Der jetzt gewählte Zustand bringt nach Einschätzung von Ökonom Otte etliche Nebenwirkungen mit sich. „Es profitieren zu viele am gegenwärtigen Zustand - die herrschende Kaste in Griechenland, die europäische Politelite und nicht zuletzt Investment- und Schattenbanken sowie Hedgefonds, die sich auf weitere Privatisierungen in Griechenland freuen können“, sagte er. Die Kosten trügen die Bürger in Griechenland. Ähnlich verhalte es sich in den Nord-Ländern. Damit zeige sich: „Die Eurohysterie ist ein probates Mittel der Finanzeliten, sich weiter auf Kosten der Menschen zu bereichern.“
Otte hält es auch für widersinnig, das Festhalten am Euro mit „proeuropäisch“ zu bezeichnen. „Ein Festhalten am Euro um jeden Preis in jedem Land ist ausgesprochen antieuropäisch“, sagte er. „Würde Griechenland aus der Euro-Zone ausscheiden, wäre ein erster Schritt zur Gesundung Europas getan.“ Dann würde man merken, dass dies weitgehend folgen- und schmerzlos möglich wäre. Daher, so Otte weiter, dürfe die europäische Politelite dies auf keinen Fall zulassen.
Die Athener Regierung muss dringend Geld auftreiben, sonst sind am 20. Juli die Kassen leer. Der Staat könnte dann keine Renten und Gehälter mehr zahlen. In den ersten fünf Monaten lagen die Haushaltseinnahmen bereits rund 700 Millionen Euro unter dem Plan. Bis zum Jahresende könnte der Fehlbetrag auf 1,3 Milliarden anwachsen.
Die Troika fordert als Voraussetzung für weitere Hilfen bis Ende Juni eine detaillierte Finanzplanung für die Jahre 2013 und 2014. Dabei geht es um zusätzliche Einsparungen von 11,7 Milliarden Euro. Es gibt aber in Athen die Hoffnung, dass sich die Gläubiger auf eine Streckung dieses Konsolidierungsziels bis ins Jahr 2015 einlassen.
Die Troika verlangt Einschnitte im öffentlichen Dienst. Dazu gehören weitere Gehaltssenkungen, die Schließung überflüssiger Behörden und die Streichung von 150.000 Stellen bis 2015. Vor allem das ist in Griechenland ein politisch heißes Eisen.
Die Rekapitalisierung der angeschlagenen griechischen Banken muss in trockene Tücher gebracht werden. Dafür stehen aus dem Rettungsfonds EFSF insgesamt 50 Milliarden Euro zur Verfügung. Die griechischen Parteien konnten aber vor der Wahl keine Einigung über die Modalitäten der Rekapitalisierung erzielen.
Griechenlands Gläubiger erwarten eine Beschleunigung der bisher schleppenden Strukturreformen und der auf Eis gelegten Privatisierungen. Dadurch soll Griechenlands Wirtschaft wettbewerbsfähiger werden.
Damit wird sich allerdings der gegenwärtige Zustand kurz- und mittelfristig fortsetzen. „Die Wahrscheinlichkeit, dass Eurobonds kommen, hat sich noch einmal erhöht“, ist sich Otte sicher. „Irgendwann in etwa 2 bis 3 Jahren wird sich der jetzige Kurs aber nicht mehr fortsetzen lassen, da die zugrundeliegende Zahlungsbilanzkrise im Eurosystem nicht gelöst worden ist“, warnte der Ökonom und fügte warnend hinzu: „Dann könnte uns der Euro umso heftiger um die Ohren fliegen.“
Mit Material von Reuters

Das dauert nicht mehr bis zum Ende des Jahrzehnts, der Supergau kommt früher

Herr Otte hat völlig Recht.
Aber wo nur Dilettanten in der Politik sind, kann man nicht werwarten, dass diese auf Fachletue hören.
Unsere Politiker umgeben sich leiber mit willfährigen selbsternannten "Experten"

„In drei Jahren könnte uns der Euro um die Ohren fliegen“
Warum erst in drei Jahren? Er fliegt doch jetzt schon.
Ja, viele der Zeitgenossen in Vollnarkose merken"s vielleicht erst in drei Jahren, falls sie dann gerade aus ihren Träumen erwachen.
20 Kommentare
Alle Kommentare lesen