Griechenland
Jetzt bekommen die Radikalen ihre Chance

Die ersten Versuche einer Regierungsbildung in Griechenland sind gescheitert. Der Konservative Antonis Samaras hat aufgegeben. Nun soll der Vorsitzende der Radikalen Linken sondieren, ein strikter Gegner des Sparkurses.
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AthenNach dem Scheitern des Konservativen Antonis Samaras bei ersten Sondierungsgesprächen für eine Regierungsbildung soll jetzt der Vorsitzende des Bündnisses der Radikalen Linken (Syriza), Alexis Tsipras, sein Glück versuchen.

Die neben ND und PASOK am Sonntag ins Parlament gewählten fünf Parteien des linken und rechten Spektrums lehnen die harte Sparpolitik ab, die Voraussetzung weiterer Kredittranchen von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) zur Abwendung des Staatsbankrotts sind.

Wie aus Kreisen der Präsidentschaft am Montag verlautete, wurde der Vorsitzende der zweitstärksten Kraft im neuen Parlament eingeladen, um am Dienstagnachmittag (13.00 Uhr MESZ) das Sondierungsmandat zu erhalten. Das Mandat gilt gemäß Verfassung lediglich drei Tage. Die Erfolgsaussichten von Tsipras wurden von Beobachtern in Athen als gering eingestuft.

Der Chef der stärksten Partei Nea Dimokratia (ND), Samaras, hatte schon nach wenigen Stunden das Sondierungsmandat an Staatspräsident Karolos Papoulias zurückgegeben. Einen Tag nach der Parlamentswahl war Samaras bei seinen Bemühungen um die Bildung einer Regierung der Nationalen Rettung gescheitert. Er habe sich an alle Parteien gewandt.

"Ich habe versucht, eine Lösung für eine Regierung der nationalen Rettung mit zwei Zielen zu finden", sagte Samaras in einer Fernsehansprache. "Das Land soll im Euroraum bleiben und die politische Ausrichtung des Rettungspakets über Neuverhandlungen geändert werden." Er habe alles versucht. Aber entweder hätten andere Parteien die Teilnahme abgelehnt oder eine Bedingung für ihre Teilnahme gestellt, die andere nicht akzeptiert hätten.

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Die Regierungsbildung kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt

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  • Ich bin sicher, dass die meisten hier nicht genau wissen, was diese (angebliche für mich) "Sparmaßnahmen" der Troika sind: die riesigen Zinsen zurückzahlen, überteuren Waffen, Medikamenten usw aus D & F kaufen, Bürokratie weiterbehalten, billige Arbeitskräfte für die (D haupssächlich) Firmen (die ALLES SOFORT für wenig Geld kaufen sollten), usw...

  • Es gibt für Griechenland nur eine Lösung! Die Bürger dieses Landes müssen sich einfach weigern, weiter für Verschwender zu bezahlen. Damit ich nicht falsch verstanden werde, ich meine nicht den "einfachen Mann", der mit oder ohne Euro kaum über die Runden kommt. Ich meine die Menschen, die keine Steuern zahlen und dann noch für jede Gefälligkeit die Hand aufhalten. Dies kann nur abgestellt werden, wenn Griechenland auf sich alleine gestellt ist. Dann fürchte ich nur um die griechische Demokratie. Man braucht sich nur erinnern....

  • Da haben Sie was missverstanden. In der EU sind die Linken doch immer die Guten, alles was rechts von den Sozis liegt sind die Rechtsradikalen. Deshalb hat die Merkel-CDU die SPD doch ganz gemein links überholt.

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