Griechenland-Hilfe
Göring-Eckardt bietet Merkel Unterstützung an

Die Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckardt hält ein drittes Hilfspaket für Griechenland für möglich - und bietet Merkel die Unterstützung ihrer Fraktion an. Der CDU-Wirtschaftsflügel reagiert verärgert.
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AthenGrünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt rechnet mit einem weiteren Hilfsprogramm für Griechenland. „Wir sollten uns alle auf ein drittes Hilfspaket einstellen“, sagte sie der „Welt am Sonntag“. Der CDU-Wirtschaftsrat warnte dagegen vor verfrühten Zusagen und beharrte auf Reformen im Gegenzug für Hilfen an Griechenland.

Göring-Eckardt sagte dem Blatt, sie sehe nicht, „dass Griechenland schon im Frühsommer auf eigenen Beinen steht“. Die Grünen-Fraktionschefin zeigte sich irritiert über die zahlreichen Nein-Stimmen aus der Unionsfraktion bei der Verlängerung des zweiten Hilfspakets Ende Februar und bot Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihre Unterstützung an: „Wenn es um ein drittes Hilfspaket geht, werden wir es wieder gründlich prüfen. Falls es tragfähig ist und Frau Merkel die nötigen Stimmen aus den eigenen Reihen fehlen: Die Grünen haben gezeigt, dass sie ihrer Verantwortung gerecht werden.“

Der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, sagte der afp, diese Zusage von Göring-Eckardt „verdirbt die Moral in Europa“. Es müsse die Linie gelten: „Hilfe gegen Reformen.“ Nur wenn diese „konkret und verbindlich“ seien, sei ein drittes Hilfspaket denkbar. Die Grünen warnte er, „nicht wieder in die gleichen Fehler zu verfallen wie vor zwei Jahren“, als sie sich für Eurobonds und damit eine Vergemeinschaftung von Schulden in der Eurozone eingesetzt hätten.

Die Gläubiger-Institutionen verhandeln seit Wochen mit Athen über die Auflagen, zu denen Griechenland weitere Notkredite erhalten kann. Trotz der ablaufenden Zeit ist noch keine Einigung in Sicht, die bislang eingereichten Vorschläge aus Athen reichen der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht aus. Der Athener Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis wirkt im Interview mit der Sonntagszeitung „Eleftheros Tipos tis Kiriakis“ jedoch optimistisch: „Alle Seiten betonen, dass erhebliche Fortschritte erzielt wurden“, sagte er. „In den Verhandlungen ist noch ein Weg zurückzulegen. Aber ich glaube, dass wir sehr bald zu einem Übereinkommen gelangen werden.“

Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis wollte am Sonntag in Washington mit der Chefin des Weltwährungsfonds (IWF), Christine Lagarde, zusammenkommen. „Das Treffen steht im Rahmen der Verhandlungen, die die griechische Regierung mit allen beteiligten Institutionen führt“, sagte Sakellaridis.

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  • "Göring-Eckardt bietet Merkel Unterstützung an"

    Bitte, bitte nicht !!! ROT/GRÜN war genug ! Die EU-Bevölkerung leidet bereits, durch diese "Politik" !

    Es wurde bereits zu viel politischer Schaden angerichtet seit ROT/GRÜN !

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