Griechenland
IWF räumt Fehler bei Rettungsaktion ein

Zu optimistisch, zu blauäugig - zu wenig energisch: Ungewöhnlich klar kritisiert der Internationale Währungsfonds sich selbst in Sachen Griechenlandrettung. Doch harsche Worte gibt es auch für andere.
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New YorkDie Autoren des Textes sparen nicht mit deutlichen Worten. „Beträchtliche Misserfolge“ seien gemacht worden, man habe Dinge „unterschätzt“ und andere „überschätzt“. Schließlich, schreiben sie weiter, müssten aus der ganzen Sache „Lehren gezogen werden“.

Das Dokument stammt vom Internationalen Währungsfonds (IWF) – und das Ziel der Kritik ist die Institution selbst. Auf 51 Seiten räumen die IWF-Experten darin viele Fehler ein, die der Fonds und die EU bei der ersten Rettungsaktion für das pleitebedrohte Griechenland gemacht haben. Am Mittwochabend wurde das Papier in Washington veröffentlicht.

„Dass das Schuldenproblem nicht von Beginn an energisch angepackt wurde“, heißt es unter anderem in dem Bericht, „hat Unsicherheit darüber verbreitet, ob die Eurozone in der Lage ist, die Krise zu lösen“.

Griechenland war das erste Mitglied der Eurozone, das in der Schuldenkrise Hilfen der internationalen Gemeinschaft erhielt. Im ersten Programm hatte Athen Notkredite in Höhe von 110 Milliarden Euro enthalten. Doch schnell zeigte sich, dass das nicht reichte: Im November 2012 wurde ein zweites Hilfspaket geschnürt, mit zusätzlichen Kredite von 165 Milliarden Euro.

In seinem Bericht vom Mittwoch, der sich um das erste Paket dreht, bezeichnet der IWF die Maßnahmen zwar grundsätzlich als „angemessen“ und „erforderlich“. Immerhin hätten sie Griechenland in der Eurozone gehalten und verhindert, dass die Krise auf andere Mitgliedstaaten übersprang.

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  • Meine Meinung ...
    Das Leben ist dazu da, in Ordnung gebracht zu werden!


    Bringen wir unser Leben in Deutschland wieder in Ordnung!

    AfD droht Deutschland mit Demokratie!
    Da mach ich doch glatt mein demokratisches KREUZ bei AfD!

    Also mich kann
    CDUSPDGRÜNEFDPCSULINKE
    nun wirklich von NICHTS mehr überzeugen!
    Die sind eine Schande für unser Land und Steuerzahler!

    Hätte ich wie diese Chaoten in meinem Leben geaast,
    könnte ich mich getrost erschiessen!
    Das wäre ich mir schuldig!
    Dann hätte ich meine Lebensberechtigung zu Recht verwirkt!
    ++++++++++++++++++++++++++++++
    UMFRAGE

    http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/umfragen/id_63395934/forsa-umfrage-beide-politischen-lager-ohne-mehrheit.html

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    STAND: Samstag, 08.06.2013/02.15h
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    Die Grünen 3.8% (718 Stimmen)

    FDP 3% (553 Stimmen)

    Piratenpartei 1.7% (309 Stimmen)

    AfD 42.2% (7873 Stimmen)

    Die Linke 3.8% (710 Stimmen)

    Keine Partei 3.8% (707 Stimmen)

    Andere Parteien 5.2% (979 Stimmen)

    * Diese Nutzerumfrage ist nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung. Online-Umfragen sind einem hohen technischen Missbrauchsrisiko ausgesetzt, die Ergebnisse dieser Umfrage könnten eventuell von Dritten manipuliert worden sein.

  • Kleine Anmerkung am Rande.

    Komme soeben von einer GR-Reise zurück. Auf Rhodos - unter den Augen der Touristen - werden bei Sun-Beds und Sonnenschirmen mit tragbaren Kleincomputern einkassierte vier € pro Mann/Nase registriert und Quittungen ausgegeben, was bis 2011 mitnichten der Fall war. Das ging alles 1:1 in die eigene Tasche.

    In Tavernen erhält man (auf Rhodos) gelegentlich Kassenbons, aber auch nicht immer. Oftmals erhält man lediglich die Kopie des Blocks, auf dem die Bestellung aufgenommen wurde, mitsamt Summe, also unregistriert und somit weder der Gewerbesteuer noch der MwSt. unterworfen.

    Auf kleineren Inseln gibt es weder für Sunbeds noch in den Tavernen registrierte Kassenbons.

    Also alles wie gehabt. Das Leben geht in den Touristengebieten munter weiter wie bisher. Man fühlt sich allgemein sehr wohl mit der Euro-Währung.

  • @GRieche: nur kurz, da ich arbeiten muss:

    Zitat: Den Schuldnerländern werden gezwungen ihre Ausgaben drastisch zu reduzieren, Staatsvermögen zu verkaufen, umzuschulden etc., ohne jedoch die gesamtwirtschaftlichen Konsequenzen dieser Austerität ernsthaft zu analysieren

    Na dann kann man ja von Glück sprechen, dass in der Richtung nichts Substanzielles passiert ist und es somit auch keine grossen Folgen davon geben kann. Nur komisch, dass es dann in Griechenland so schlecht geht. Umgesetzte Forderungen können dies auf jeden Fall nicht verursacht haben.

    Ihren "oh die armen Schuldner, die gezwungen werden um Schulden aufzunehmen" Gesang können Sie ja mal im Eurosongkontest vortragen. Da findet man ja Lyrik solcher Qualität wieder.

    Wie wäre es denn mal mit einer Umschichtung bei den griechischen Finanzen so à la unversteuertes Auslandsvermögen anstatt immer auf Geld zu schielen, das einen nichts angeht.

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