Griechenland-Hilfen: „Die Belastung der Steuerzahler stößt an ihre Grenzen“

Griechenland-Hilfen
„Die Belastung der Steuerzahler stößt an ihre Grenzen“

Griechenland wird sich nicht selbst retten können, ist sich Clemens Fuest sicher. In einem Gastbeitrag skizziert der Oxford-Ökonom, wie die Pleite des Mittelmeerlandes noch abgewendet werden kann.
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Griechenland wird die ehrgeizigen Ziele des mit EU und IWF vereinbarten Sanierungsprogramms verfehlen und 2012 neue Hilfen benötigen – das ist mittlerweile deutlich geworden. Da die Belastung der Steuerzahler an Grenzen stößt, wird der Ruf nach einer Beteiligung der privaten Gläubiger an den Kosten der Sanierung lauter.

Wie könnte das organisiert werden? Es gibt vor allem zwei Ansätze. Erstens könnte man eine Restrukturierung auf der Basis freiwilliger Vereinbarungen mit den Gläubigern anstreben. Dabei würde es um eine Verlängerung von Laufzeiten und niedrigere Zinsen gehen. Tatsächlich hat diese Art der Restrukturierung in Griechenland schon begonnen, bisher allerdings nur zulasten der staatlichen Kreditgeber: Im März wurden Griechenland eine Zinssenkung für Kredite im Rahmen des Hilfsprogramms um einen Prozentpunkt und eine Laufzeitverlängerung gewährt.

Nun wären eigentlich die privaten Gläubiger an der Reihe. Die bisherigen Erfahrungen mit freiwilligen Umschuldungen, beispielsweise Uruguay 2003, zeigen allerdings, dass ein Abbau der Gesamtverschuldung damit kaum zu erreichen ist. Oft lassen die beteiligten Banken sich Konzessionen wie Laufzeitverlängerungen sogar teuer bezahlen. Das liegt daran, dass Laufzeitverlängerungen Wertberichtigungen auslösen können und Kreditausfallversicherungen (CDS) bei freiwilligen Umschuldungen in der Regel nicht greifen. Aus diesen Gründen helfen freiwillige Umstrukturierungen zwar bei vorübergehenden Liquiditätsproblemen, aber nicht in einer Situation der Überschuldung, wie sie in Griechenland vorliegt.

Um die Verschuldung Griechenlands so weit zu senken, dass das Land eine wirtschaftliche Perspektive hat, ist weit mehr als eine Laufzeitverlängerung erforderlich. Um die griechische Verschuldungsquote von 150 Prozent auf beispielsweise 50 Prozent zu senken, müssten die Gläubiger zwei Drittel ihrer Forderungen abschreiben. Das wird aber kaum auf der Basis freiwilliger Vereinbarungen möglich sein. Deshalb wird als zweite Option ein Schuldenschnitt ohne Zustimmung der privaten Gläubiger diskutiert.

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Kommentare zu " Griechenland-Hilfen: „Die Belastung der Steuerzahler stößt an ihre Grenzen“"

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  • Griechenland genoss zwischen 2000 und 2008 Netto-Reallohn(!)zuwächse von unglaublichen 45%. Dazu kam die Aufstockung des Sozial- u. Rentensystems. Hingegen schrumpfte im gleichen Zeitraum die durchschnittl. Kaufkraft der deutschen Arbeitnehmer um 1%. Siehe Grafik: ---> http://is.gd/vr76nG

    Der Deutsche "Außenhandelsverband" (BGA) und seine Hausbanken haben wenig Interesse am Zusammenbruch der gigantischen Schuldenblase, sind ihre "XXL-Bücher" doch prall gefüllt mit Lufbuchungen und Aufträgen, die nun auf die kalkulierte Sozialisierung durch die deutschen Arbeitnehmer warten – die einzige realisische Chance, die Bilanzen zu waschen: Die lohngedumpten Arbeitnehmer als Käufer der eigenen Produkte - eine rekursive Ausbeutung.

    Wie in Deutschland werden die griech. Lohnzuwächse vor allem einer privilgierten Schicht zugute gekommen sein. Gerade sie ist es, auf die deutsche Industrielle schielen - vom Luxuswagenhersteller bis zur Bank.

    Der Euro ist der größte Umverteilungsbetrug, der in der westl. Welt dokumentiert ist. US-Ökonomen sehen die hiesigen Arbeitnehmer im Zentrum dieses Fiaskos: Es hänge allein von der Leidensfährigkeit der deutschen Arbeitnehmer - seit einer Dekade mit Reallohn-, Sozial- und Rentendumping bestraft - ab, ob der Euro überleben werde. Das Wallstreet-Journal prognostizierte bereits 2010 unverblümt: Transferzahlungen, dauerhaft hohe Inflationsraten (BGA-Präsident Börner hält gar 2-stellig für realistisch, siehe --> http://is.gd/YbWLvz) sowie Vergemeinschaftung des Schuldzinses - solange, bis Unruhen diesen Prozess stoppen.

    Das die Deutschen ihre renditeträchtige Volksaktie "DM" gegen ein gigantisches Ponzi-System zugunsten einer kleinen betrügerischen "Elite" eingetauscht hat, dafür spricht auch eine Äußerung von EU-Ratspräsident Jean-Claude Junker am Wochenende, als er anmerkte: "Wir wollen nicht, dass der Euro-Raum ohne Grund explodiert".

    Das klingt bedrohlich nach einem Eingeständnis einer "Blase" von höchster Stelle.

  • Dann können wir nur hoffen, dass wir nicht pleite gehen, denn Deutschland gehört fast nichts mehr. Das haben Rot-Grün zu verantworten. Da wurde das Tafelsilber verkauft. Bis hin zu Rathäusern, Schulen und das gesamte Kanalnetz in den Städten.

  • 1. Auch für Banken gilt das Betriebsrisiko oder andernfalls müssten alle Zinsgewinne an die Staatskassen abgeführt werden.

    2. Der EFSF hat eine unbegrenzte Laufzeit und die EU-Richtlinie wurde NICHT vom EU-Parlament genehmigt!

    3. Das BVerfG wird dieses Jahr noch darüber entscheiden
    (Art. 125 Abs. 2 AEUV)!

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