Griechenland in der Flüchtlingskrise
Athen überstürzt sich bei Hotspots

Bis vor kurzem hatte Griechenland erst eines der fünf geplanten Registrierungszentren für Flüchtlinge eröffnet. Nun will die Regierung noch vor dem EU-Gipfel am Donnerstag vier Hotspots in Betrieb haben.

AthenRechtzeitig vor dem EU-Gipfel am Donnerstag will Griechenland vier der geplanten fünf sogenannten Hotspots zur Registrierung von Flüchtlingen in Betrieb nehmen. Die Zentren auf den Inseln Lesbos, Chios, Leros und Samos sollten bis Mittwoch eröffnet werden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Montag aus Regierungskreisen in Athen.

Der Hotspot auf Chios sollte am Montag in Betrieb gehen. „Heute werden wir die ersten Migranten dort unterbringen“, sagte der Vizebürgermeister der Insel Chios, Giorgos Karamanlis, der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Der Hotspot in einer ehemaligen Fabrik in der Nähe des Flughafens von Chios kann knapp 1100 Menschen aufnehmen.
Eigentlich hätte die Eröffnung der fünf Registrierungszentren bereits im vergangenen Jahr erfolgen sollen, wurde aber mehrfach verschoben. Auf Druck der Europäischen Union, die türkisch-griechische Seegrenze stärker zu kontrollieren, sagte Athen dann zu, die Hotspots auf den fünf Ägäis-Inseln, darunter auch Kos, bis Mitte Februar fertigzustellen.

In den Registrierzentren werden die Personaldaten der Migranten erfasst und ihre Fingerabdrücke genommen. Dabei soll bereits festgestellt werden, ob ein Flüchtling in Europa eine Chance auf Asyl hat. Andernfalls soll er zurückgeschickt werden. Über die in Griechenland und Italien eingerichteten Hotspots will die EU den Zustrom von Flüchtlingen nach Europa steuern.

Während sich die Verwaltungen auf Lesbos, Chios, Samos und Leros einverstanden mit den Registrierungszentren erklärten, gibt es auf Kos Proteste gegen das Vorhaben.

Auch am Sonntagnachmittag demonstrierten auf der Insel etwa 2000 Menschen gegen das noch im Bau befindliche neue Zentrum. Nach Angaben der örtlichen Verwaltung setzte die Polizei Tränengas ein, um dutzende Demonstranten vom Vordringen auf die Baustelle abzuhalten. Auf den fünf griechischen Inseln waren in den vergangenen Monaten hunderttausende Flüchtlinge angekommen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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