Griechenland
Ins Ausland gebrachte Gelder fließen zurück

Griechische Wirtschaftsministerin Diamantopoulou sieht „Zeichen für eine Erholung“: Erstmals fließe Geld vermögender Griechen, die aufgrund der Krise um ihr Vermögen fürchteten, zurück ins Land.
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Die neue griechische Wirtschaftsministerin Anna Diamantopoulou sieht erste Anzeichen für die Rückkehr von Vertrauen und für eine Überwindung der Krise in dem Land. „2013 könnte es ... Zeichen für eine Erholung geben“, sagte die Ministerin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom Mittwoch. Und mit Blick darauf, dass in der Vergangenheit vermögende Griechen aus Angst vor der Zahlungsunfähigkeit zunehmend Geld ins Ausland gebracht haben, ergänzte sie: „Zum ersten Mal seit drei Monaten fließt Geld zurück.“ Diamantopoulou zeigte sich überzeugt, dass sich bei den kommenden Wahlen die proeuropäischen Kräfte durchsetzen werden.

Komme es anders, wäre das „eine Katastrophe für unser Land“. Die Ministerin sieht drei zentrale Aufgaben, die die Regierung angehen muss. Sie müsse der Bürokratie den Krieg erklären, die Korruption bekämpfen und das Problemthema Liquidität bewältigen. Sie sieht zugleich etliche Bereiche mit Wachstumspotenzialen in der Wirtschaft des Landes. Dazu gehörten die Landwirtschaft, die Rohstoffe-Förderung, der Tourismus sowie das Zukunftsfeld Forschung und Entwicklung. Um Investitionen in diesen Bereichen vorzunehmen, könne das Land nicht zuletzt auf Hilfe der EU hoffen.

„Wir vermuten, dass wir von dort in den nächsten drei Jahren 16 Milliarden Euro aufnehmen können“, sagte sie. Dass Griechenland keine Hilfe von außen bei seinen Bemühungen um eine durchgreifende Reform seiner Verwaltung annehme, nannte die Ministerin „einen Mythos“. Mit Blick auf frühere Vorschläge aus Deutschland, in Griechenland eine Art Sparkommissar zu installieren, stellte sie klar: „Es ist ein Riesenunterschied, ob man technische Unterstützung erhält oder einen Kommissar im Land hat.“ Das habe mit Fragen der Souveränität und des nationalen Stolzes zu tun.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @Dirk: Wenn das alles so ein "risikoloses und gutes" Geschäft ist, Geld an Griechenland zu verleihen, dann fragt man sich doch, warum denn die Banken, die das bisher so prima getan haben, es jetzt plötzlich nicht mehr tun wollen? Und warum denn die griechischen Millionäre ihr Geld lieber in Immos in London und Berlin verbuddeln, als ihrem Staat dieses anzubieten? Dummheit oder Schlauheit?

    Sind nicht gerade erst kürzlich Milliarden umgeschultert worden? Auf wessen Konto werden denn nun diese Minus-Geschäfte von Hypo-Real und sonstigen Banken verbucht? Ach ja, richtig, ein Minus-Topf der erst im Jahre 2020 + XX ans Licht kommt, oder nach der nächsten Wahl. Ich wundere mich auch nicht mehr darüber, dass wir unsere Exporte selber finanzieren, selber bezahlen und darüber auch noch als Buhmann gescholten werden. Diese "geschenkten" Artikel fährt der Grieche und schimpft über die bösen Deutschen. Exporterfolg ... ich habe selten sowas einfältig Dummes gelesen.

  • 4. Hätte man Griechenland unkontrolliert pleite gehen lassen, hätte der deutsche Staat/ die deutsche Volkswirtschaft bestimmt in 2-3 Jahren real mehr verlohren als die möglichen Haftungssummen + die Bankenkriesen, Weltwirtschaftkrise, mehr Arbeitslose etc.
    5. "Die Zinszahlungen für die ESM-Kapitalzeichnung sind größer als der Gesamtetat des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend." ?!
    Etat des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2012: 6,79 Milliarden Euro
    Die Zinszahlunegn für die "23 Mrd EUR Einlagen im ESM" werden später wohl langfristig irgendwo zwischen 2-3% der Summe jährlich liegen. => ca. 500 - 700 Mio EUR pro Jahr.
    Geht alles gut verdient Deutschland irgendwann sogar daran.
    6. Zusätzlich profitiert der deutsche Export von stabilisierten Kriesenstaaten. Welche griechischen PKWs fährt den z.B. ein Grieche?
    7. Wir Deutschen sind die größten Schwarzmaler und Schlechtreder obwohl es uns in Europa mit am besten geht und Deutschland der mit Abstand größte Profiteur Europas ist.
    Bei alle dem ist natürlich klar, das in Griechenland natürlich ungeheure Misswirtschaft betrieben wurden und man bei der Euro Aufnahme schon besser hätte hinschauen sollen. Dann ginge es jetzt bermutlich den Griechen besser und wir wir "arme" deutsche Zahlmeister müßten nicht die größte Heulsusen in Eurpa sein, obwohl unsere Volkswirtscht nie ernsthafte Gefahr drohte.

  • Hallo Mr. "Das Problem ist".
    Das Problem ist, dass Sie hier Halbwarheiten verbreiten.
    1. Mag sein, dass Luxemburger wesentlich mehr verdienen als Deutsche und deshalb aufs Einkommen bezogen weninger haften. Die absolute Haftungssumme pro Kopf ist aber wensentlich höher.
    Aber selbst wenn Luxemburger 10x höher haften würden, wäre die Auswikung auf Deutschland vernachlässigbar, da Luxemburg noch etwas über 500.000 Einwohner hat. Davon die hälft übringes Ausländer.
    2. Wer kekommt den bitte in Deuschland eine Altersrente von 140 EUR, wenn er sein Leben lang gearbeitet hat.
    Und selbst wenn, dann bekommt er trotzdem eine Aufstockung über das Sozialsystem, sodass er weiter leben kann. gff. wird auch eine Pflegeheim vom Solzialamt bezahlt.
    70% der Menschheit würde im Alter verhungern, wenn Sie keine Familie hätte,die sich um sie kümmert.
    3. Seit wann entzieht Deutschland 100te Mrd EUR seiem Haushalt?! Deutschland bürgt evt. für derzeit max. bis zu 200 Mrd EUR die gegen Zinsen verliehen werden.
    Gehen die betreffend Länder nicht pleite, wird Deutschland langfristig an dem Rettungsfonds verdienen, da dieser sich Geld gübstiger leihen kann als er an schwache Länder verleiht.
    Die 23 Mrd EUR Einlagen im ESM nimmt Deutschland selbst noch günstiger auf.

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