Griechenland
IWF will von Athen keine weiteren Einschnitte verlangen

Der IWF will vorerst keine neuen Haushaltskürzungen von Griechenland sehen. Das Euro-Krisenland bleibt aber unter Troika-Beobachtung: Die Prüfmission kehrt noch in diesem Monat zurück.
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WashingtonDer Internationale Währungsfonds (IWF) will vom finanziell angeschlagenen Griechenland keine weiteren Haushaltskürzungen verlangen. "Falls neue Maßnahmen nötig sein werden, dann kann ich Ihnen eines versichern: Dies wird nicht in Form neuer Haushaltsvorgaben oder undifferenzierter Einschnitten bei den Löhnen und Renten erfolgen", sagte IWF-Chefin Christine Lagarde am Donnerstag in Washington.

Die Gläubiger-Troika aus IWF, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB) hatte ihre jüngste Prüfmission in Griechenland Ende September unterbrochen und dafür "technische" Gründe angeführt. Lagarde zufolge kehren die Kontrolleure Ende des Monats nach Athen zurück. Griechenland muss die regelmäßige Bestandsaufnahme bestehen, um die nächste Kredittranche zu erhalten.

Griechische Medien berichteten zuletzt, der IWF verlange bis 2016 weitere Einsparungen in Höhe von 6,7 Milliarden Euro. Es sei "verfrüht", über irgendwelche Schlussfolgerungen zu diskutieren, sagte dagegen die IWF-Chefin. Zunächst solle abgewartet werden, wie die bereits beschlossenen Einsparungen und Reformen wirkten, erklärte Lagarde.

Griechenland sei auf einem guten Weg und werde einen Primärüberschuss erwirtschaften, also ein Plus im öffentlichen Haushalt vor Abzug des Schuldendienstes, sagte Lagarde weiter. Es gebe keinen Grund daran zu zweifeln, dass die europäischen Partner zu weiteren Unterstützung Griechenlands entschlossen seien.

Das überschuldete Griechenland wird seit dem Jahr 2010 mit Notkrediten der Europartner und des IWF vor der Pleite bewahrt. Das im Gegenzug verlangte harte Sparprogramm führte zu einer schweren Wirtschaftskrise.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Griechenland: IWF will von Athen keine weiteren Einschnitte verlangen"

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  • @Rechner
    Das glauben Sie doch wohl selber nicht! Schäuble als Gallionsfigur des Widerstands gegen die GR-Rettung!! Hahahaha! Wo waren Sie während der letzten 3 Jahre, Rechner?

  • Na ja - dann müssen sich die künftigen Koalitionspartner der deutschen Regierung aber beeilen, wenn die Troika ihre “technische” Pause demnächst beenden will...
    Schließlich diente diese angebliche Pause einzig dem Zweck, die deutschen Wahlen und die anschließende Regierungsbildung abzuwarten. Dann, so hofft man, hat man endlich freie Bahn für weitere Rettungsaktionen.

    Was GR anbetrifft, so hat man den Hausbesitzern angekündigt, dass das “erste” Haus nicht mehr - wie bisher - von Zwangsvollstreckungen verschont bleibt, sondern in die (private) Insolvenzmasse einfließt. Dies sei der Wunsch der Troika. Die Empörung ist groß. Viele Griechen besitzen durchaus mehrere Häuser bzw. Wohnungen, haben sich nun im Zuge der Krise von der einen oder anderen auf Kredit finanzierten Errungenschaft trennen müssen und sorgen sich nun um den Verbleib ihrer Familie, wenn ihnen das letzte Haus weggepfändet würde.
    Vielleicht ist dies endlich der Moment, der ersehnte Aufprall ganz unten, der ENDLICH zu einer Einsicht führt:

    • Es geht nicht ohne neue, auch ausländische Investoren.
    • Die Investoren nehmen den Griechen nichts weg, sondern sorgen für mehr Arbeitsplätze und mehr Steuereinnahmen, so dass alle etwas davon haben.
    • Wer etwas verdienen will, muss arbeiten.
    • Wer mehr verdienen will, muss mehr arbeiten.
    • Wer seine Produkte verkaufen will, muss sich nach dem Kunden richten.
    • Arbeit - auch auf dem Acker - schändet nicht.
    • Auch Griechen sind für harte Arbeiten geeignet - es müssen also nicht unbedingt Albaner oder Bulgaren sein.

    DAS wäre ein echter Fortschritt!

  • "Das im Gegenzug verlangte harte Sparprogramm führte zu einer schweren Wirtschaftskrise."

    So kann man es natürlich auch schönfärben. Wohl eher den Tatsachen entsprechen dürfte wohl, dass in Griechenland eine Blase geplatzt ist. Das hören die internationalen Großbläser der Hochfinanz und anderer Profiteure der leistungslosen Umverteilung durch ein betrügersiches Finanzsystem natürlich nicht gern. Viel lieber schieben sie denen, die sich am Aufblasen nicht beteiligen wollen, weil sie das Ende kennen und fürchten (Blasen platzen IMMER - so oder so), die Schuld in die Schuhe.

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