Griechenland-Hilfe
Schäuble fordert Marshallplan für Griechenland

Der Staatsbankrott Griechenlands ist vorerst abgewendet, doch wie lässt sich das Land dauerhaft stabilisieren? Wolfgang Schäuble schlägt einen europäischen Marshallplan vor, um die griechische Wirtschaft zu unterstützen.
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BrüsselAufatmen in Brüssel und Athen: Nach wochenlangem Ringen haben die Euro-Finanzminister Griechenland eine dringend benötigte Finanzhilfe über zwölf Milliarden Euro zugesagt. Die Ressortchefs der Währungsgemeinschaft gaben die Kredittranche am Samstag in einer Telefonkonferenz frei. Das Geld werde vorbehaltlich der Zustimmung des Internationalen Währungsfonds zum 15. Juli überwiesen, erklärten sie. Damit wird das Partner-Land kurzfristig vor einer Pleite bewahrt.

Wie sich der griechische Staatshaushalt jedoch langfristig entwickeln wird, wagt man weder in Brüssel noch in Berlin zu prognostizieren. Kaum jemand ist so optimistisch wie Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker: „Das jetzige Maßnahmen-Paket, mit dem Athen sich einverstanden erklärt hat, wird die Lösung der Griechenland-Frage bringen“, sagte Juncker dem Magazin „Focus“.

Griechenland habe jahrelang vom Euro profitiert. „Es hat durch eigenes Verschulden einige Dinge ins Rutschen gebracht. Und wenn man die jetzt wieder mit vereinten Kräften in Ordnung bringt, müssen die Griechen auch verstehen, dass eine kollektive Antwort nötig ist“, fügte Juncker hinzu. „Wir zwingen die griechische Politik mit deren Einverständnis zu einer totalen Kurskorrektur.“

Das griechische System zur Steuererhebung funktioniert nach seinen Worten „nicht in vollem Umfang“. Man dürfe die Griechen nicht beleidigen, müsse ihnen aber helfen. „Sie haben sich bereiterklärt, eine Expertise-Zufuhr aus der Euro-Zone anzunehmen“, ergänzte der Vorsitzende der Eurogruppe. So braucht Athen nach Junckers Ansicht für die anstehenden massiven Privatisierungen von Staatseigentum eine „Lösung nach dem Vorbild der deutschen Treuhandanstalt“. Diese Behörde sollte volkseigene Betriebe der untergehenden DDR seinerzeit in die Privatisierung führen.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) forderte zur Stärkung der griechischen Wirtschaft eine Art europäischen Marshallplan. „Entscheidend ist, dass Europa stärker als bisher bereit sein muss, Griechenland dabei zu unterstützen, Wachstum zu generieren.“ Hier lägen auch „beträchtliche Aufgaben und Chancen für die deutsche Wirtschaft.“ Nach Überzeugung der deutschen Industrie benötigt das Land ein langfristiges Investitionsprogramm.

Kommentare zu " Griechenland-Hilfe: Schäuble fordert Marshallplan für Griechenland"

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  • " Ausserdem sollte Zetsche seine Mercedes Marke in der Türkei bauen und auf dem Kühlergrill den Kunstkopf von Erdokan installieren "

    Sie sollten Ihre Birne mal untersuchen lassen, anstatt hier so ein Blödsinn zu schreiben.
    Was hat Erdogan mit Hernn Schäuble oder dem Marshallplan für Griechenland zu tun ?

  • zu Punkt 6.

    genau von dieser Umkehrung der Tatsachen wird mir übel! Diese Arroganz, ohne Fakten zu kennen nur pöbelt rum zu bellen ist Euer Markenzeichen!
    wer ernährt hier wen, Du Hirse??
    13% der Rüstungsexporte von D. gehen seit Jahren nach GR! Dabei haben Deutsche Unternehmer, die ja stets hehre Ziele verfolgen - klar sind ja Deutsch, korrupte griechische Politiker aktiv bestochen. Siemens, MAN, Thyssen Krupp (HDW) etc.
    Und noch ein bisschen mehr zum Gratis-Nachhilfeunterricht kurz vor Mitternacht: D. profitiert am meinsten vom EU-Binnenmarkt. Klar, da es qualitativ hervorrangende Produkte herstellt. Diese Produkte werden bezahlt in Euro bezahlt. Versteht Du das bis hier hin? Sonst mach ne kleine Pause und denk nach!

    zu Punkt 4:
    So jetzt noch einmal Nachhilfe für Arro-Fritzchen umsonst: Die finanziellen Zuwendungen der EU sind seit Jahren in Ifrastrukturprojekte geflossen, für die zu einem signifikanten Anteil große deutsche DAX-Unternehmen den Zuschlag erhalten haben. Hier hat D. sogar profitiert, da die Ratio der Einzahlung und der Auftragserteilung eindeutig zugunsten der BRD ist. Diese ewige Floskel vom Nettobeitragszahler und Allimenteverteiler trifft nur für Großmäuler wie Dich "Fritzchen" zu. Bitte denk daran, Sandalen ohne weiße Socken zu tragen!
    zu Punkt 2:
    Der 2. WK ist nur 70 Jahre her. Das war auch Deine Vater, der in meinem Dorf Frauen und Kinder hinterhältig massakriert hat, Du Fleischwurst!

  • Nun, die Anwendung einfacher Arithmetik zeigt, daß Griechenland nicht mehr auf die Füße kommen kann sondern daueralimentiert werden muß.

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