenraufen, zu groß ist die Angst vor einem Domino-Effekt. Neue Unsicherheiten an den Märkten könnten Schuldensünder wie Portugal und Irland in den Strudel reißen. Griechische Staatsanleihen sind inzwischen tief in der Kategorie „Ramsch“ gelandet.
So dürfte trotz aller Konflikte letztlich schon bald ein Kompromiss auf dem Tisch liegen. Es müssten „noch einige technische Arbeiten erledigt“ werden, sagt Luxemburgs Finanzminister Frieden.

Dass auch die deutsche Seite einer rein freiwilligen Lösung zustimmen könnte, deutete Finanz-Staatssekretär Steffen Kampeter (CDU) bereits an. Die Bundesregierung werde nichts tun, „was gegen den ausdrücklichen Rat der Europäischen Zentralbank ist“.

Kommentare zu " Griechenland: Harte Fronten im Streit über neues Hilfspaket"

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  • Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!qeYkV6

  • Griechenland und kein Ende in Sicht, wenn nicht der Autritt aus dem EURO kommt. Erst Bruch des Lissabonvertrages und dann immer weitere Subventionen zulasten der Steuerzahler. Auch das Maastricher Schuldenabkommen ist schon lange gebrochen. Was sind EUVerträge eigentlich wert? Dann die unkontrollierten Aufkäufe fauler Staatsanleihen in Milliardenhöhe durch die EZB. Trichet mit dem Karlspreis geehrt, aber wofür? Bald wird auch noch die EZB Milliardenverluste weiterreichen an die nationalen Zentralbanken. Deutschland natürlich gleich wieder mit mindestens 25% dabei. Es werden nur noch Berufseide gebrochen. Wenn Frankreich seine Banken schonen will, kann Sarkosy ihnen ja ihre GR-Kreditausfälle aus der Staatskasse ersetzen. Den anderen EU-Staaten kann das gleichgültig sei. Vor einem Jahr schon wurde die Politik von Nationalökonomen klar gewarnt, GR-Hilfsprogramme aufzulegen. Jetzt haben wir den Salat. Was für 2 Jahre bestimmt war, nämlich die 110 Mrd. €, sind nach einem Jahr schon hin. Jetzt schon 120 Mrd.€, im nächsten Jahr sicherlich weitere 150 Mrd. € usw. Nicht nur der EURO-Raum, sondern die EU ist schon gescheitert, mindestens in der Meinung der EU-Bürger. Soweit haben es die Poltiker gebracht. Nein, Danke!

  • Die Hauptursache der wirtschaftlichen Probleme in Europa ist neben der Staatsverschuldung die ökonomische Fehlkonstruktion Euro selber!
    EU mit Euro nebst Transfermechanismus ESM zerstören die soziale Marktwirtschaft und auch die demokratische Grundordnung weil die EU Despokratie durch die Hintertür die schrittweise Entmachtung der freien Länder und deren demokratisch gewählten Regierungen anstrebt, was resultierend einer Entmachtung des Souveräns gleichkommt.
    Die Fehlkonstruktion EUro mit ihren dysfunktionalen Eigenschaften versklavt alle freien Völker Europas, indem sie die einen zu Almosenempfängern degradiert und die anderen ausplündert.
    Die EU Diktatwährung ist ein destruktives Konstrukt welches Europa mittelfristig zerstören wird.
    Eine einheitliche Währung für Volkswirtschaften mit so unterschiedlicher Produktivität, Ausrichtung, Leistungs- fähigkeit und bereitschaft ist ökonomisch gröbster Unsinn.
    Eine Währung hat die wichtige Funktion, Ungleichgewichte in den Außenbilanzen zwischen einzelnen Volkswirtschaften auszugleichen. Der Euro vernichtet dieses Basiselement. Deshalb muß die Anpassung über die Realwirtschaft, sprich Löhne und Preise, erfolgen. Die Folge sind Rezession, wegbrechen der Staatseinahmen, abhängigkeit der schwächeren Ländern von permanenten Transferleistungen.
    Der Euro ist ein frankensteinsches Monstrum, welches nur durch die Politik und unvorstellbare Mengen an Subventionen, siehe ESM, künstlich am Leben erhalten wird.
    Und dies alles zu Lasten des Steuerzahlers!
    Ein Europa der freien Völker und auch Deutschland braucht keine Währungsunion um erfolgreich zu sein, im Gegenteil.
    Der Euro und auch die (schon teils kriminelle) EU Organisation in der derzeitigen Form ist ein Krebsgeschwür im Körper Europas welches entfernt werden muß.
    Die europäische Währungsunion ist gescheitert, nur will es keiner der verantwortlichen EU Fanatiker zugeben.
    Viele Fachleute haben schon vor der Euro Einführung gewarnt und alle diese Probleme vorausgesagt.

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