Griechenland in der Schuldenkrise
Europas vergiftete Hilfe

Griechenland lebt am Tropf der EU-Partner und des IWF. Heute muss der griechische Ministerpräsident erneut Sparpläne vorlegen, um weitere Gelder zu bekommen. Doch die gut gemeinte Unterstützung hat fatale Nebenwirkungen.
  • 30

Es ist eine erniedrigende Prozedur. Erneut muss Griechenlands Premierminister Georgios Papandreou heute zum Rapport beim Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker antreten. Muss seine neuesten Sparvorschläge vorstellen und weiß doch: Er hat keine Chance.

Keine Chance, ein Sanierungsprogramm vorzulegen, das die europäischen Partner restlos überzeugt, dass ihre Hilfsgelder gut angelegt sind. Und zugleich keine Chance, seine Mitbürger in Griechenland davon zu überzeugen, dass es zu harten und schmerzhaften Einschnitten keine Alternative gibt.

Griechenland ist wie ein Süchtiger im Methadon-Programm. Seine Droge sind die Staatsschulden. Die Kredite der europäischen Partner und des IWF sind die legale Ersatzdroge, die den Übergang zum echten Entzug erleichtern soll. Es ist alles gut gemeint. Doch die Hilfen zögern die Genesung mittlerweile immer mehr hinaus. Und die Nebenwirkungen sind so stark, dass sie das gesamte Programm in Frage stellen.

Papandreou ist in einem fast unlösbaren Dilemma. Die Sparvorschriften der Partner sind hart und gehen für das Land über die Schmerzgrenze hinaus. Aus Sicht der EU-Länder verständlich: Sie möchten ihr Geld nicht in ein Fass ohne Boden schütten. Schließlich müssen sie sich auch gegenüber ihren eigenen Bürgern rechtfertigen. Deswegen mischen sich jedoch unter sinnvolle ökonomische Forderungen mehr und mehr populistische Wünsche.

Seite 1:

Europas vergiftete Hilfe

Seite 2:

Kommentare zu " Griechenland in der Schuldenkrise: Europas vergiftete Hilfe"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Du schreibst hier laufend und keinen intressierts, Tessa vergisst ein Klick und die Demo geht los, weisst du warum ?

  • Klar ist "die internationale Eliten" auch nur eine Pauschalisierung. Allerdings geht's mir auch vielmehr darum, herauszustellen, dass die gängige Argumentationslinie mit alten und neuen nationalen Ressentiments hantiert, die aber den eigentlichen Konflikt zwischen Mächtigen und Machtlosen ausblendet.

  • Wir haben leider keine Wehrmacht mehr, 1941 war man mit unserer Anwesenheit in Griechenland nicht einverstanden und vorher hat man sich keine Mühe gegeben, sich in ein positives Verhältnis zum Deutschen Reich zu bringen (die Italiener hätten Euch dann nicht überfallen!), man hat sich eher an die Versprechen des hegemonialen Englands gehalten und nach dem Krieg dann noch einmal selbst das eigene Land auf den Kopf gestellt und zerstört und ist den sozialistischen Parolen und den Gewerkschaftsforderungen nach einem "leistungslosen" Wohlstand für alle gefolgt - aus naiver Bequemlichkeit mangels einer aufgeklärten bürgerlich-demokartisch gesinnten Zivilgesellschaft! Dafür wird Griechenland nun die Rechnung präsentiert, von den beiden größten Weltmächten, die ohne menschliches Personal und ohne Waffen auskommen:

    1. Weltmacht: Die Wahrheit

    2. Weltmacht: Die Realität

    Jammern hilft bei denen nicht und wir aufgeklärten Deutschen haben die Schnauze voll, nach der "Nazi-Keule" und den Milliarden, die man us abgenötigt hat, auch noch das Gejammere angetragen zu bekommen! Ihr habt doch noch Eure alten MPi40, Sten Mk5, Brownings, vielleicht einw alte Enfield oder einen K98k, P38 oder "08 Parabellum" im Keller oder den Weinbergshütte, holt sie raus, putzt sie, knallt probeweise ein paar Olivenbäume oder leer Ouzo-Flaschen weg und dann: Auf nach Athen zum "Aufräumen"!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%