Griechenland in der Schuldenkrise
Wenn ich CEO von Griechenland wäre...

Athen bekommt die Schuldenmisere nicht in den Griff. Wir fragen die Wirtschaft: Drei griechische CEOs entwerfen drei ganz unterschiedliche Businesspläne für die „Hellas AG“. In einer Sache sind sie sich allerdings einig.
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AthenGriechenland regieren: Reißt sich irgendwer um diesen Job? Er ist mit knapp 6000 Euro brutto im Monat dotiert – kein großes Gehalt im Vergleich zu den Bezügen anderer EU-Regierungschefs, aber viel Geld für griechische Verhältnisse, wo 2014 ein Drittel der privaten Haushalte mit weniger als 830 Euro im Monat auskommen musste.

Der Arbeitsplatz sieht nicht schlecht aus: Ein großes holzgetäfeltes Büro in der Villa Maximos, einem klassizistischen Patrizierbau an der Athener Herodes-Attikus-Straße, der teuersten Adresse der griechischen Hauptstadt. Edles Parkett, Stuckdecken, schwere Vorhänge vor den aus Sicherheitsgründen meist verdunkelten Fenstern.

Ein repräsentativer Schreibtisch aus hellem Edelholz. Dahinter stehen die griechische Flagge und eine Europafahne. Rechts wartet eine beigefarbene, bequeme Couchgarnitur auf Besucher. Links steht ein großer Konferenztisch.

Vor dem Schreibtisch des Premiers, der auf einem schwarzen Ledersessel Platz nimmt, stehen zwei bescheidenere, aber stilvolle lederbezogene Besucherstühle sowie ein kleiner Beistelltisch. Bodyguards rund um die Uhr, Polizeieskorte auf dem Weg zur Arbeit – wem würde das nicht gefallen.

Handelsblatt Online verführte drei griechische Unternehmer zu einem Gedankenspiel: Was würden sie anders machen, wenn sie morgen Chef der „Hellas AG“ wären? Wenn sie das Land nicht wie ein Politiker regieren müssten, sondern wie ein Wirtschaftslenker führen könnten?

Die Ansätze sind unterschiedlich, und die Ideen klingen erfrischend.

Einig sind sich die drei Chefs aber, was den Zustand der „Hellas AG“ betrifft: Das Land ist in keinem guten Zustand – ein Sanierungsfall. Der neue CEO muss schnell und entschlossen handeln. Sonst kommt der Insolvenzverwalter …

Kommentare zu " Griechenland in der Schuldenkrise: Wenn ich CEO von Griechenland wäre..."

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  • Wenn ich COE von Griechenland wäre, hätte ich genau so gehandelt wie die Spitzen der derzeitigen Administration: Soll Griechenland auf dem Rücken seiner Bevölkerung (es sind ja nicht die Reichen, die hier büßen) weiterhin Opfer bringen und auf die Vorteile verzichten, die bereits bei der Konstruktion dieses genetisch kranken Währungssystems unter der Hand gehandelt worden sind. Und was die deutsche Politik betrifft, die kann doch gar nicht mehr anders als: weiter so, seit sich 1988 Kohl und Mitterrand im Alleingang geeinigt haben, eine vernünftige Währungsunion auf dem Rücken der deutschen Einheit zu opfern, um dieses genetische kranke System zu installieren - der Untergang ist doch bereits seit 1988 vorprogrammiert.

  • Lieber Moluse, "die Kreditgeber", das ist in erster Linie die öffentliche Hand. Also wir.

  • @Malter

    Genauso sieht es aus. Das ist auch der Grund warum Sie kaum einen Handwerker oder Mittelständler in den Parlamenten vorfinden.
    Beamte mit lebenslanger Jobgarantie, davor und danach.

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