Griechenland-Hilfe: IWF rückt von seinen Forderungen ab

Griechenland-Hilfe
IWF rückt von seinen Forderungen ab

Im Streit um die Griechenland-Hilfen sollen sich der Internationale Währungsfonds und die Euro-Finanzminister angenähert haben. Jetzt hängt es noch an einer Finanzlücke von zehn Milliarden Euro, die geschlossen werden muss.
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AthenIm Streit über weitere Milliardenkredite für das hoch verschuldete Griechenland haben die Gläubiger des Landes Athener Regierungskreisen zufolge Fortschritte erzielt. Demnach näherten sich der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Euro-Länder in der wichtigen Frage des Schuldenziels für Griechenland an. Um zu seiner endgültigen Lösung zu kommen, müsse aber noch eine Finanzlücke von zehn Milliarden Euro geschlossen werden.

Ein hochrangiger Regierungsvertreter sagte am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters, der IWF habe eingewilligt, den griechischen Schuldenstand im Jahr 2020 nun mit 124 statt der bislang festgelegten 120 Prozent der Wirtschaftsleistung als tragfähig zu erachten. Die Euro-Gruppe habe sich bereits auf Maßnahmen verständigt, wie die Schuldenquote bis 2020 auf 130 Prozent gesenkt werden kann. Um auf die angepeilten 124 Prozent zu kommen, müssten die zehn Milliarden Euro aufgebracht werden, hieß es. Als Reaktion stieg der Euro am Vormittag auf den höchsten Stand seit drei Wochen und notierte bei 1,2908 Dollar.

Eine andere mit den Verhandlungen vertraute Person bestätigte zwar, dass der IWF inzwischen die Schuldenquote von 124 Prozent akzeptiere. Allerdings sei die genannte Lücke von zehn Milliarden Euro zu optimistisch. Bislang wurde mit einer Schuldenstandsquote von 144 Prozent im Jahr 2020 gerechnet. Auf welchem Wege genau die Verbindlichkeiten verringert werden sollen, war zunächst unklar.

Die Frage, in welcher Höhe die griechischen Schulden als tragfähig eingeschätzt werden, ist einer der wichtigsten Streitpunkte zwischen den Europäern und dem IWF. Experten des Fonds haben einen Schuldenerlass auch durch öffentliche Gläubiger angeregt, was vor allem Deutschland ablehnt. Finanzminister Wolfgang Schäuble verweist auf rechtliche Probleme. Zudem würde der sogenannte Schuldenschnitt auch den Steuerzahler belasten.

Die Sicherung der langfristigen Schuldentragfähigkeit ist eine Voraussetzung dafür, dass Griechenland dringend benötigte Kredite aus dem zweiten Hilfspaket mit einem Gesamtumfang von 130 Milliarden Euro erhalten kann. Die nächste Tranche umfasst voraussichtlich 44 Milliarden Euro und soll im Dezember überwiesen werden.

Bei ihrem Treffen am Dienstag hatten sich die Finanzminister der Euro-Gruppe zunächst nicht auf weitere Hilfen für Griechenland einigen können. Eine weitere Konferenz ist für Montag angesetzt. Vorgesehen ist ein Bündel mit verschiedenen Maßnahmen. Im Gespräch ist etwa, dass Griechenland den Preisverfall seiner Anleihen nutzt und Schuldtitel zurückkauft. Vorgeschlagen wurde auch, Gewinne der Europäischen Zentralbank (EZB) an Griechenland weiterzureichen.

 

Kommentare zu " Griechenland-Hilfe: IWF rückt von seinen Forderungen ab"

Alle Kommentare
  • Der Euro hat keine Zukunft in den heutigen 17 Ländern, wovon über die Hälfte schon angeschlagen sind. Diesen sollte man erlauben zu ihren alten Währungen zurück zu gehen, selbst evtl.mit einem kleineren Haircut, dann wären sie nach einer Abwertung wieder wettbewerbsfähig und könnten sich so aufstellen, dass sie in Zukunft eine Chance hätten zu den Euro-Ländern zurück zu kehren u. mithalten zu können.--Die gegenwärtige Politik des Aufschiebens, das
    Peitschen eines lahmen Gauls, des Glaubens und Verfechtens von Versprechungen eines Landes, das in der Regel Versprechen nicht hält,ist bewusste Hinhaltetaktik,auch was der Fin Min gerade im Fernsehen erklärt und verteidigt.--
    Deutschland muss den Euro verlassen, solange dies noch möglich ist. Von der gegenwärtigen Politik profitiert die Finanzbranche, von den Target2 nur die Export-und Großindustrie. Aber die Bürger werden nicht gehört bzw.ignoriert.

  • 'FranzVeldung' sagt
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    Der Schuldenschnitt war wohl kein Ereignis ? Der Haircut ist schon im Frühjahr erfolgt,insofern müssten auch die Verluste verbucht werden.
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    Doch, der Schuldenschnitt war ein Ereignis.

    Verbucht werden muß da aber nichts, da die entsprechenden Forderungen schon hinreichend abgeschrieben waren.

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    'FranzVeldung' sagt
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    Hat ja eine DBK oder SocGen auch gemacht.Sie im Bundeshaushalt nicht zu erwähnen ist unseriös,siehe Kritik der Grünen dazu !
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    Der Bundeshaushalt ist kein Geschichtenbuch für grüne Laienschauspieler.

    Sondern ein RECHENWERK für Einnahmen/Ausgaben.

    Das sich durch die Realisierung von bereits vorgenommenen Abschreibungen weder kameralistisch noch kaufmännisch ändert.

    Natürlich begreifen die Grünen den Unterschied nicht. Sie wollen bloß den Schuldenschnitt noch einmal propagandistisch ausschlachten.

    Womit sie ihre Wähler für dumm verkaufen - die Grünen sind doch die Gutdemagogen die am liebsten ganz Deutschland an Ausländer verschenken würden.

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    Der Schuldenschnitt ist ja nun wirklich nicht insgeheim vorgenommen worden.

  • Der Schuldenschnitt war wohl kein Ereignis ? Der Haircut ist schon im Frühjahr erfolgt,insofern müssten auch die Verluste verbucht werden.

    Hat ja eine DBK oder SocGen auch gemacht.Sie im Bundeshaushalt nicht zu erwähnen ist unseriös,siehe Kritik der Grünen dazu !

  • 'hagadi' sagt
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    Mann, Mann...wann greift in diesen Hirnen endlich die einfache Tatsache: "Die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Länder ist zu unterschiedlich, um jemals einer gemeinsamen Währung Bestand zu geben"
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    In Ihrem Hirn ist wohl auch die Wettbewerbsfähigkeit der Uckermark von der Stuttgarts zu verschieden um jemals einer gemeinsamen Währung Bestand zu geben.

    Dito Appalachen und Silicon Valley, etc.

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    Wann greift in den Hirnen der Euro-Gegner die einfache Tatsache: "Der Sinn einer Währung ist es als Maß für Wert und als allgemeines Tauschmittel zu dienen, und NICHT als Wettbewerbsfähigkeitskrücke."

  • 'Sebastian' sagt
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    Oh je jetzt geht das Theater in die nächste Runde.Interessant finde ich ,dass die HRE/Landesbanken,Coba-Verluste aus der Griechenlandrettung-Stichwort erster Schuldenschnitt-immer noch nicht im Bundeshaushalt verbucht sind.
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    Könnte es vielleicht sein daß im Bundeshaushalt nur zahlungswirksame Ereignisse verbucht werden?

    Im Schuldenstand sind die Passiva der bundeseigenen HRE-Abwicklung jedenfalls enthalten - die werden durch Abschreobungen auf Forderungen auch nicht größer.

    Die COBA-Verluste konnten aus Rückstellungen für Verluste getragen werden und haben mit dem Bundeshaushalt sowieso nichts zu tun.

    Ebenso die LANDESbanken.

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    'Sebastian' sagt
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    Ja "unser" Schäuble muss über magische Fähigkeiten verfügen,lässt 17,5 Milliarden einfach so verschwinden.
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    Schäuble sind - im Gegensatz zu Ihnen - die Grundsätze der Buchführung bekannt.

  • Die europäische Intensivstation leidet unter Sauerstoffmangel.
    Die Truppe um Alibaba schwächelt.

  • Oh je jetzt geht das Theater in die nächste Runde.Interessant finde ich ,dass die HRE/Landesbanken,Coba-Verluste aus der Griechenlandrettung-Stichwort erster Schuldenschnitt-immer noch nicht im Bundeshaushalt verbucht sind.
    Ja "unser" Schäuble muss über magische Fähigkeiten verfügen,lässt 17,5 Milliarden einfach so verschwinden.

  • die deutschen Politiker (egal ob Schwarz/Gelb oder Rot/Grün) haben uns (das deutsche Volk) in Sachen Europa und EURO belogen und betrogen; sie (die deutschen Politiker) verstoßen gegen geltendes Recht, brechen Verträge(u.a. keine Gemeinschaftshaftung, etc.) und verstoßen auch gegen ihren Amtseid!! denn sie haben geschworen, Schaden vom deutschen Volke abzuwenden!!sie gehören somit angeklagt, verurteilt und entlassen!! Der englische Premierminister kämpft wenigstens für sein Land, unsere Politiker verraten uns nur!!

  • Ach so...nur noch eine Lücke von 10 Milliarden muss geschlossen werden!!!!! Dann kann der Abstieg Europas weitergehen bis zur nächsten Lücke in 4 Wochen oder was?
    Mann, Mann...wann greift in diesen Hirnen endlich die einfache Tatsache: "Die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Länder ist zu unterschiedlich, um jemals einer gemeinsamen Währung Bestand zu geben"
    Fazit: Ein Ende der Krise kann es nur durch ein Ende der gemeinsamen Währung EURO geben. Je länger es dauert, desto mehr benachteiligt sich Europa selbst gegenüber dem Rest der Welt.

  • ........haben die Gläubiger des Landes Athener Regierungskreisen zufolge Fortschritte erzielt
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    Ah ha, "Athener Regierungskreisen" zufolge!
    Wie kommt das Handelsblatt nur dazu, in diesem Zusammenhang von "Fortschritten" zu reden, wo unser und das Geld nachfolgender Generationen für korrupte südeuropäische Regierungen verbraten wird?
    Sollte man da redlicherweise nicht von "Rückschritten" sprechen? Oder passt die Wahrheit nicht ins rabulistische Konzept?

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