Griechenland-Hilfe Die EZB in der Zwickmühle

Mit ihrer starren Haltung blockiert die EZB eine Lösung in der Euro-Krise. Ihr Chef Jean-Claude Trichet hat sich vom "Mister Euro" zum "Monsieur non" gewandelt
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EZB-Chef Jean-Claude Trichet. Quelle: Reuters

EZB-Chef Jean-Claude Trichet.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfJean-Claude Trichet ist ein Feingeist, mit Vorliebe für klassische Musik und Literatur. Seine öffentlichen  Auftritte  sind geprägt von vornehmer Zurückhaltung und nüchterner Analyse. Doch nach der jüngsten Ratssitzung  verlor der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) vor der internationalen Presse in Frankfurt die Contenance.

„Diese Fragen sollten Sie an die Regierungen richten“, schmetterte er die  Journalisten ab, die eine  Umschuldung Griechenlands  ins Spiel gebracht hatten. Dabei schlug Trichet bei jedem Wort mit der Handkante auf den Tisch.

Sein emotionaler Ausbruch zeigt: Nach anderthalb Jahren permanenter, sich immer weiter zuspitzender Euro-Krise liegen in der EZB die Nerven blank. Denn die Notenbank hat nicht nur, etwa mit dem Kauf von Staatsanleihen, eigene eherne Prinzipien aufgegeben. Darüber hinaus hat sie sich, und das wiegt noch schwerer, in der Wissenschaft, bei Bankern und Politikern isoliert.

Als der Chef der Eurogruppe, Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker, im Jahr 2006 mehr Mitspracherecht in Währungsfragen reklamierte, holte er sich von Jean-Claude Trichet eine Abfuhr. „Ich unterschreibe die Geldscheine. Ich bin Mister Euro“, betonte der EZB-Präsident seine Machtstellung. Fünf Jahre später, auf dem Höhepunkt der Staatsschuldenkrise, drängt sich der Eindruck auf: Aus dem „Mister Euro“ ist ein „Monsieur non“ geworden.

Der FDP-Finanzexperte Frank Schäffler bringt den Unmut auf den Punkt: „Die EZB ist ein Totalausfall in der Euro-Krise. Sie mauert, statt eigene Konzepte vorzulegen. Herr Trichet, dessen Amtszeit im Oktober ausläuft, agiert inzwischen nach den Motto: Nach mir die Sintflut.“

Der frühere Chef des Sachverständigenrats, Bert Rürup, ergänzt: „Die EZB hat sich gegen eine Umschuldung festgelegt. Sie spielt auf Zeit und hofft, dass allein mit strikten Sparprogrammen und einem wirtschaftlichen Aufschwung die Schuldenprobleme Griechenlands gelöst werden können. Dies ist eine trügerische Hoffnung.“

Tatsächlich beschränkt sich die wichtigste Institution im Kampf gegen die Euro-Krise auch vor dem am Donnerstag geplanten Brüsseler Sondergipfel darauf, sämtliche Vorschläge von Politikern, Ökonomen und Bankern abzulehnen. Ob Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble eine Beteiligung der privaten Gläubiger an der Griechenlandrettung fordert.

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1 Kommentar zu "Griechenland-Hilfe: Die EZB in der Zwickmühle"

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  • Zitat:"Jean-Claude Trichet ist ein Feingeist, mit Vorliebe für klassische Musik und Literatur."

    Beides wird im chateau d'if nicht erhältlich sein.

    24 Stunden am Tag der Gesang betrunkener Wärter und Comics lebenslängig! Für den Chef der größten Bad Bank der Welt!

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