Griechenland: IWF und EZB werben für Schuldenschnitt

Griechenland
IWF und EZB werben für Schuldenschnitt

Neuer Schuldenschnitt für Griechenland? Die Bundesregierung ist strikt dagegen. Doch auf einem Gläubiger-Geheimtreffen wird über einen Forderungsverzicht diskutiert. EZB und IWF halten den für unausweichlich.

Berlin/HamburgTrotz des Widerstands Deutschlands und anderer Staaten ist ein Schuldenschnitt der Geberländer Griechenlands offenbar nicht vom Tisch. Bei einem Geheimtreffen der Gläubiger sei über einen Forderungsverzicht im Jahr 2015 diskutiert worden, berichtete die "Welt am Sonntag". Laut "Spiegel" werben Europäische Zentralbank (EZB) und Internationaler Währungsfonds (IWF) für einen Nachlass, der den Verzicht auf die Hälfte der Forderungen bedeuten würde.

Über einen Schuldenschnitt der öffentlichen Geldgeber sei am Montag bei einem Treffen in Paris gesprochen worden, an dem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und weitere Vertreter der Euro Länder teilgenommen hätten, berichtete die "Welt am Sonntag". Ein in Aussicht gestellter Schuldenschnitt könne für die Athener Regierung Ansporn sein, alle Reformauflagen des zweiten laufenden Hilfsprogramms zu erfüllen, das bis Ende 2014 läuft.

Vor dem Treffen der Eurogruppe stellte EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen klar, dass dieser nicht Teil des nächsten Pakets sei. Zur Schließung der Finanzlücke brauche es ein Paket, das unter anderem niedrigere Zinsen für die Hilfskredite und einen Schuldenrückkauf durch Griechenland umfassen werde, sagte er der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe). "Ein Schuldenschnitt gehört nicht dazu."

Zugleich mahnte Asmussen rasch grünes Licht der Euro-Finanzminister für die nächste Kredtittranche an Athen an. "Ich hoffe sehr, dass die Eurogruppe am Montag einen politischen Beschluss fassen wird, die nächste Kreditrate aus dem Hilfspaket freizugeben", sagte er.

Über einen Schuldenschnitt im Jahr 2015 sei auch vergangenen Montag bei einem Geheimtreffen in Paris im Beisein von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) worden, berichtet die "Welt am Sonntag". Ein in Aussicht gestellter Erlass könnte demnach Ansporn für die Athener Regierung sein, bis dahin alle Reformauflagen des Ende 2014 auslaufenden zweiten Hilfsprogramms zu erfüllen.

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